Wenn Emotionen die Zusammenarbeit blockieren

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Ein Gespräch mit Vivian Dittmar, Autorin des Buches „Der emotionale Rucksack: Wie wir mit ungesunden Gefühlen umgehen“

Wer sich intensiver mit Veränderungsprozessen beschäftigt kennt die Emotionen, die uns als Beteiligte überrollen und Widerstände auslösen. An vielen Stellen sorgen sie dafür, dass Transformationsprozesse weder in der gewünschten Geschwindigkeit noch in die gewünschte Richtung verlaufen.

Vivian Dittmar ist Impulsgeberin für den kulturellen Wandel in Unternehmen und hat sich in den letzten Jahren viel mit Emotionen im Businessumfeld beschäftigt. Andrea Montua sprach mit ihr über die Bedeutung von Emotionen in Veränderungsprozessen und über den „Emotionalen Rucksack“.

AM: Vivian, Du begleitest Unternehmen im kulturellen Wandel und speziell in Bezug auf Emotionen. Aus dieser Erfahrung heraus: Welche Rolle spielen Emotionen, wenn Unternehmen sich in Transformationsprozesse begeben?

VD: Wenn Unternehmen sich auf den Weg machen in wirkliche Transformationsprozesse, spielen Emotionen automatisch eine Rolle – einfach weil sie immer dort auftauchen, wo uns etwas wirklich wichtig ist. Bei diesen Prozessen geht es ans Eingemachte, sonst findet keine Transformation statt.

AM: Du hast Dich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema „Emotionaler Rucksack“ beschäftigt und auch ein Buch darüber geschrieben. Was hat es damit auf sich?

VD: Das Buch ist entstanden, als ich schon einige Jahre mit dem Thema „Gefühle und Emotionen in Unternehmen“ unterwegs war und festgestellt habe, dass viele Menschen gar nicht wissen, was emotionale Altlasten sind, wie man sie erkennt und wie man damit umgehen kann. Da habe ich beschlossen, dieses Buch zu schreiben. Denn diese Unfähigkeit im Umgang mit unseren emotionalen Altlasten ist das größte Hindernis für ein gelungenes Miteinander in allen Lebensbereichen.

AM: Wie merken wir, dass unser Emotionaler Rucksack aktiviert wird?

VD: Es gibt ganz unterschiedliche Symptome. Am leichtesten zu erkennen sind die Aktivierungen, die sehr plötzlich und heftig auftreten, wenn unser gesamter emotionaler Haushalt von jetzt auf gleich entgleist. Das äußert sich durch heftige Emotionen wie Wut, Angst oder Trauer, oft ist es aber auch ein Emotionswust, eine Mischung aus all dem. Weniger leicht zu erkennen sind Aktivierungen, die sich langsam aufbauen und genauso oft wird gar nicht oder zu spät erkannt, dass eine totale Abwesenheit von Emotionen ein Zeichen von emotionaler Aktivierung ist. Wir haben immer noch dieses völlig überholte Bild, dass wir auf die schlechten Gefühle verzichten können und wenn die fehlen, ist alles super. Menschen, die sehr rational unterwegs sind, gerade im professionellen Bereich, sind ohnehin der Meinung, dass sie ohne Gefühle am besten funktionieren. Wissenschaftlich betrachtet ist das längst widerlegt. Ein Mensch, der nur rational funktioniert, funktioniert nicht. Das Bild ist trotzdem noch sehr mächtig, und sorgt dafür, dass die Problematik oft nicht erkannt wird. Daraus resultiert, dass der Austausch zwischen Menschen in Besprechungen, in Konflikten oder anderen Situationen der Zusammenarbeit total blockiert. Man tauscht sich nur sehr oberflächlich auf einer vermeintlichen Sachebene aus. So gelingt es nicht, eine wirkliche Resonanzfähigkeit herzustellen und daraus folgt die Blockade.

AM: Nehmen wir eine große Veränderungssituation in einem Unternehmen: Sorgen, Ängste, Wut – in den Teams ist richtig was los. Selbst wenn es gelingt, den Emotionalen Rucksack bewusst zu machen – welcher Mitarbeiter setzt sich im beruflichen Kontext denn bereitwilig damit auseinander? Was rätst Du den Unternehmen?

VD: Die Zahl der Menschen wächst, die dazu bereit sind oder es sich sogar wünschen. Es ist sicher noch eine Minderheit, aber sie nimmt stetig zu. Wir sind also gefordert, hier einen neuen Umgang zu finden. Bisher wurde es so gehandhabt, dass die hierarchisch höher stehende Person ihre Altlasten einfach nach unten weitergibt, indem sie mal ordentlich Dampf ablässt. Gerade die jüngere Generation ist damit nicht mehr einverstanden. Meine Strategie ist zweigleisig: Erst einmal aufklären, indem man das Thema anspricht und damit aus der Tabuzone rausholt. Damit entsteht die Erlaubnis, darüber überhaupt zu reden und damit umzugehen. Der zweite Teil baut darauf und schafft Räume, in denen Emotionen und Gefühle benannt und gezeigt werden dürfen.

AM: Dein Rat lautet, das Thema Emotionen frühzeitig im Veränderungsprozess auf die Agenda zu setzen?

VD: Ja, auf jeden Fall. Oft haben Menschen Angst, dass die Dinge entgleisen, wenn es zu emotional wird. Dann macht es durchaus Sinn, sich eine externe Prozessbegleitung dazuzunehmen, die keine Angst vor starken Emotionen hat. Es ist ohnehin sinnvoll, dass eine neutrale Person im Raum ist, die Prozessbegleitungskompetenz hat. Natürlich kann es dann auch mal heftig werden, aber wenn eine emotionale Ebene mal berührt wird, schweißt es ein Team enorm zusammen.

AM: Welche Schritte empfiehlst Du einer Führungskraft, wenn es in einem Team so richtig brodelt? Ansprechen? Unterstützung holen? Erstmal Dein oder ein anderes Buch lesen?

