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Talk to me! Anforderungen der Generation Y an die interne Kommunikation

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Selbstverwirklichung und Freiheit, sinnstiftende Arbeit, die vor allem Spaß macht – das sind die zentralen Anforderungen der Generation Y an ihren Arbeitsplatz. Werden diese nicht erfüllt, folgt schnell mal ein Wechsel des Arbeitgebers. Wie kann die interne Kommunikation hier entgegenwirken und das Commitment der Mitarbeiter fördern?

Zur Generation der sogenannten „Millennials“ zählen alle, die in den Jahren 1982-2004 geboren wurden. Sie befinden sich derzeit meist am Anfang oder im ersten Drittel ihrer Karriere und werden in Zukunft die Mehrheit der Arbeitnehmerschaft ausmachen. Entsprechend lohnt sich ein Blick auf ihre Anforderungen an die Kommunikation und vor allem auf das besondere Informationsbedürfnis dieser Gruppe. Genau das untersucht eine aktuelle Studie aus den USA. Die Forscher haben hierzu eine Online-Umfrage mit über 500 Befragten im Alter von 19-32 Jahren durchgeführt.

Wir haben Ihnen daraus die fünf wichtigsten Tipps für erfolgreiche interne Kommunikation mit der Generation Y zusammengefasst:

  1. Die eigene Rolle innerhalb der Organisation klar machen: Identifikation fördern

Auch wenn Freiheit und Selbstverwirklichung zu den Werten der Generation Y zählen – für eine sinnstiftende Arbeit braucht es unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Was ist ihre Aufgabe? Und was ist der Beitrag zum großen Ganzen? Diese Wegweiser motivieren, stärken das Engagement und führen zu mehr Verbundenheit.

  1. Informationen über Unternehmensziele und Strategie zur Verfügung stellen

Mitarbeiter der Generation Y haben ein besonderes Informationsbedürfnis. Dieses zeichnet sich vor allem durch ihre Erwartung aus, dass jede Information mit ihnen geteilt wird, und zwar unabhängig von ihrer Position in der Organisation. Sie bevorzugen daher eine offene Kommunikation mit ausreichenden und regelmäßigen Informationen sowohl zu unternehmensbezogenen als auch individuellen Themen.

  1. Sicherstellen, dass Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen

Millennials haben zudem ein verstärktes Bedürfnis nach Anerkennung und legen viel Wert auf Wertschätzung seitens des Vorgesetzten und der Kollegen. Wird sie Ihnen entgegengebracht, wenden sie sich verstärkt ihrer Arbeitsaufgabe zu und fühlen sich mit ihrem Arbeitgeber verbunden. Millennials zeichnen sich zudem durch einen ausgeprägten Teamgeist aus und schätzen daher generell auch die Unterstützung durch ihre Kollegen.

  1. Feedback zur Arbeitsleistung geben

Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Beurteilung ihrer eigenen Arbeit in Form von Feedback. Generell arbeiten Millennials gerne in einem Umfeld offener Feedbackkultur. Hierbei geht es ihnen nicht nur um die Wertschätzung ihrer Arbeit, sondern vor allem auch um die Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung.

  1. Arbeitnehmern eine Stimme geben

Zudem will die Generation Y gerne in Prozesse eingebunden werden und schätzen eine partizipative Mitarbeiterkommunikation. Ein offener Austausch von Ideen, Themen und Meinungen ist für sie von hoher Bedeutung. Neue Formate des agilen Arbeitens und entsprechende Tools fördern und fordern die Kreativität.

Den Ergebnissen der Studie von Walden, Jung & Westermann (2017) zufolge trägt eine Mitarbeiterkommunikation, die sich nach diesen fünf Punkten richtet, zum beruflichen Engagement der Generation Y bei und steigert deren Commitment. Um also eine langfristige Bindung der Mitarbeiter dieser Generation zu erreichen, sollte die interne Kommunikation dies in ihre Kommunikationsstrategie integrieren und in ihrer Arbeit berücksichtigen. Wenn das gelingt, kann der eingangs angesprochene Arbeitswechsel womöglich vermieden werden.

Weiterlesen bei: Walden, J., Jung, E. H., & Westerman, C. Y. (2017). Employee communication, job engagement, and organizational commitment: A study of members of the Millennial Generation. Journal of Public Relations Research, 2017(29), 73-89.

Ein Gastbeitrag von Marina Hubert (27). Sie studiert Kommunikationsmanagement an der Universität Hohenheim und schreibt aktuell ihre Masterarbeit zum Thema „Megatrends und Interne Kommunikation im Wandel“.

Copyright Aufmacherbild: Unsplash/Morvanic Lee

Speak up! Interne Influencer können starke Stimmen sein

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Wie stark Influencer sein können, wissen wir spätestens seit letzter Woche – da wirbelt einer mal eben den gesamten Europawahlkampf durcheinander. Offenbar haben viele Unternehmen diese Kraft längst erkannt und nutzen sie auch. Belege liefert eine Studie von news aktuell und Faktenkontor: Fast jeder zweite Befragte aus der Unternehmenskommunikation setzt inzwischen auf den Einfluss von Corporate Influencern. Klar, dass die firmeneigenen Markenbotschafter willkommene Unterstützer sind, wenn es um Meinungsbildung, Employer Branding und mehr Reichweite geht. Was draußen geht, fängt drinnen an. Corporate Influencer fallen nicht vom Himmel, sie wachsen und entwickeln sich aus einer inspirierenden, unterstützenden und offenen Unternehmenskultur – die leider auch nicht mal eben so vom Himmel fällt.

