Der Leser mag’s gemischt. 9 goldene Regeln für gute Texte

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Ob in MAZ, Blog, Unternehmens-App – was immer ein Unternehmen schriftlich kommuniziert, sollte ankommen. Und das am besten mit Genuss. Denn jeder Text, der den Leser nicht in den ersten Zeilen anspricht (und im Idealfall bis zum Ende bei Laune hält), ist ein Verlust. Ein Verlust von Ressourcen (Zeit, Geld), von Interesse und von Attraktivität des jeweiligen Mediums.

Wer also seine Text-Aufgaben an einen Profi delegiert, ist klar im Vorteil. Doch auch Talente aus den eigenen Reihen haben Förderung verdient. Das gelingt mit Workshops zu den Grundlagen des Schreibens plus viel Übung in der Praxis. Denn wenngleich großartiges Schreiben eine Kunst ist und die Muse nicht jeden mit gleicher Leidenschaft küsst, können doch einige elementare Regeln dabei helfen, aus jedem schriftlichen Ausdruck mehr zu machen als nur den Versuch einer Verständigung.

Die 9 goldenen Regeln für gute Texte

  1. Das Wichtigste steht am Anfang. Immer. In jedem Text. Im Newsletter. Im Blog. Überall.
  2. In 9 von 10 Fällen ist die Aktivform der Passivkonstruktion überlegen.
    „Das dritte Tor wurde von Manuel Neuer geschossen“ ist schlecht.
    „Manuel Neuer schoss das dritte Tor“ ist besser.
  3. Wer ständig das Wort „man“ benutzt, ist entweder schlampig, feige oder ahnungslos. In 9 von 10 Fällen sollte, nein: muss der Autor sein „man“ durch ein Subjekt ersetzen.
  4. Keine Superlative!
  5. Nichts spricht gegen längere Sätze, solange sie solide gebaut sind. Gegen kurze Sätze spricht auch nichts. Der Leser mag’s gemischt. Wer Grammatik beherrscht wie Thomas Mann, darf mehr als drei Zeilen schreiben. Der Rest von uns bleibt unter drei Zeilen Satz und trennt, sobald er einen Relativsatz beginnt, den Satz in mehrere Sätze auf.
    Also: Der Rest von uns bleibt unter 3 Zeilen Satz. Sobald er einen Relativsatz beginnt, trennt er ihn in zwei Sätze auf. Damit erspart er sich auch lästige Kommaregeln.
  6. Kein Fachjargon, keine bemühte Sprache, um einer bestimmten Leserschaft gefallen zu wollen. Plappert beispielsweise ein Musikkritiker von „sägenden Gitarren“, „Frontmännern“ oder „Acts“, gehört er genauso gescholten wie der Filmkritiker, der von „atmosphärischer Dichte“ oder „cineastischer Umsetzung“ schwadroniert. Und ja: Bullshit Bingo aus dem Unternehmenssprachgebrauch gehört in dieselbe schmachvolle Ecke.
  7. Ein Autor sollte seine Texte aufs Skelett reduzieren und jedes überflüssige Wort weglassen.
    Das gilt besonders für Adjektive. Oft will ein Autor nur eine Seite füllen, Bildung vortäuschen oder Originalität erzwingen. Dazu gebrauchen zum Beispiel Kulturjournalisten (aber nicht nur sie) gern eines oder mehrere der folgenden ausgelaugten oder verblasenen Wörter:
    mitnichten, profan, nichtsdestotrotz, Fan-Gemeinde, tanzbar, Ami-Land, Gefilde, Gemüter, Mastermind, Schreiberling, dankenswerterweise, archaisch, mutieren, freilich, goutieren, subtil, respektive, nölen, zweifelsohne, schnöde, permanent, schlechthin, vielschichtig, subversiv, rührig, sic!, spätpubertär, Berufsjugendlicher, dröge, fleischgeworden, Klientel, durchaus, Kultstar (-figur, -film etc.) schlechterdings, im Grunde, eigentlich.
    Machen Sie das besser als der sogenannte Kulturjournalist.
  8. Hauptsachen in Hauptsätze, Nebensachen in Nebensätze (nicht umgekehrt). „Ich möchte darauf hinweisen, dass der Newsletter gelungen ist.“ unterliegt „Der Newsletter ist gelungen, möchte ich betonen.“
  9. Konkret schreiben, Aussagen untermauern, präzise Zahlen und Fakten liefern, anstatt nur zu behaupten.
    „Wir bieten Ihnen eines der größten Fachartikel-Archive. Tausende Beiträge warten auf Sie. Damit sparen Sie bares Geld.“ unterliegt: „Zugreifen: 36.000 Fachartikel – täglich kommen mehr als 150 hinzu. So sparen Sie monatlich 32,56 €.“