VD: Das hängt tatsächlich sehr stark von der emotionalen Kompetenz der Führungskraft ab. Wer einen guten Zugang und keine Angst vor den eigenen Emotionen und Gefühlen hat, kann meist auch damit ins Team gehen und vor allem von den eigenen Gefühlen und Emotionen, von der eigenen Verletzlichkeit sprechen – das ist der Schlüssel. Und genau das ist ja auch der Wandel, der sich gerade in unserem Führungsverständnis vollzieht. In einem alten Führungsverständnis ist es ja undenkbar, dass eine Führungskraft sich eine solche Blöße gibt, sich verletzlich zeigt. Das neue Führungsbild, in dem es wirklich um Beziehungen, Führung auf Augenhöhe, um ein ganz neues Miteinander geht, da braucht es Beziehungskompetenz. Mit ihr steigt das Ansehen eines Vorgesetzten. Wer dazu bereit ist, aber nicht den Mut hat, der Icebreaker zu sein, der braucht vielleicht externe Unterstützung. Jemand, der alle einladen kann, sich auf dieser Ebene auszutauschen.

AM: Muss ich erstmal an meinem eigenen Emotionalen Rucksack arbeiten, bevor ich mich in Team-Prozesse begebe, oder geschieht die Arbeit ganz von alleine, wenn ich den Prozess starte?

VD: Wichtige Frage. Die Antwort ist, dass ich nur an meinem eigenen Rucksack arbeiten kann. Zugleich gibt es etwas, das sich die emotionale Kompetenz eines Teams oder einer Organisation nennt. Dann habe ich eine Kultur, in der man in einer Besprechung sagt, dass es emotional dicht oder schwierig ist. Man geht bewusst auseinander und entlädt die Emotion erstmal in Zweierteams oder einer ähnlichen Konstellation. Jeder macht also seine Hausaufgaben, arbeitet an seinem Rucksack und danach kann weitergearbeitet werden. Manche machen das auch präventiv, bevor sie beginnen. Es gibt aber auch Kulturen, in denen das undenkbar ist. Für eine Kulturveränderung braucht es jedoch eine neue Qualität des Miteinanders, da braucht es diese Beziehungsebene, auf der Verletzlichkeit und Transparenz kultiviert werden.

AM: Du hast gerade das Thema Entladungen angesprochen. Was verstehst Du darunter, wie zeigen die sich und wie geht man damit um, wenn man bei jemand anderem damit konfrontiert wird?

VD: Entladung war für mich der Schlüssel, um die Beziehung zu meinem Rucksack zu heilen. Wir alle kennen Situationen, in denen der Rucksack aktiviert wird und damit ein großer Drang entsteht, mit dieser Energie irgendwo hinzugehen. Die Emotionen wollen sich bewegen. Was dann leider oft passiert ist, dass wir unbewusst entladen, indem wir den Nächstbesten anschreien: Den Mitarbeiter, den Azubi, die Kinder oder unseren Partner. Das ist destruktiv und Beziehungen leiden extrem darunter. Ich bezeichne das als mangelnde emotionale Hygiene, die heute oft verbreitet ist. Gleichzeitig ist es auch nicht gesund, die Emotionen einfach in den Rucksack zurückzustopfen. Ich führe Süchte, die wir in der Gesellschaft finden, genau darauf zurück. Die bewusste Entladung als Praxis war für mich der Schlüssel, diesen Konflikt zu lösen. Einen Raum zu schaffen, in dem Entladung passieren darf, ohne dass Beziehungen darunter leiden. Die Praxis der bewussten Entladung beruht auf der einfachen Erkenntnis, dass wir Emotionen meist nicht bewusst fühlen können, weil sie uns überfordern. Deswegen brauchen wir die Anteilnahme eines anderen Menschen, um sie fühlen zu können. Diese Anteilnahme erweitert vorübergehend unsere emotionale Kapazität, so dass wir etwas fühlen können, was vorher nicht möglich war. Durch dieses bewusste Fühlen werden alte Emotionen verarbeitet, es wird tatsächlich eine Heilung vollzogen. Diese Strategie unterscheidet sich ganz wesentlich von anderen, in denen man sich runterregelt – durch Sport oder Schokolade oder was auch immer es braucht, um runterzukommen.

AM: Du empfiehlst in Deinem Buch, sich einen „Rucksack-Partner“ zu suchen, mit dem man regelmäßig dieses Entladen praktiziert. Wie würde das aussehen – sowohl beruflich, als auch privat?

VD: Das Wichtigste ist, dass es eine Person ist, bei der ich mich wohlfühle, bei der ein Grundvertrauen da ist. Das kann die beste Freundin sein, der Lebensgefährte, die Lieblingskollegin, aber auch jemand, mit dem ich in keinerlei Beziehung stehe. Das kann erstaunlich gut funktionieren. Es braucht jemanden, der das gleiche Interesse hat und dies auch regelmäßig praktizieren möchte. In Unternehmen hängt es tatsächlich von der Firmenkultur ab. Es gibt Firmen, da ist das Vertrauensniveau so niedrig, dass Menschen sich das nicht mal mit einem Kollegen oder einer Kollegin vorstellen können. Aber auch solche, wo es mit jedem oder jeder im Team möglich scheint. Da muss man ehrlich hinschauen, wer passt.

AM: Ich würde mich dann mit dem Kollegen darüber austauschen, was mich emotional aktiviert hat und der- oder diejenige würde genau hinschauen? Was war das, wo kommt das her, an was erinnert es mich?

VD: Das wäre sehr reflektierend, aber darum geht es gerade nicht, sondern ums Fühlen. Das bedeutet, dass die zuhörende Person unter Auflage der besonderen Vertraulichkeit eben nur zuhört. Die Person spricht mit niemand anderem darüber und spricht auch Dich nicht mehr darauf an. Das macht diesen Raum so besonders sicher. Und die Sicherheit ist deshalb so wichtig, weil ein Wechsel von der kognitiven auf die emotionale Ebene vollzogen werden muss. Das ist ein ganz anderer Teil unserer Persönlichkeit, unseres Bewusstseins und unseres Gehirns. Diesen Teil sprechen zu lassen, erfordert anfangs etwas Übung. Es kann eine Hilfestellung sein, sich vorzustellen, dass man dieser Emotion seine Stimme leiht. Das muss keinen Sinn ergeben, man musst damit nicht einverstanden sein, denn oft sind es ganz unreife Dinge, die da kommen, völlig unreflektiert oder kindlich. Die Emotionen sind genau da stehen gebleiben, wo sie nicht verarbeitet wurden.