Aber von vorn: Vielleicht kennen Sie das Gefühl, dass Ihre interne Kommunikation stagniert. Gut gemeinte und für viel Geld initiierte Tools werden leidlich und oder nur pflichtbewusst genutzt. Ein kommunikativer Aufbruch zeichnet sich nicht ab. Interaktion, Feedback oder gar mutige Meinungen finden nicht statt. Die einzigen, die in allen Gassen dampfen, sind Sie und Ihr Team. Zur gleichen Zeit im gleichen Unternehmen, treffen Sie im informellen Gespräch regelmäßig auf Kolleginnen und Kollegen, die total motiviert sind, voller Ideen stecken und ihren Job und das eigene Unternehmen lieben. Sie identifizieren sich zu 100 Prozent mit Firma oder Marke. Wo sind die alle, wenn es darum geht, sich aus der Deckung zu wagen und diesen positiven Spirit weiterzutragen? Warum fluten sie nicht das (Social) Intranet, um andere anzustecken und die Zahl der Miesepeter zu minimieren?

Wahrscheinlich arbeiten Sie in einem traditionell geführten Unternehmen, in dem Offenheit und Wagemut noch nicht zum Tagesgeschäft gehören. Die kollektiven Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zu einer Kultur geführt, in der Wissen als Geheimnis gehütet wird und Informationen zurückgehalten werden. Es gibt zu wenige kommunikative Vorbilder, die das Gegenteil beweisen könnten.

Nun ändert sich eine Unternehmenskultur nicht mal eben nebenbei, es braucht Zeit, Geduld und insbesondere den Willen in der Chefetage, diesen Prozess anzustoßen und zu begleiten. In der Zwischenzeit wollen Sie aber trotzdem etwas bewegen und sichtbare Erfolge bei der Wahrnehmung Ihrer Inhalte haben? Hier kommen die internen Corporate Influencer ins Spiel. Und das sind genau die begeisterten und positiv eingestellten Kolleginnen und Kollegen, die Sie als Markenbotschafter für die interne Kommunikation nutzen können. Das bedeutet nicht, Ihr Team zu erweitern, sondern diese Menschen zu unterstützen und vielleicht sogar zu befähigen, eine relevante interne Stimme zu werden.

  1. Wer macht’s? Sprechen Sie die Kolleginnen und Kollegen an, von denen Sie glauben, dass sie sich in der Botschafterrolle bereits wohlfühlen oder es zukünftig tun könnten. Achten Sie darauf, dass möglichst viele Unternehmensbereiche abgedeckt werden.
  2. Was bieten Sie an? Packen Sie Angebote ins Gepäck, zum Beispiel einen Textworkshop oder Schreiben für Online-Medien. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es ein Mehrwert und für Sie ein wichtiges Qualitätsmanagement.
  3. Wer sind wir? Vernetzen Sie alle Influencer untereinander und organisieren Sie regelmäßigen Austausch. So entsteht eine Community, die sich gegenseitig inspiriert und entwickelt.
  4. Darf ich das? Legitimieren Sie die Influencer bei den Vorgesetzten und der Geschäftsführung, damit sie sich geschützt und unterstützt fühlen. Schließlich braucht es nicht nur den Mut, zu schreiben, sondern oft auch die Erlaubnis, Zeit zu investieren.
  5. Seid ihr dabei? Eine interne Kampagne rund um das Thema „Influencing“ macht dies nicht nur publik und sensibilisiert die gesamte Mitarbeiterschaft, es wird auch diejenigen auf den Plan rufen, die richtig Lust darauf haben und dabei sein wollen.

Mit der richtigen Truppe können Sie vielleicht die Kommunikations- und Informationskultur ein Stück weit verändern und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistern. Eine echte Transformation, die sich in der Organisation tatsächlich manifestiert, kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die Geschäftsführung diesen Wandel will und auch initiiert.

 

Copyright Aufmacherbild: George Pagan III / Unsplash

Schenk’ mir Deine Aufmerksamkeit!

Relevant, oder nicht? Was wir wahrnehmen und welcher Information wir uns tatsächlich widmen, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab und ist darüber hinaus ganz individuell. Was also kann die interne Kommunikation tun, um den Relevanzflter zu durchbrechen? Am besten die Kanäle wählen, denen wir am meisten Aufmerksamkeit schenken.

Lesen Sie mehr dazu in unserer aktuellen Echolot-Kolumne auf pressesprecher.com.

Copyright Aufmacherbild: Icons8 Team / Unsplash

MPC-Podcast #5 – mit Dr. Martin Böhringer und Markus Röhl

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Sie sind die Brücke zum Mitarbeiter und zur Mitarbeiterin: Apps und Social Intranets verändern die interne Kommunikation radikal – besonders dort, wo ein Großteil der Belegschaft zu den Non-Desk-Workern zählt. Die Entscheidung für oder gegen eine solche Anwendung hängt an vielen Faktoren. In dieser Folge hat Andrea Montua Anbieter und Kunde an einen Tisch geholt: Dr. Martin Böhringer, CEO der Staffbase GmbH und Markus Röhl, Leiter Marketing bei der Reinert Logistics GmbH.