Damit Sie sich und anderen eine hübsch analoge Erinnerung an diese Regeln an die Wand hängen können, haben wir Ihnen diese Regeln apart gestaltet als PDF zum Download hinterlegt. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg beim Schreiben.

Sie wissen trotzdem noch nicht, wie anfangen, fortfahren und enden? Dann kommen wir zurück zur Empfehlung eines Schreibseminars.

Copyright: Alvaro Serrano, Unsplash

Erfolgsfaktor Unternehmenskultur

Die eigene Kultur ist ein Schlüsselfaktor für herausragende Unternehmensleistungen. Darin sind sich Management-Ratgeber und Organisationsforscher seit den 1950er-Jahren einig. Aber welchen Einfluss hat die Kultur noch angesichts eines rasanten anhaltenden wirtschaftlichen Wandels? Welchen Wert und Bestand hat sie in einem Umfeld, in dem Start-ups angestammte Märkte erobern, Geschäftsmodelle ständig neue Anpassungen benötigen, Krisen keine Seltenheit mehr sind? Und welche Kulturmerkmale sind für die positive Entwicklung eines Unternehmens ausschlaggebend?

Fragen, auf die eine Studie der Bertelsmann Stiftung schon 2016 Antworten suchte. In „Neue Perspektiven zum nachhaltigen Erfolg durch Unternehmenskultur“ konnten die Autoren Hannah Möltner, Juliane Göke, Christian Jung und Michèle Corner auf die 2003 erschienene Bertelsmann-Studie „Unternehmenskultur und Führungsverhalten als Erfolgsfaktor“ aufbauen.

Für ihr Update zum Einfluss der Kultur auf den Unternehmenserfolg nahmen die Autoren die damals ausgezeichneten Unternehmen BASF, B. Braun, BMW Group, Henkel, Hilti, ING-DiBa und Nestlé neu unter die Lupe. Dabei fokussierten sie auf 8 erfolgsunterstützende Kulturfaktoren:

  1. Konzentration auf Kernwerte und stringente Umsetzung von Strategien
  2. Professionalisierung und Kontinuität der Führung
  3. Gefestigtes Zusammenspiel zwischen Gesellschaftern, Aufsichtsrat, Vorstand und Arbeitnehmervertretern
  4. Rückhalt durch langfristige Eigentümerinteressen
  5. Integrationsfähigkeit von Menschen, Marken und Märkten
  6. Integrität durch Konsequenz bei Verstößen gegen Grundwerte
  7. Nutzung von Krisen als Chance für Veränderung
  8. Offenheit und Freiräume für Innovation

Gemeinsam haben alle betrachteten – wirtschaftlich weiterhin erfolgreichen – Unternehmen ihre starke Ziel- und Werteorientierung. Besonders spannend und erkenntnisreich sind die individuellen Fallstudien. Sie beschreiben die Entwicklungen in jedem der Unternehmen über die vergangenen 10 Jahre hinweg und bergen wertvolle Hinweise.

Die gesamte Studie finden Sie hier.

Copyright Aufmacher: Yuriy Rzhemovskiy