AM: Was macht der Rucksack-Partner dann damit?

VD: Nichts – und genau das ist für die meisten Leute total ungewohnt. Der Partner gibt kein Feedback, lediglich Raum und damit Anteilnahme. Das ist am Anfang sehr irritierend, weil wir es gewohnt sind, auf Reaktion zu kommunizieren. Wir verstehen nicht, was das bringen soll, wenn der andere nichts sagt. Nach einer Weile wird uns klar, dass dies die viel größere Konfrontation ist, der größere Spiegel, wenn ich mir selbst zuhöre und auch alle Antworten gebe.

AM: Macht es denn Sinn, sich einen Rucksack-Partner für die alten Emotionen der Vergangenheit und einen für die aktuellen Emotionen zu suchen?

VD: Wenn ich heute aktiviert werde, dann basiert das immer auf der Vergangenheit. Wenn ich mich wirklich auf die emotionale Ebene einlasse und meiner inneren Zündschnur folge, dann tauche ich durch verschiedene Schichten meiner Emotionspäckchen, zum Beispiel von Wut in Angst in Trauer und zurück. Ich erlebe verschiedene Zeitebenen, Bilder von Situationen tauchen auf, in denen ich das schon mal gefühlt habe. Das können ganz frühkindliche Sachen, aber auch jüngere Erlebnisse sein. Ich kann also nicht zwischen meinem jetzigen und einem früheren Rucksack unterscheiden. Was ich ganz dringend empfehle, ist eine emotionale Hygiene also eine regelmäßige bewusste Entladung. Das Leben bietet ausreichend Aktivierungsmomente, um die ich mich kümmern kann, indem ich mir den nötigen Raum nehme. Wenn ich mir den Raum der bewussten Entladung nehme, dann zeigen sich die Dinge, die jetzt dran sind. Natürlich kann man auch mal eine Therapie machen, um Dinge genauer anzuschauen, aber man sollte nicht zum Selbstzweck im Rucksack rumstochern.

AM: Du hattest vorhin von dem Unterscheid zwischen Gefühlen und Emotionen gesprochen – kannst Du darauf nochmal eingehen?

VD: Für mich ist diese Unterscheidung wichtig und auch der Hinweis, dass diese Phänomene von Menschen unterschiedlich benannt werden. Wenn ich von Emotionen spreche, dann meine ich emotionale Altlasten, also nicht gefühlte Gefühle aus der Vergangenheit. Gefühle, die zum damaligen Zeitpunkt überwältigend für uns waren und deshalb nicht gefühlt werden konnten. Also haben wir sie zur späteren Verarbeitung in den emotionalen Rucksack gesteckt. Der Haken an dieser Strategie ist, dass die spätere Verarbeitung oft nicht passiert und wir unsere emotionale Kreditkarte immer wieder belasten, bis wir überschuldet sind. Gefühle entstehen im Gegensatz dazu direkt aus dem Moment heraus. Sie entstehen im Jetzt und beziehen sich auf das Jetzt. Sie entstehen durch die Interpretation einer Situation im Jetzt. Ein Beispiel: Ich komme zur Arbeit, eine wichtige Deadline steht an und die Hälfte des Teams ist nicht da. Ich interpretiere das möglicherweise falsch und dadurch erzeuge ich Wut. Diese Wut-Kraft, idealerweise ist sie eine Kraft, gibt mir Energie, um aktiv zu werden. Möglicherweise rufe ich alle an, um zu erfahren, was los ist, ich suche Ersatz für die Kollegen oder versuche mit Hochdruck alles selbst fertigzustellen. Was auch immer es ist, aber das ist die Funktion von Wut. Eine gesunde Wut-Kraft, ist danach aufgebraucht. Es hängt nichts mehr nach, ich trage keinen Groll mehr mit mir rum, ich bin nicht mehr aktiviert. Ein Gefühl in der Reinform, ist etwas sehr praktisches.

AM: Jetzt höre ich die Führungskräfte, die sagen: Die Kollegen sollen sich mit ihrer Arbeit beschäftigen. Wir haben keine Zeit, diese ganzen Emotionsfächer aufzumachen. Was sagst Du denen?

VD: Wir können es uns nicht mehr leisten, uns nicht darum zu kümmern, weil das viel mehr Zeit kostet. Wenn ich keine Zeit habe, meine Zähne zu putzen, sitze ich irgendwann um so länger beim Zahnarzt. Es gibt Dinge, in die man ausreichend Pflege investieren sollte. Beziehungs- und Kulturpflege gehören dazu. Aus meiner Sicht gibt es ein hohes Bewusstsein darüber, wie ineffizient Besprechungen oder Entscheidungsprozesse aufgrund emotionaler Inkompetenz sind. Viele Führungskräfte sind hochgradig frustriert über das Ausmaß, in dem diese Inkompetenz die Zusammenarbeit immer wieder blockiert.

AM: Ich danke Dir für diesen emotionalen Einblick und auch den Appell, Emotionen und Gefühle auf die Tagesordnungen zu setzen.

Tiefer einsteigen? „Der emotionale Rucksack: Wie wir mit ungesunden Gefühlen umgehen“ von Vivian Dittmar

 

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MPC-Podcast #10 – Mit Thomas Voigt

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Die Otto Group gilt als Benchmark in Sachen Kulturwandel im deutschsprachigen Raum. Kein Unternehmen dieser Größenordnung hat bisher einen solch tiefgreifenden internationalen Veränderungsprozess erfolgreich vollziehen können. Seit dreieinhalb Jahren beschäftigt das Thema bereits den Konzern und alle seine Tochterunternehmen. Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation, erzählt im Gespräch mit Andrea Montua von einem Prozess, bei dem Veränderung im Dialog gelebt wird.

Diese Fragen beantwortet der Podcast:

  • Wie startet man einen Transformationsprozess?
  • Warum führt erfolgreicher Kulturwandel zu mehr Wertschöpfung?
  • Warum ist Haltung auf dem Weg von so großer Bedeutung?
  • Wie sollte die Rolle von Kommunikatoren in Zukunft aussehen?