Der MPC-Podcast: Auf einen Tee mit Andrea Montua – #5

Holt die Werte aus der Schublade

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Bei unserer Arbeit in den Unternehmen kommen wir tagtäglich mit Werten in Kontakt: mit frisch formulierten, fantastischen, mit wenig gelebten, mit viel gelobten, mit hochtrabenden und auch mal phrasenhaften. Ein Unternehmen ist eine Wertegemeinschaft und sollte als solche auch aktiv die erstrebenswerten und kollektiven Werte formulieren. Denn konkrete Wertvorstellungen erzeugen priorisierendes Denken, Fühlen und Handeln, ausgerichtet auf die wichtigen Aspekte im Leben. Langfristig kann dadurch eine wertvolle Kultur entstehen, sofern die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Werte leben.

Auch wir bei MontuaPartner Communications haben unsere gemeinsamen Werte formuliert und arbeiten daran, diese täglich und im Umgang mit unseren Kunden zu integrieren. Natürlich ist das kein Selbstgänger und erfordert ständige Erneuerung und Bestätigung. Jeder Mensch bringt Denk- und Handlungsmuster, Glaubenssätze und Charaktereigenschaften mit, die sich mit den formulierten Unternehmenswerten mischen.

Eine interne Kommunikation sollte deshalb die Werte eines Unternehmens immer wieder und immer kreativ implementieren. Positive Beispiele, Vorbilder und Geschichten helfen dabei, Regelmäßigkeit sorgt dafür, dass Werte tatsächlich gelebt und nicht nur einmalig gelesen werden.

Das haben wir gerade getan und einige unserer Kolleginnen und Kollegen für diesen Blog gebeten zu beschreiben, was unsere Werte für sie persönlich bedeuten. Ein Einblick in unsere MontuaPartner-Kultur und ein Plädoyer für gelebte Werte. Am Ende haben wir noch drei Ideen für Ihren internen Werte-Boost versprüht.

Maike

Vertrauensvolles Miteinander

Ein vertrauensvolles Miteinander am Arbeitsplatz ist aus vielen Gründen essenziell und Voraussetzung für produktives Arbeiten. Ist kein Vertrauen zwischen MitarbeiterInnen und auch Führungskräften vorhanden, behindert es auf mehreren Ebenen. Fehler werden nicht thematisiert oder unter den Tisch gekehrt, Misstrauen führt zu Frust und lenkt von der eigentlichen Arbeit ab. Als Teil eines Teams möchten wir uns willkommen und ernst genommen fühlen; es muss möglich sein, konstruktive Kritik zu senden und zu empfangen, um Missstimmung vorzubeugen.

Sich den KollegInnen gegenüber öffnen zu können; Sorgen, Nöte, aber auch Freude und Stolz teilen zu können gehören für mich in einem guten Team dazu. Nur dann kann ich entspannt agieren und mich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren, ohne von störenden Gefühlen abgelenkt zu sein.

Ursula

Positive Einstellung

Drei Worte, die viel verändern können: Ja. Ich. Will. Meint man sie ernst, haben sie einen starken Einfluss auf die Wirkung und den Erfolg unseres Handelns, nach innen und nach außen. Mit positiver Einstellung versuchen wir, eine bejahende Haltung einzunehmen – zum Leben, zu den Menschen und zu dem, was wir tun. Ein wichtiges Indiz dafür ist die Kommunikation. Sie zeigt nur allzu deutlich, wie wir zu einer Sache oder einer Person stehen. Ein Wort, eine Formulierung, eine Betonung, eine Geste, ein Geräusch können vernichten und demotivieren oder Energie und Lust fördern. Wir wollen zweiteres.

Sind wir deshalb ein Haufen langweiliger Ja-Sager? Nein. Wir behalten uns unseren kritischen Blick, ziehen Grenzen und ja, auch wir sind normale Menschen, die einfach mal schlecht drauf sind oder partout keine Lust auf Dieses oder Jenes haben. Aber mit dem Bemühen um eine grundsätzlich positive Einstellung erscheint vieles in einem anderen Licht. Klingt banal? Ist es aber nicht. Dennoch zeigt es Wirkung. Im Miteinander, in der Zufriedenheit und in den Ergebnissen.

Christian

Nachvollziehbarkeit

Ehrlichkeit alleine macht noch keinen guten Berater aus. Ich muss nicht nur ehrlich, sondern auch nachvollziehbar sein. Wenn ich einen Kunden von einer Idee überzeugen möchte, muss er sie verstehen und nachvollziehen können. Denn häufig müssen unsere Kontaktpersonen in ihrem Unternehmen die Relevanz der internen Kommunikation aufzeigen oder die Kolleginnen und Kollegen für ihre Projekte erwärmen. Gerade im Kommunikationsbereich, wo Entscheider selten mit „harten Zahlen“ überzeugt werden können, ist Nachvollziehbarkeit deswegen besonders wichtig.

Auch in unserem Team ist Nachvollziehbarkeit zentral. Unsere Arbeit und unser konkretes Vorgehen müssen für alle einleuchtend sein, damit wir an einem Strang ziehen. Dabei müssen wir nicht zwangsläufig einer Meinung sein, aber wenn unsere Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind, ist Unzufriedenheit im Team vorprogrammiert.