Hier geht’s zum Interview.

Miteinander reden statt Netz und doppeltem Boden

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Warum und wie Kommunikation uns Sicherheit gibt

Wir haben eine enge Beziehung zu unserem Job. Logisch eigentlich, schließlich will niemand mehr als zwei Drittel der Woche, des Monats, des Lebens (!) in einer schlechten Beziehung verbringen. Das bestätigt auch das Edelman Trust Barometer 2019, das von einer überraschend tiefen Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber berichtet. Und wir sind durchaus bereit, viel für diese Beziehung zu geben – vor allem gute Arbeit und Engagement. Das Verhältnis zueinander ist dann auf dem Prüfstand, wenn große oder auch kontinuierliche Veränderungen anstehen. Dann brauchen wir Sicherheit, wollen verstehen und nachvollziehen können, was passiert und warum. Denn bei den meisten Menschen bewirken Veränderungen erst einmal Chaos im präfrontalen Kortex, also da, wo das Zentrum unserer Fähigkeiten liegt. Wir sind vor Angst gelähmt, flüchten oder greifen an.

Was hilft? Kommunikation. Sie ist die neue Sicherheit, gibt uns Stabilität in unruhigen Zeiten, in denen Struktur und Strategie volatile Zeitgenossen sind. Dann schlägt in Unternehmen die große Stunde der internen Kommunikation. Sie nimmt eine gewichtige Rolle ein, wenn Mitarbeitern Ängste genommen werden und Verbundenheit vermittelt werden muss. „Menschen haben ein tief angelegtes Grundbedürfnis nach Verbundenheit“, bestätigt der Hirnforscher und Neuropsychiater Dr. Volker Busch. Wenn das Gefühl, verbunden zu sein verloren geht, werden in unserem Gehirn die gleichen Zentren aktiv, die uns Schmerz empfinden lassen.

Neben der Verbundenheit sind auch Verständnis, Sinn und Gestaltungsmöglichkeiten essenzielle Bedingungen, die erfüllt sein müssen, wenn Mitarbeiter gesund und arbeitsglücklich sein sollen. Dann sind sie in der Lage, so kreativ und agil zu arbeiten, wie es notwendig ist. Sie können neue Fähigkeiten erlernen, neu denken und sind offen für sich ändernde Aufgaben.

Wie kann ich als interne Kommunikation die Führungskräfte im Unternehmen unterstützen?

  • Führungskräftekommunikation ist ein ganz entscheidender Hebel, um die Arbeitsbedingungen optimal auszugestalten. In der Praxis hakt es oft, denn jeder Mensch setzt die Vorgaben anders um: Die eine Führungskraft kommuniziert intensiv, offen und umfassend, die andere hält davon nicht viel und gibt nur die subjektiv wichtigen Infos weiter. Deshalb sind unterstützende Unterlagen, in denen Entscheidungen und Entwicklungen gut aufbereitet sind, so unschätzbar wichtig. Die interne Kommunikation kann und sollte der Ort sein, an dem diese erstellt werden.
  • Als Kolleginnen und Kollegen bekommen Sie viel mit. Das bietet die Chance, schwelende Themen aufzuschnappen oder gar Ängste zu antizipieren. In Abstimmung mit den Führungskräften können Sie offene Formate entwickeln und etablieren, die den Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen, Gerüchte oder auch mal kritische Themen anzusprechen.
  • Neben diesen Maßnahmen, mit denen Sie eher „abholen“ und „auffangen“, sollte es auch motivierende und ermutigende Formate geben, die zum Beispiel die Innovationsfähigkeit im Unternehmen mobilisieren. Das können Kreativformate wie Barcamps oder Working Out Loud Sessions sein, in denen Frage- und Aufgabenstellungen in Teams bearbeitet werden oder auch Ideenwettbewerbe, die sich an den Unternehmenszielen ausrichten. Im Job mal über den Tellerrand des Alltags zu schauen, kann enorm energetisierend sein.
  • Möglichkeiten des Miteinanders, also Kollaboration und Austausch, lassen ebenfalls Verbundenheit entstehen. Ein Social Intranet, in dem Kolleginnen und Kollegen zur Community werden, schafft diese Möglichkeit. Wichtig ist, für jede Art der Information auch das passende Tool zu nutzen. Sind beispielsweise Hintergrundinformationen nötig, braucht es neben den digitalen oft weitere Formate. Kommen Sie mit Ihren Zielgruppen ins Gespräch und fragen sie, welche Wege gut sind.

Wenn offene Kommunikation zur Unternehmenssprache wird, kann Sicherheit einziehen. Führungskräfte werden mit diesem Ansatz auf jeden Fall gewinnen. Unterstützen Sie dabei, Mitarbeitern in Veränderungssituationen die Informationen und den Halt zu geben, den sie brauchen, um gern und engagiert (weiter) zu arbeiten.

Mehr zum Thema in unseren MPC-Podcasts mit Sebastian Purps-Pardigol und Dr. med. habil. Volker Busch

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Digital Leadership Summit in Köln: Unser Rückblick auf den Gipfel rund um die Zukunft von Arbeit und Führung

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Längst geht es nicht mehr darum, ob und wie die digitale Transformation kommt, sondern wie wir mit ihr umgehen. Wie bei allen Themen gibt es Vorreiter, bei denen man abschauen kann. Der vierte Digital Leadership Summit bot die perfekte Gelegenheit dazu. Unsere Kollegin Judith Götter war dabei:

Ein Tag voller inspirierender Rednerinnen und Redner, wertvollem Content und abwechslungsreichen Formaten. Die Themen Digital Organization, Digital Leadership, Digital Talent und Digital HR wurden mit hohem Praxisbezug präsentiert, Erfolge und Misserfolge geteilt und Start-ups aus der HR-Tech-Szene pitchten ihre Ideen.

Obwohl der Fokus auf HR-Themen lag, war auch die interne Kommunikation immer wieder mit von der Partie. Um erfolgreich in Richtung digitale Transformation und darüber hinweg zu schippern, braucht es schließlich eine integrierte Zusammenarbeit zwischen interner Kommunikation, HR und der Unternehmensführung.