Carolin

Mut

Wenn schon Werte, dann bitte auch gelebte. Mut ist eine wichtige Grundvoraussetzung dafür: Ohne den Mut, nach hochgesteckten Zielen zu streben, würde sich niemand von uns weiterentwickeln. Dann bleibt die schönste Formulierung doch nur ein Wunschzettel und wird keine Leitplanke fürs tägliche Leben. Und gerade, wenn es mal nicht so läuft, bedarf es Mut, sich auf die postulierten Werte zu berufen. Nur so wird aus verschriftlichtem Wunschdenken Schritt für Schritt Realität. Auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden braucht es Mut, Meinungen und teils auch ungewöhnliche Ansätze zu vertreten, um Kommunikation (wieder) zu beleben. Das gelingt viel leichter, wenn man sich im Team gegenseitig den Rücken stärken kann. Da ist es ein Glück, dass bei uns alle mehr Mutmacher als Einzelkämpfer sind.

Judith

Leidenschaft

Was uns bei MPC verbindet, ist die Leidenschaft für interne Kommunikation und Change. Diese Leidenschaft tragen wir zu unseren Kunden, um gemeinsam Größeres zu bewirken und um auch bei ihnen diese Begeisterung (neu) zu entfachen. Wir wollen anstecken, auch wenn es mal schwieriger und komplexer wird. Dabei ist nicht nur die interne Kommunikation selbst eine Leidenschaft, wir sehen in ihr auch die Funktion, die Leidenschaft für das eigene Unternehmen zu fördern und zu verbreiten.

Sophie

Haltung

Wir zeigen Haltung nach innen und nach außen. Denn wenn wir unsere Haltung nicht auch nach innen zeigen, können wir sie auch nach außen nicht ehrlich vertreten. Unter Haltung verstehen wir, uns nicht verbiegen zu lassen und unsere Meinung zu vertreten. Gleichzeitig aber auch unserem Gegenüber aufmerksam zuhören. Wir wissen, dass jeder in einem anderen Kontext lebt und unterschiedlich ist. Genau diese Unterschiede wollen wir nutzen – als Beginn, Spiegel oder Inspiration für unser eigenes Handeln. Denn nur so können wir in unserem täglichen Miteinander die Bedürfnisse und Wünsche des anderen wahrnehmen.

Gaby

Ehrlichkeit

Wer ehrlich ist, sagt das, was er meint und nicht unbedingt das, was der andere hören möchte. Klingt unbequem und ist es an so mancher Stelle auch. Schließlich läuft man Gefahr, sich unbeliebt zu machen, mit einer Meinung allein dazustehen, vielleicht sogar den Vorwurf zu hören, mit dem eingebrachten Einwand einen laufenden Prozess auszubremsen. Es gehört also eine gewisse Portion Mut zur Ehrlichkeit dazu: Wir bei MPC ermutigen uns untereinander immer wieder dazu, weil wir überzeugt davon sind, dass wir nur über ehrliches Handeln und Kommunizieren die richtigen Antworten auf die Fragen unserer Kunden finden.

Ehrlichkeit ist keine Einbahnstraße. Sie braucht den Dialog – ehrlich und offen. Das finden wir erstrebenswert, denn nur wer sich öffnet, ist offen für Veränderung und Weiterentwicklung.

Andrea

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist die Basis unseres werteorientierten Handelns. Jeder Kollege, jede Kollegin und jeder Kunde ist anders und sollte neu entdeckt werden. Dabei lassen wir uns ganz bewusst auf die jeweilige Kultur und die daraus entstehenden Bedürfnisse eines Unternehmens ein. Wir sind aufmerksam für die Menschen, mit denen wir arbeiten und nehmen uns Zeit für die ganz individuellen Aufgaben, die uns gestellt werden. In unserem Team passen wir aufeinander auf. Nur so können wir das hohe Leistungsniveau halten und jeder bekommt den Raum, um persönlich zu wachsen.

Und jetzt sind Sie dran – es gibt viele Gründe, Ihre Unternehmenswerte mal wieder intern in Erinnerung zu rufen. Jeder Kanal, jedes Format kann dafür genutzt werden. Versuchen Sie, Kolleginnen und Kollegen einzubinden und lassen sie ihre oder eine Geschichte erzählen. So werden Werte anfassbar, erlebbar und bleiben nicht im Abstrakten. Die Geschäftsführung sollte immer voran gehen. Sie ist Vorbild für alle und darf von Ihnen auch als solches voran gestellt und in Szene gesetzt werden.

Drei Quickwins für Ihren Werte-Boost:  

  • Eine Woche, ein Wert: Rufen Sie unternehmensweite Wertewochen aus: Einzelne Arbeitswochen stehen im Zeichen eines Wertes und werden im Tagesgeschäft thematisiert. Führungskräfte können Tools an die Hand bekommen, um in Team-Routinen die Werte auf die Tagesordnung zu heben.
  • Zehn Werte, zehn Karten: Zum Beispiel coole „Wertekarten“, mit denen die Teammitglieder aufgefordert werden, sich mit einem Wert auseinanderzusetzen und ihre Gedanken zu teilen. Wertekarten können auch untereinander vergeben werden, um gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung auszudrücken.
  • Ein Wert, zehn Stimmen: Flankierend produzieren Sie eine Serie im Intranet, in der MAZ oder der App, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Geschäftsführung Statements zu den Werten abgeben. Kurze und knackige Testimonials, die den Werten ein Gesicht geben.

 

Copyright Aufmacherbild: Joey Graham / Unsplash

Gefällt mir – interne Botschaften kreativ verpacken

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Fotos und Videos konsumieren wir über soziale Netzwerke, Online-Medien und -Formate. Kurzer Text, viel Bild und immer wieder mal Bewegtbild. Wenig Zeit, schnelle Momente für unsere volle Aufmerksamkeit. Was erstaunt: In der internen Kommunikation wird diese Kraft des Visuellen nach wie vor noch viel zu sehr vernachlässigt. Dabei ist es doch auch hier so, dass wir nur punktuelle Chancen haben, um unsere Kolleginnen und Kollegen für die Botschaften zu gewinnen.

Ja, natürlich: Uns allen ist nicht neu, dass wir etwa 80 Prozent der Informationen über die Augen aufnehmen. Doch wussten Sie, dass gut ein Viertel des Gehirns an der Verarbeitung dieses Inputs beteiligt ist? Damit ist das Sehen der Chef im Sinnessystem der Menschen.

Mit dem Wissen um diese Abläufe dürfte eigentlich keine interne Kommunikation mehr auf die Macht der Bilder, Grafiken, Videos und Animationen verzichten. Und auch wenn digitale Tools heute viele Möglichkeiten bieten, visuelle Produkte selbst zu kreieren, können wir nur raten, jemanden zu fragen, der sich damit auskennt. Kommunikationsdesigner kennen das Zusammenspiel von Form, Farbe und Typographie und generieren Wirkungen aus dieser Komposition.

Falls Sie bei diesem Thema noch ganz am Anfang stehen, das Visuelle also eine untergeordnete Rolle in Ihrer IK spielt, dann sollten Sie mit kleinen Schritten beginnen:

  • Definieren Sie ein Ziel, das Sie in Bezug auf die Gestaltung der internen Kommunikation erreichen wollen. Die Aufmachung Ihrer internen Themen spiegelt auch die Wertschätzung gegenüber den Adressaten wider. Ziel sollte deshalb sein, dass der Auftritt nach innen in Sachen Wertigkeit gut mit dem externen Erscheinungsbild mithalten kann.
  • Beraten Sie sich mit jemandem vom Fach. Sollten Sie keinen Experten im Unternehmen haben, suchen Sie sich jemanden, der Sie extern berät. Ein Grafiker oder eine Grafikerin kombiniert den Blick von außen auf Ihre Produkte, auf das Corporate Design und Ihre definierten Ziele zu Ideen, mit der die IK attraktiver kommunizieren kann.
  • Beginnen Sie, sich als interne Marke zu etablieren. Das kann mit einem kleinen Visual im Rahmen des Corporate Designs geschehen oder mit einem optischen Rahmen, der Ihre Infos kenntlich und ansprechend verpackt.

Mehr als schön machen

Sobald die Kreation einen festen Platz in Ihrer IK hat, gilt es, diese weiterzuentwickeln. Denn mit der stetig wachsenden Informationsfülle ist die Herausforderung schon komplexer: Wir müssen den Kollegen Orientierung, visuelle Anker geben, um aus dem täglichen Informationsüberfluss die wichtigen Dinge zu filtern. Deshalb denken erfolgreiche interne Kommunikatoren in Kampagnen, um mit ihren Themen bei den Zielgruppen anzukommen.

Damit die Zusammenarbeit mit dem Kommunikationsdesigner zur kreativen Symbiose wird und die Ergebnisse überzeugend, braucht es drei Zutaten:

  • Briefing: Formulieren Sie gegenüber den Kollegen klar und präzise, was genau das Ziel der Kommunikationsmaßnahme ist und was Sie dafür brauchen. Ein gemeinsames Verständnis für das Ergebnis der Zusammenarbeit steht am Ende dieses Briefings. Diese Zeit sollten Sie sich unbedingt nehmen, um die noch wertvollere (und meist knappere) Zeit des Umsetzens nicht für Ergebnisse zu verschwenden, die neben dem Punkt landen.
  • Zeit: Zeitdruck limitiert die Kreativität. Kommunizieren Sie bereits im Ideenstadium miteinander. Ein visueller Mensch interpretiert die Dinge oft anders und deshalb lohnt es sich, ihn rechtzeitig ins Boot zu holen – auch für wertvollen Input, statt nur auf den Output zu setzen. So können die kreativen Kollegen oft viel besser einschätzen, welches Medium am besten zur Botschaft passt.
  • Authentizität: Die Verpackung eines Themas muss authentisch sein. Wie das Outfit bei Menschen wirkt sie nur, wenn sie zum Inhalt passt. Eine authentische Aufmachung schafft Glaubwürdigkeit und die ist es doch, auf die es uns in der internen Kommunikation ankommt. Nur wer glaubhaft ist, kann überzeugen. Daraus resultiert auch, dass man nicht jedem Trend in der IK-Welt folgen muss. Nicht jede Mode passt zu meinem Unternehmen, zu meiner Botschaft oder meiner Kampagne.

Auch für diesen Beitrag haben wir unsere kreativen Kolleginnen mit einbezogen, um ihre Meinung zu hören und ihre Wünsche an die Zusammenarbeit zu erfahren. Fakt ist, dass sie viel mehr tun, als unsere Botschaften schön zu verpacken. Ihre kreative Begleitung macht den Unterschied zwischen „Senden“ und echtem „Erreichen“.