Das nehme ich mit:

  • Digitale Transformation ist kein Ziel, das ein Unternehmen erreichen muss. Es ist eine Notwendigkeit, ein Mittel zum Zweck, um den aktuellen Herausforderungen begegnen zu können.
  • Sich hinter veralteten Strukturen zu verstecken und die Existenz der Digitalisierung zu verleugnen, ist definitiv der falsche Weg – aufwachen!
  • Innovation und Fortschritt brauchen Eigenverantwortung. Eigenverantwortung braucht Fehlerkultur. Fehlerkultur braucht Optimismus und Teamgeist.
  • Erfahrungen und Talente, die nachrücken, bieten starke Synergien.
  • Ohne passende Unternehmenskultur keine reibungslose digitale Transformation. Ergo: Vor der digitalen Transformation steht die kulturelle Transformation. Oder sie gehen sogar Hand in Hand.
  • Die interne Kommunikation muss Kulturwandel und Digitalstrategie vorantreiben, Expertenwissen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbinden. Sie sind mit HR und anderen relevanten Bereichen verknüpft und Treiber der digitalen Transformation. Der Dreiklang der digitalen Transformation: Kommunikation, HR, Unternehmensführung.
  • Methoden und Ideen: WOL, Purpose, Simplification, agile Methoden. Wir alle haben davon gehört, sollten dies nun aber in allen Facetten ernst nehmen und den Schritt wagen, sie auszuprobieren.
  • Der Weg zu neuer Unternehmenskultur und digitaler Transformation führt über Leadership. Der Mensch braucht Vorbilder, egal ob in hierarchisch geprägten Unternehmen oder in der New Work und Start-up-Welt.
  • Leadership im digitalen Zeitalter bedeutet: Wissen, wann man als Führungskraft in den Vordergrund treten soll und wann es reicht, im Hintergrund zu bleiben. Ergo: Macht dezentralisieren wenn möglich, Macht zentralisieren wenn nötig.
  • Time to evolve – Lust an Veränderung schaffen. Agilität nicht einführen, um agil zu sein. Digitalisierung nicht anstreben, um digital zu sein. Struktur rules.
  • Aufgabe von HR und IK: Transparenz schaffen, gesunde Fehlerkultur fördern, Erfolgsstories als Vorbilder kommunizieren, Wissen teilen und das „Wir“ stärken. Leadership lebt genau das vor.

Eine Zusammenfassung aus Sicht der Moderatorinnen und Moderatoren des vierten Digital Leadership Summits finden Sie HIER.

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Echolot-Kolumne: Mach, was zu Dir passt!

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Hand auf’s Herz – werden Sie und die Führungskräfte Ihres Unternehmens so gesehen, wie Sie es sich wünschen? Nehmen die Kolleginnen und Kollegen Sie als Person wahr, die Veränderungen im Unternehmen vorantreibt und vorlebt? Und kennen Sie überhaupt die Möglichkeiten, die eine gelungene Positionierung von Führungskräften mit sich bringen kann?

Wie Führungskräfte die positive Kraft einer erfolgreichen Positionierung nutzen, beschreibt Andrea Montua in unserer aktuellen Echolot-Kolumne auf pressesprecher.com.

 

Copyright Aufmacherbild: Wade Lambert / Unsplash

Talk to me! Anforderungen der Generation Y an die interne Kommunikation

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Selbstverwirklichung und Freiheit, sinnstiftende Arbeit, die vor allem Spaß macht – das sind die zentralen Anforderungen der Generation Y an ihren Arbeitsplatz. Werden diese nicht erfüllt, folgt schnell mal ein Wechsel des Arbeitgebers. Wie kann die interne Kommunikation hier entgegenwirken und das Commitment der Mitarbeiter fördern?

Zur Generation der sogenannten „Millennials“ zählen alle, die in den Jahren 1982-2004 geboren wurden. Sie befinden sich derzeit meist am Anfang oder im ersten Drittel ihrer Karriere und werden in Zukunft die Mehrheit der Arbeitnehmerschaft ausmachen. Entsprechend lohnt sich ein Blick auf ihre Anforderungen an die Kommunikation und vor allem auf das besondere Informationsbedürfnis dieser Gruppe. Genau das untersucht eine aktuelle Studie aus den USA. Die Forscher haben hierzu eine Online-Umfrage mit über 500 Befragten im Alter von 19-32 Jahren durchgeführt.

Wir haben Ihnen daraus die fünf wichtigsten Tipps für erfolgreiche interne Kommunikation mit der Generation Y zusammengefasst:

  1. Die eigene Rolle innerhalb der Organisation klar machen: Identifikation fördern

Auch wenn Freiheit und Selbstverwirklichung zu den Werten der Generation Y zählen – für eine sinnstiftende Arbeit braucht es unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Was ist ihre Aufgabe? Und was ist der Beitrag zum großen Ganzen? Diese Wegweiser motivieren, stärken das Engagement und führen zu mehr Verbundenheit.

  1. Informationen über Unternehmensziele und Strategie zur Verfügung stellen

Mitarbeiter der Generation Y haben ein besonderes Informationsbedürfnis. Dieses zeichnet sich vor allem durch ihre Erwartung aus, dass jede Information mit ihnen geteilt wird, und zwar unabhängig von ihrer Position in der Organisation. Sie bevorzugen daher eine offene Kommunikation mit ausreichenden und regelmäßigen Informationen sowohl zu unternehmensbezogenen als auch individuellen Themen.

  1. Sicherstellen, dass Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen

Millennials haben zudem ein verstärktes Bedürfnis nach Anerkennung und legen viel Wert auf Wertschätzung seitens des Vorgesetzten und der Kollegen. Wird sie Ihnen entgegengebracht, wenden sie sich verstärkt ihrer Arbeitsaufgabe zu und fühlen sich mit ihrem Arbeitgeber verbunden. Millennials zeichnen sich zudem durch einen ausgeprägten Teamgeist aus und schätzen daher generell auch die Unterstützung durch ihre Kollegen.

  1. Feedback zur Arbeitsleistung geben

Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Beurteilung ihrer eigenen Arbeit in Form von Feedback. Generell arbeiten Millennials gerne in einem Umfeld offener Feedbackkultur. Hierbei geht es ihnen nicht nur um die Wertschätzung ihrer Arbeit, sondern vor allem auch um die Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung.