 

Copyright Aufmacherbild: the creative exchange / unsplash

 

Der Corporate Newsroom – wie viel Zukunft steckt in dem Trend?

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Lufthansa Group, Telekom, DATEV, Microsoft sie alle machen es vor. Wer wird folgen?

Seit ein paar Jahren machen es Unternehmen dem Journalismus gleich und organisieren ihre Unternehmenskommunikation in einer Newsroom-Struktur. Wie auch im journalistischen Newsroom gibt es einen Chef vom Dienst und ein Newsdesk, oftmals das Herzstück des Newsrooms, und die Wände zwischen interner und externer Kommunikation werden sowohl metaphorisch als auch oftmals räumlich eingerissen. Intern und extern verschwimmen in der Kommunikation immer mehr – was extern ein Thema ist, kann auch intern relevant sein, und was intern kommuniziert wird, kann heutzutage leichter in externe Kanäle gelangen. Grund dafür sind die mediale Transformation und die einhergehende Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft, die neue Wege der Kommunikation ermöglichen. Der Corporate Newsroom soll dabei helfen, die aktuellen Herausforderungen in der Unternehmenskommunikation zu bewältigen und die Kommunikation so besser für die Zukunft zu wappnen. Ist er ein Trend mit Zukunft, oder doch nur eine neue Sau, die durch das Dorf getrieben wird?

Nach anfänglicher Euphorie wirft so mancher Kommunikator einen kritischen Blick auf den Newsroom. Zwar sprießen noch immer Newsrooms aus dem Boden – so plant die Daimler AG derzeit ihre Umstrukturierung, und auch andere Unternehmen diskutieren zumindest die Idee. Jedoch steigen auch Skepsis und Kritik.

Was sind die Schwierigkeiten bei der (vermeintlichen) Wunderwaffe?

Insbesondere die interne Kommunikation ist oftmals skeptisch. Gerade hat sie sich profiliert und bewiesen, hat ihre Relevanz als eigenständige Abteilung gezeigt und wird nicht mehr als die kleine Schwester der externen Kommunikation gesehen. Und nun soll diese neue, stärkere Position wieder aufgelöst werden, indem man mit der externen Kommunikation verschmilzt? Verschwindet damit die Relevanz guter Mitarbeiter- und Führungskräftekommunikation nicht wieder hinter den Journalisten und anderen externen Stakeholdern? Hat die interne Kommunikation dies nicht gerade erst überwunden? Diese Sorgen sind verständlich, aber nicht nötig. Denn ganz im Gegenteil soll das Newsroomprinzip bewirken, dass bei jedem relevanten Thema alle Stakeholder bedacht und ausreichend bedient werden. Der Fokus auf die Kanäle soll aufgelöst und von einem integrierten, themenorientierten Ansatz eingelöst werden. Die Relevanz der internen Zielgruppen sollte dabei niemals unter den Tisch fallen. Tatsächlich sollten die Themenverantwortlichen im Corporate Newsroom von Anfang an alle Kanäle der Unternehmenskommunikation in Betracht ziehen, wozu mit steigender Relevanz die der internen Kommunikation gehören. Alle Zielgruppen müssen bei den für sie relevanten Themen erreicht werden können. Eine strikte Trennung zwischen intern und extern kann dabei zu Doppelarbeiten und versäumten Chancen führen.

Hierbei ergibt sich jedoch eine Schwierigkeit, welche den Befürchtungen der internen Kommunikation ihre Daseinsberechtigung geben. Viele Unternehmen arbeiten zwar in selbsternannten Newsrooms, weisen jedoch nur teilweise die Newsroom-typischen Charakteristika vor. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Bentele et al.[1]. Was es bedeutet, einen Newsroom zu haben und wie dieser funktioniert, ist aktuell weder in der Forschung noch in der Praxis einheitlich definiert. Und hier liegt der Hund begraben: Eines der größten Probleme bleibt vorerst die meist noch unklare Definition des Begriffs Newsroom. Während so mancher PR-Profi darunter lediglich eine digitale Plattform zur externen Verbreitung des Contents versteht, sieht der andere darin nichts weiter als eine flackernde Bildschirmwand mit bunten Grafiken und den neuesten Trends auf Twitter und Co. Nur wenige fokussieren beim Newsroom auf den tatsächlichen, für Unternehmen relevanten Kern: Den Prozess, bzw. die themenorientierte, integrierte Denkweise dahinter.

Hinzu kommt, dass nicht nur die Unternehmenskommunikation kommuniziert – auch Human Resources, das Marketing sowie andere Geschäftsstellen nehmen Kommunikatorrollen ein. Nicht zu vergessen sind auch die Mitarbeiter selbst. Ob und wie dies im Newsroomprinzip zu integrieren ist, lösen bisherige Corporate Newsroom Unternehmen auf unterschiedlichste Art und Weise.

Eine besondere Herausforderung bei der Umstrukturierung stellt das Einhalten der Newsroom-typischen Rollen und Prozesse dar. Neue Rollenprofile werden geschaffen, neue Kompetenzen werden erforderlich und insbesondere die Übertragung der Rolle des Chefs vom Dienst aus dem Journalismus in die Unternehmenskommunikation erscheint oftmals schwierig. Hinzu kommt ein Kardinalfehler, der in der Unternehmenskommunikation häufiger auftritt: Die Vernachlässigung der Strategie. Ein Strategieteam, das die Planung sowie die Evaluation der Kommunikation übernimmt, ist jedoch fester Bestandteil des Organisationsprinzips. Der Newsroom-Experte Christoph Moss[2] bezeichnet dieses daher als Dach der Newsroom-Struktur. Unternehmen sollte klar sein: So schillernd und stark die Wände des Newsrooms auch sind – ohne ein starkes Dach regnet es hinein.