  1. Arbeitnehmern eine Stimme geben

Zudem will die Generation Y gerne in Prozesse eingebunden werden und schätzen eine partizipative Mitarbeiterkommunikation. Ein offener Austausch von Ideen, Themen und Meinungen ist für sie von hoher Bedeutung. Neue Formate des agilen Arbeitens und entsprechende Tools fördern und fordern die Kreativität.

Den Ergebnissen der Studie von Walden, Jung & Westermann (2017) zufolge trägt eine Mitarbeiterkommunikation, die sich nach diesen fünf Punkten richtet, zum beruflichen Engagement der Generation Y bei und steigert deren Commitment. Um also eine langfristige Bindung der Mitarbeiter dieser Generation zu erreichen, sollte die interne Kommunikation dies in ihre Kommunikationsstrategie integrieren und in ihrer Arbeit berücksichtigen. Wenn das gelingt, kann der eingangs angesprochene Arbeitswechsel womöglich vermieden werden.

Weiterlesen bei: Walden, J., Jung, E. H., & Westerman, C. Y. (2017). Employee communication, job engagement, and organizational commitment: A study of members of the Millennial Generation. Journal of Public Relations Research, 2017(29), 73-89.

Ein Gastbeitrag von Marina Hubert (27). Sie studiert Kommunikationsmanagement an der Universität Hohenheim und schreibt aktuell ihre Masterarbeit zum Thema „Megatrends und Interne Kommunikation im Wandel“.

Copyright Aufmacherbild: Unsplash/Morvanic Lee

Holt die Werte aus der Schublade

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Bei unserer Arbeit in den Unternehmen kommen wir tagtäglich mit Werten in Kontakt: mit frisch formulierten, fantastischen, mit wenig gelebten, mit viel gelobten, mit hochtrabenden und auch mal phrasenhaften. Ein Unternehmen ist eine Wertegemeinschaft und sollte als solche auch aktiv die erstrebenswerten und kollektiven Werte formulieren. Denn konkrete Wertvorstellungen erzeugen priorisierendes Denken, Fühlen und Handeln, ausgerichtet auf die wichtigen Aspekte im Leben. Langfristig kann dadurch eine wertvolle Kultur entstehen, sofern die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Werte leben.

Auch wir bei MontuaPartner Communications haben unsere gemeinsamen Werte formuliert und arbeiten daran, diese täglich und im Umgang mit unseren Kunden zu integrieren. Natürlich ist das kein Selbstgänger und erfordert ständige Erneuerung und Bestätigung. Jeder Mensch bringt Denk- und Handlungsmuster, Glaubenssätze und Charaktereigenschaften mit, die sich mit den formulierten Unternehmenswerten mischen.

Eine interne Kommunikation sollte deshalb die Werte eines Unternehmens immer wieder und immer kreativ implementieren. Positive Beispiele, Vorbilder und Geschichten helfen dabei, Regelmäßigkeit sorgt dafür, dass Werte tatsächlich gelebt und nicht nur einmalig gelesen werden.

Das haben wir gerade getan und einige unserer Kolleginnen und Kollegen für diesen Blog gebeten zu beschreiben, was unsere Werte für sie persönlich bedeuten. Ein Einblick in unsere MontuaPartner-Kultur und ein Plädoyer für gelebte Werte. Am Ende haben wir noch drei Ideen für Ihren internen Werte-Boost versprüht.

Maike

Vertrauensvolles Miteinander

Ein vertrauensvolles Miteinander am Arbeitsplatz ist aus vielen Gründen essenziell und Voraussetzung für produktives Arbeiten. Ist kein Vertrauen zwischen MitarbeiterInnen und auch Führungskräften vorhanden, behindert es auf mehreren Ebenen. Fehler werden nicht thematisiert oder unter den Tisch gekehrt, Misstrauen führt zu Frust und lenkt von der eigentlichen Arbeit ab. Als Teil eines Teams möchten wir uns willkommen und ernst genommen fühlen; es muss möglich sein, konstruktive Kritik zu senden und zu empfangen, um Missstimmung vorzubeugen.

Sich den KollegInnen gegenüber öffnen zu können; Sorgen, Nöte, aber auch Freude und Stolz teilen zu können gehören für mich in einem guten Team dazu. Nur dann kann ich entspannt agieren und mich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren, ohne von störenden Gefühlen abgelenkt zu sein.

Ursula

Positive Einstellung

Drei Worte, die viel verändern können: Ja. Ich. Will. Meint man sie ernst, haben sie einen starken Einfluss auf die Wirkung und den Erfolg unseres Handelns, nach innen und nach außen. Mit positiver Einstellung versuchen wir, eine bejahende Haltung einzunehmen – zum Leben, zu den Menschen und zu dem, was wir tun. Ein wichtiges Indiz dafür ist die Kommunikation. Sie zeigt nur allzu deutlich, wie wir zu einer Sache oder einer Person stehen. Ein Wort, eine Formulierung, eine Betonung, eine Geste, ein Geräusch können vernichten und demotivieren oder Energie und Lust fördern. Wir wollen zweiteres.

Sind wir deshalb ein Haufen langweiliger Ja-Sager? Nein. Wir behalten uns unseren kritischen Blick, ziehen Grenzen und ja, auch wir sind normale Menschen, die einfach mal schlecht drauf sind oder partout keine Lust auf Dieses oder Jenes haben. Aber mit dem Bemühen um eine grundsätzlich positive Einstellung erscheint vieles in einem anderen Licht. Klingt banal? Ist es aber nicht. Dennoch zeigt es Wirkung. Im Miteinander, in der Zufriedenheit und in den Ergebnissen.

Christian

Nachvollziehbarkeit

Ehrlichkeit alleine macht noch keinen guten Berater aus. Ich muss nicht nur ehrlich, sondern auch nachvollziehbar sein. Wenn ich einen Kunden von einer Idee überzeugen möchte, muss er sie verstehen und nachvollziehen können. Denn häufig müssen unsere Kontaktpersonen in ihrem Unternehmen die Relevanz der internen Kommunikation aufzeigen oder die Kolleginnen und Kollegen für ihre Projekte erwärmen. Gerade im Kommunikationsbereich, wo Entscheider selten mit „harten Zahlen“ überzeugt werden können, ist Nachvollziehbarkeit deswegen besonders wichtig.