So wird der Corporate Newsroom zum Erfolgsbringer

Der Corporate Newsroom ist kein Allheilmittel und keine Wunderwaffe, insbesondere wenn man ihn nicht richtig einsetzt und umsetzt. Wichtig ist: Wir sollten aufhören vom Newsroom zu sprechen und klar definieren, was wir darunter verstehen – denn bei dem Organisationsprinzip Newsroom geht es de facto weder um „News“ noch um einen „Room“. Unternehmen wie die Telekom haben es mit dem Begriff der Content Factory bereits vorgemacht. Jedoch geht es auch nicht darum, Content am laufenden Band zu publizieren. Es geht um einen Prozess, der sich am Thema ausrichtet, statt an einem Kanal. Die Zielgruppe selbst verliert dabei keinerlei Bedeutung. Die Frage wie wir sie erreichen, steht immer noch an erster Stelle. Es ist ein neuer Prozess, ein neues Prinzip, eine neue Denkweise – weshalb im Rahmen des Corporate Newsrooms vom Newsroomprinzip die Rede sein sollte. Denn wer lediglich die Nachrichtenagenturen und Medienhäuser nachahmt und Barrieren zwischen interner und externer Kommunikation sowie alte Arbeitsmuster beibehält, kommt schnell an seine Grenzen.

Die Einführung eines Newsroomprinzips ist ein Change-Projekt und darf als solches nicht unterschätzt werden. Die Unternehmenskommunikation muss sich selbst wandeln und in den eigenen Reihen Change Kommunikation praktizieren, damit ihre Kommunikatoren auf dem Weg hin zu diesem Paradigmenwechsel nicht verloren gehen. Denn dann entpuppt sich das große Potenzial des Newsroomprinzips: Integrierter, schneller, transparenter, und insbesondere effizienter. Natürlich gibt es noch kein Erfolgsrezept, das für jedes Unternehmen funktioniert, und kein Corporate Newsroom gleicht bislang dem anderen. Fragt man jedoch nach dem Sinn und Zweck des Newsroomprinzips, sind die Unternehmen sich einig: Sie würden es nicht mehr hergeben.

Sollten Unternehmen in Zukunft also weiter dem Trend folgen? Ja, aber richtig.

[1] Bentele, G., Seidenglanz, R. & Fechner, R. (2018). Kommunikationsmanagement 2018 – Vermessung eines Berufsstandes. Berlin: Quadriga Media GmbH

[2] Moss, C. (2016). Der Newsroom in der Unternehmenskommunikation. Wie sich Themen effizient steuern lassen. Wiesbaden: Springer VS

Copyright Aufmacherbild: Filip Mishevs / Unsplash

Echolot-Kolumne: Wenn es gut werden soll

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Wenn Führungskräfte plötzlich mehr sein müssen, als Vorgesetzte, brauchen sie Unterstützer. Coachings sind ein probates Mittel, um eigene Verhaltens- und Kommunikationsmuster zu erkennen und zu verbessern. Interne Kommunikatoren können den Bedarf für Coachings aufzeigen und den Prozess unterstützen.

Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Echolot-Kolumne auf pressesprecher.com.

Copyright Aufmacherbild: Markus Spiske / Unsplash

MPC-Podcast #3 – mit Heiko Sulimma

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Veränderungen verunsichern – wie gehen wir als Kommunikatoren damit um? Klar ist: Es braucht glaubwürdige und verbindliche Informationen, um das soziale System „Unternehmen“ am Leben zu halten. Andrea Montua steigt in der aktuellen Podcast-Folge „Auf einen Tee mit…“ Heiko Sulimma tief in das Thema Veränderungskommunikation ein. Hören Sie mal.

„Menschen erreicht man mit gesundem Menschenverstand“

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Ein Gastbeitrag von Jeanette Wygoda zum Besuch der DPRG-Landesgruppe Nord und des Arbeitskreis IK & Change bei Hapag-Lloyd in Hamburg.

Den Firmensitz von Hapag-Lloyd am Hamburger Ballindamm kennen nicht nur die Hanseaten, auch bei Touristen ist das Traditionshaus ein beliebtes Fotomotiv. Groß war deshalb die Freude über eine Einladung der Kollegen zu einem gemeinsamen DPRG Nachmittag der Landesgruppe Nord und des Arbeitskreises IK & Change am 19. Februar 2019 in der Hamburger Innenstadt.

Rund 50 DPRG-Mitglieder und Gäste waren der Einladung von Nils Haupt, Senior Director Corporate Communications bei der Hapag-Lloyd AG, und Andrea Montua, Vorstandskollegin der Landesgruppe Nord, am 19. Februar in Hamburg gefolgt. Einem gemeinsamen Lunch mit Blick auf die Alster schloss sich ein erster Blick in die Historie einer der führenden Container-Reedereien an: Die heutige Hapag-Lloyd AG entstand 1970 aus dem Zusammenschluss HAPAG und dem Norddeutschen Lloyd. Die Wurzeln von HAPAG reichen bis 1847 als die Reederei „Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft“ gegründet wurde. Das Motto von HAPAG lesen die Besucher im Stammsitz noch heute: „Mein Feld ist die Welt“.