Auch in unserem Team ist Nachvollziehbarkeit zentral. Unsere Arbeit und unser konkretes Vorgehen müssen für alle einleuchtend sein, damit wir an einem Strang ziehen. Dabei müssen wir nicht zwangsläufig einer Meinung sein, aber wenn unsere Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind, ist Unzufriedenheit im Team vorprogrammiert.

Carolin

Mut

Wenn schon Werte, dann bitte auch gelebte. Mut ist eine wichtige Grundvoraussetzung dafür: Ohne den Mut, nach hochgesteckten Zielen zu streben, würde sich niemand von uns weiterentwickeln. Dann bleibt die schönste Formulierung doch nur ein Wunschzettel und wird keine Leitplanke fürs tägliche Leben. Und gerade, wenn es mal nicht so läuft, bedarf es Mut, sich auf die postulierten Werte zu berufen. Nur so wird aus verschriftlichtem Wunschdenken Schritt für Schritt Realität. Auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden braucht es Mut, Meinungen und teils auch ungewöhnliche Ansätze zu vertreten, um Kommunikation (wieder) zu beleben. Das gelingt viel leichter, wenn man sich im Team gegenseitig den Rücken stärken kann. Da ist es ein Glück, dass bei uns alle mehr Mutmacher als Einzelkämpfer sind.

Judith

Leidenschaft

Was uns bei MPC verbindet, ist die Leidenschaft für interne Kommunikation und Change. Diese Leidenschaft tragen wir zu unseren Kunden, um gemeinsam Größeres zu bewirken und um auch bei ihnen diese Begeisterung (neu) zu entfachen. Wir wollen anstecken, auch wenn es mal schwieriger und komplexer wird. Dabei ist nicht nur die interne Kommunikation selbst eine Leidenschaft, wir sehen in ihr auch die Funktion, die Leidenschaft für das eigene Unternehmen zu fördern und zu verbreiten.

Sophie

Haltung

Wir zeigen Haltung nach innen und nach außen. Denn wenn wir unsere Haltung nicht auch nach innen zeigen, können wir sie auch nach außen nicht ehrlich vertreten. Unter Haltung verstehen wir, uns nicht verbiegen zu lassen und unsere Meinung zu vertreten. Gleichzeitig aber auch unserem Gegenüber aufmerksam zuhören. Wir wissen, dass jeder in einem anderen Kontext lebt und unterschiedlich ist. Genau diese Unterschiede wollen wir nutzen – als Beginn, Spiegel oder Inspiration für unser eigenes Handeln. Denn nur so können wir in unserem täglichen Miteinander die Bedürfnisse und Wünsche des anderen wahrnehmen.

Gaby

Ehrlichkeit

Wer ehrlich ist, sagt das, was er meint und nicht unbedingt das, was der andere hören möchte. Klingt unbequem und ist es an so mancher Stelle auch. Schließlich läuft man Gefahr, sich unbeliebt zu machen, mit einer Meinung allein dazustehen, vielleicht sogar den Vorwurf zu hören, mit dem eingebrachten Einwand einen laufenden Prozess auszubremsen. Es gehört also eine gewisse Portion Mut zur Ehrlichkeit dazu: Wir bei MPC ermutigen uns untereinander immer wieder dazu, weil wir überzeugt davon sind, dass wir nur über ehrliches Handeln und Kommunizieren die richtigen Antworten auf die Fragen unserer Kunden finden.

Ehrlichkeit ist keine Einbahnstraße. Sie braucht den Dialog – ehrlich und offen. Das finden wir erstrebenswert, denn nur wer sich öffnet, ist offen für Veränderung und Weiterentwicklung.

Andrea

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist die Basis unseres werteorientierten Handelns. Jeder Kollege, jede Kollegin und jeder Kunde ist anders und sollte neu entdeckt werden. Dabei lassen wir uns ganz bewusst auf die jeweilige Kultur und die daraus entstehenden Bedürfnisse eines Unternehmens ein. Wir sind aufmerksam für die Menschen, mit denen wir arbeiten und nehmen uns Zeit für die ganz individuellen Aufgaben, die uns gestellt werden. In unserem Team passen wir aufeinander auf. Nur so können wir das hohe Leistungsniveau halten und jeder bekommt den Raum, um persönlich zu wachsen.

Und jetzt sind Sie dran – es gibt viele Gründe, Ihre Unternehmenswerte mal wieder intern in Erinnerung zu rufen. Jeder Kanal, jedes Format kann dafür genutzt werden. Versuchen Sie, Kolleginnen und Kollegen einzubinden und lassen sie ihre oder eine Geschichte erzählen. So werden Werte anfassbar, erlebbar und bleiben nicht im Abstrakten. Die Geschäftsführung sollte immer voran gehen. Sie ist Vorbild für alle und darf von Ihnen auch als solches voran gestellt und in Szene gesetzt werden.

Drei Quickwins für Ihren Werte-Boost:  

  • Eine Woche, ein Wert: Rufen Sie unternehmensweite Wertewochen aus: Einzelne Arbeitswochen stehen im Zeichen eines Wertes und werden im Tagesgeschäft thematisiert. Führungskräfte können Tools an die Hand bekommen, um in Team-Routinen die Werte auf die Tagesordnung zu heben.
  • Zehn Werte, zehn Karten: Zum Beispiel coole „Wertekarten“, mit denen die Teammitglieder aufgefordert werden, sich mit einem Wert auseinanderzusetzen und ihre Gedanken zu teilen. Wertekarten können auch untereinander vergeben werden, um gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung auszudrücken.
  • Ein Wert, zehn Stimmen: Flankierend produzieren Sie eine Serie im Intranet, in der MAZ oder der App, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Geschäftsführung Statements zu den Werten abgeben. Kurze und knackige Testimonials, die den Werten ein Gesicht geben.

 

Copyright Aufmacherbild: Joey Graham / Unsplash

Echolot-Kolumne: Wenn es gut werden soll

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Wenn Führungskräfte plötzlich mehr sein müssen, als Vorgesetzte, brauchen sie Unterstützer. Coachings sind ein probates Mittel, um eigene Verhaltens- und Kommunikationsmuster zu erkennen und zu verbessern. Interne Kommunikatoren können den Bedarf für Coachings aufzeigen und den Prozess unterstützen.

Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Echolot-Kolumne auf pressesprecher.com.

Copyright Aufmacherbild: Markus Spiske / Unsplash

Was bist du groß geworden!

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IK-Trends 2019

/ 2018 ist das Jahr, in dem die Interne Kommunikation erwachsen geworden ist. Transformation und Veränderungsvielfalt sei Dank. Selbst Vorstände und Geschäftsführer nehmen sie mittlerweile ernst, sie darf mit am Tisch der „Großen“ sitzen und ihre Meinung hat mehr und mehr Gewicht. Eine Entwicklung, die uns bei MontuaPartner Communications natürlich sehr freut – auch und gerade, weil wir mit unserer Arbeit einen Beitrag dazu leisten dürfen. Wir haben zum Jahresende bei den Experten unseres Teams nachgefragt, wo Interne Kommunikation und Change gerade stehen – was bleibt, was kommt und was geht?

Wir sehen uns wieder – diese Themen bleiben

  • Veränderungen: sind und bleiben in aller Munde. Ein Ende der professionellen Begleitung von kleinen und großen Transformationsprozessen ist nicht abzusehen, deshalb müssen wir IK- und HR-Kollegen noch kreativer und gezielter damit umgehen. Kommunikation mit und für Mitarbeiter und Führungskräfte bleibt der entscheidende Hebel, um die Menschen im Unternehmen auf dieser turbulenten Reise mitzunehmen. Nur wer Veränderungen versteht und einordnen kann, wird ihnen gelassen und zuversichtlich begegnen – sie idealerweise sogar mitgestalten wollen. In Zeiten von demokratischem Führungsverständnis und neuen Formen des Zusammenarbeitens ist die IK Lieferant für Hintergründe.
  • Digital first: Apps, Blogs, Vlogs, interaktives Gaming, eMagazine – die Bandbreite ist groß und die Unternehmen probieren vieles aus. Was aber alle vereint und leiten sollte ist, dass jeder Schritt in die Digitalisierung einen Schritt ins Zwischenmenschliche, Persönliche, nach sich zieht.
  • Face-to-Face: Der Digital-Trend ist untrennbar mit der Gegenbewegung verknüpft – einer Bewegung hin zu mehr Persönlichem und zu Nähe. Ein sicheres Indiz: Papier-Planer feiern im Zeitalter der digitalen To-do-Liste gerade ein Revival.
  • Mitarbeiter-App: Als internes Medium wird sie ihre Position behaupten und sogar noch an Bedeutung gewinnen. Vielleicht kann und wird sie dem (Social) Intranet mehr und mehr den Rang ablaufen? Die vielen Vorteile für schwer erreichbare Mitarbeiter sind einfach riesig.
  • New Work: Was mancherorts bisher nur testweise in Projektteams geprobt wurde, wird zum unternehmensweiten Change. Diesen Prozess muss die IK langfristig und kreativ begleiten. Während einige Kollegen direkt in der neuen Struktur zuhause sind, machen sich andere gerade erst auf den Weg.


Herzlich willkommen – das erwartet uns

  • Tempo: Die Interne Kommunikation wird noch relevanter, schneller und intensiver werden – analog zu der anhaltenden Phase, die von Change und Transformation bestimmt ist und deren Geschwindigkeit noch zunimmt. Dabei dürfen neben relevanten Inhalten auch spielerische Elemente Einzug halten und…Humor!
  • Agilität: In jeglicher Ausprägung und für unterschiedlichste Gruppen im Unternehmen. Die Themen eLearning, Selbstorganisation, Working Out Loud (angeblich arbeitet bereits jedes DAX-Unternehmen mit WOL), digitale Anwendungen und vernetzte Mitarbeiter werden ganz nach oben schwimmen. Immer mehr Unternehmen handeln im Change zukünftig in drei Kategorien: Toolset (Anwendungen, Plattformen, Apps), Mindset (Kultur, Lernfähigkeit, Kreativität), Skillset (Trainings, eLearning, agile Methoden).
  • Bewegung: Die IK traut sich mehr zu, wird mutiger und wagt den Schritt zu bewegten Formaten. Vodcasts werden ein wichtiger Kanal, der informiert und unterhält, der bei den Mitarbeitern ankommt und zum schnelleren Tempo passt.
  • Professionalisierung: IK-Professionals werden händeringend gesucht, die Nachfrage steigt mit den immer komplexeren Aufgaben, die bewältigt werden müssen. Die Angebote für Aus-, Fort- und Weiterbildung nehmen entsprechend zu. Gut so!

Danke, wir sagen (langsam) Tschüß!

  • MAZ: Die Mitarbeiterzeitschrift ist weiter auf dem Rückzug, weil Apps und das „mobile Intranet“ einfach immer wichtiger werden. Obwohl die MAZ unbestritten imageprägend ist und Wertschätzung vermittelt, verzichten Unternehmen zunehmend darauf – zugunsten schneller, digitaler Kanäle.
  • Masse: Weniger ist mehr, wenn man die Mitarbeiter wirklich erreichen will. Also werden einige Kommunikationskanäle und -inhalte gehen müssen. Nicht dass, sondern wie kommuniziert wird, wird zunehmend wichtig. Endlich.

 

Es wird also alles andere als langweilig werden, in der Internen Kommunikation. Überrascht uns das? Nicht wirklich, denn schließlich haben wir es täglich mit Menschen zu tun, mit ihren Vorstellungen, Ideen und Wünschen. Wir bei MontuaPartner freuen uns auf die Entwicklungen im neuen Jahr. Einen ganz wichtigen Trend, die Professionalisierung der Internen Kommunikation, haben wir bereits aufgegriffen: Als Dozenten der „Intensivausbildung Interne Kommunikation und Change”, die 2019 erstmalig von der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR) angeboten wird, sorgen wir mit zahlreichen weiteren Kollegen dafür, dass die Qualität den Trends in Sachen IK & Change Rechnung trägt.

Copyright Aufmacherbild: Samuel Zeller / Unsplash

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