Der Namensgeber des Ballindamms, Alber Ballin, trat Ende der 1880er Jahre in das Unternehmen ein und sollte für die kommenden 40 Jahre dessen Entwicklung prägen. So legte er beispielsweise den Grundstein für den Beginn des Kreuzfahrt-Tourismus. Ballin war darüber hinaus ein hervorragender Netzwerker und zählte den deutschen Kaiser Wilhelm II. zu seinen Freunden, dem er in seinem Haus ein eigenes Zimmer einrichtete.

Doch auch für die Stadtentwicklung Hamburg war Ballin prägend, denn er machte Hamburg zu Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts groß, in dem er die „Auswandererstadt“ im Stadtteil Veddel bauen ließ. Hier konnten sich die Auswanderer von ihrer Anreise quer durch Europa erholen, bevor sie die Strapazen der Atlantik-Überfahrt antraten. 1905 bereitete sich auch eine Familie aus der Pfalz im Auswandererzentrum auf ihre Schiffsreise nach Amerika vor. Der Enkel dieser Familie ist heute Präsident der Vereinigten Staaten.

Das aufkommende Containergeschäft in den 1990er Jahren änderte die Welt der Reeder grundlegend. Der Zusammenschluss zur Hapag-Lloyd AG im Jahr 1970 sicherte das Überleben der norddeutschen Reedereien und legte den Grundstein für das weitere Wachstum. „Wir sind Profiteure der Globalisierung“, so Nils Haupt. Das spiegelt sich auch in der Kommunikation wider: Nur noch rund 15 Prozent der Mitarbeiter sind in Deutschland tätig, der Rest ist über den Globus verteilt.

Hanseaten und Reeder tragen ihr Herz nicht auf der Zunge und zeigen sich in der Kommunikation eher verschlossen. „Für Kommunikatoren ist diese Mischung eine Herausforderung“, gestand Nils Haupt. Doch die Herausforderung hat sein Team inzwischen erfolgreich gemeistert. Den Kulturwandel nach innen anzustoßen und zu begleiten und sich nach außen kommunikativ von der Konkurrenz abzuheben, so lauten die Leitplanken der Unternehmenskommunikation von Hapag-Lloyd.

Tim Seifert, Teamleiter PR und Interne Kommunikation, berichtete in seinem sich anschließenden Vortrag von einer rasanten Entwicklung in der Internen Kommunikation: In wenigen Jahren wuchs die interne Berichterstattung von 0 auf 700 interne Meldungen im Jahr 2018. Diese beeindruckende Zahl führte zu einer regen Diskussion mit dem Publikum. Ob 700 Meldungen im Jahr die Mitarbeiter nicht überfordern, fragte eine Teilnehmerin. Seifert berichtete, dass die Kolleginnen und Kollegen die große Auswahl sehr schätzen und sich die Themen raussuchen, die sie interessieren. Auch brauche es keine ausgeklügelte Strategie, um mit den Mitarbeitern in Kontakt zu treten: „Menschen erreicht man mit gesundem Menschenverstand“, so sein Fazit.

Für 2019 hat sich die Hapag-Lloyd-Kommunikation drei Schwerpunkte gesetzt: Die neue Strategie des Unternehmens erfolgreich zu kommunizieren sowie die Herausforderungen möglicher Handelsbeschränkungen ebenso kommunikativ zu meistern wie die neuen extrem restriktiven Treibstoffregelungen ab 2020.

Zum Abschluss gab Laura-Jane Freutel, Expertin für Film und Social Media bei Hapag Lloyd, einen Überblick über die Social Media Aktivitäten des B2B-Unternehmens. Nicht nur die Business-Netzwerke wie LinkedIn oder Xing werden bespielt, auch Facebook, Twitter und Instagram gehören zum Social Media Portfolio des Carriers. Sich bewusst vom Wettbewerb abzusetzen ist eine der Prämissen, Mitarbeiter als Influencer zu verstehen, eine andere. Ziel des intensiv bespielten Instagram-Accounts beispielsweise ist es, Menschen Einblicke in die Welt der Container-Schifffahrt zu erlauben, die den meisten von uns ansonsten verschlossen blieben. Dabei spielen auch bewegte Inhalte eine große Rolle: Inzwischen produziert Hapapg-Lloyd rund 75 Videos pro Jahr. Von Tutorials über Timelapses bis hin zu Slideshows ist die Bandbreite groß.

Alles in allem ein wahrlich informativer Nachmittag im Traditionsunternehmen Hapag-Lloyd und ein gelungener Start der Landesgruppe Nord ins Jahr 2019. Ein Teil der künftigen Veranstaltungstermine stehen bereits fest – fühlen Sie sich eingeladen, (auch) beim nächsten Mal dabei zu sein:

9. Mai: Besuch der Landesgruppe Nord und des Arbeitskreises IK & Change bei „Telekom hilft“ in Kiel – ein Blick hinter die Kulissen der Social Media Aktivitäten der Telekom

26.September: Arbeitskreis IK & Change zu Besuch bei BOSCH in Stuttgart

27. November: Arbeitskreis IK & Change in Frankfurt am Main

Copyright Aufmacherbild: Victoire Joncher / Unsplash