Xing New Work Review: Rebellion und Empathie

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Manchmal muss es einfach eine Prise Rock’n’Roll-Rebellion sein. Auch und gerade in Sachen Transformation unseres Arbeitslebens. „Am Beginn jeder großen Wahrheit steht immer eine Gotteslästerung“, zitierte Ex-Manager Thomas Sattelberger mit George Bernard Shaw einen anderen erfolgreichen Querulanten – und gab damit die Denkrichtung für die Xing New Work Experience 2018 vor. Nur wer anders, neu und, ja, auch laut und unbequem weiterdenkt, kann die wirtschaftliche Zukunft sinnvoll gestalten. Ein Appell, der auf viele offene Ohren stieß: Mehr als 1500 Teilnehmer wollten sich auf dem seit Monaten ausgebuchten Event in der Hamburger Elbphilharmonie von den Vordenkern unserer Zeit inspirieren und anstecken lassen. Auch MontuaPartner war mit drei Kollegen vor Ort – und MPC-Geschäftsführerin Andrea Montua zieht ein durch und durch positives Resümee der Fachkonferenz:

„Was mich als Kommunikateurin besonders begeistert hat: Egal, wie digital oder agil Unternehmen ihre Zukunft auch gestalten wollen – bei New Work stehen immer die Mitarbeiter an erster Stelle. Ihre Motivation und ihr Wohlergehen sind der Motor für langfristiges Engagement – und damit für wirtschaftlichen Erfolg.“

Keine Mini-Mes in der Führungsriege

Nicht nur das Thema New Work an sich war hochspannend – mit verschiedenen Teilaspekten von Demokratie über Kultur und New Recruiting bis hin zu Vision. Auch die Betrachtungsweise der verschiedenen Speaker war immer wieder überraschend: So ordnete Bestseller-Autor Richard David Precht mit seinem initialen Vortrag „Digitale Revolution und Zukunft der Arbeit“ den Komplex zunächst philosophisch ein. In Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz seien vor allem Jobs, die Empathie benötigten, die sichersten. Seine Botschaft an die Zuhörerschaft: „Nur wer selbst brennt, kann auch andere entzünden!“

Siemens-Vorständin und Personalchefin Janina Kugel unterstrich in ihrer Rede „New Work: Der Mensch im Mittelpunkt“ den Stellenwert von Sinnhaftigkeit im Job – und die Bedeutung guter Führung: „Die größte Schwäche von Führungskräften“, so Kugel, „ist das Scharen kleiner Mini-Mes um sich herum.“ Nicht nur witzig, sondern vor allem wahr: Mitläufer sind von jeher keine Innovations-Architekten.

Besonders inspirierend fiel der Vortrag von dm-Gründer und dem geistigen Vater von New Work, Götz Werner, aus: In „Die Treppe muss von oben gefegt werden“ plädierte der passionierte Vordenker vehement für Achtsamkeit im Hinblick auf die Beziehungen unseres Lebens – wobei er bewusst darauf verzichtete, diese zu differenzieren: „Es geht nicht um Freizeit oder Arbeitszeit, sondern immer um Lebenszeit“, betonte Werner. Und innerhalb dessen gehe es „in Beziehungen darum, sich zu fragen, ob der Mitmensch Mittel oder Zweck ist – er sollte immer Zweck sein.“

Entflammen, aber nicht ausbrennen

Keine Frage: Viel Stoff zum Weiterdenken – zumal in nachfolgenden Vorträgen noch die Themenfelder Rebellion und Burnout behandelt wurden. Die Summe aller Teile war ebenso zündend wie fordernd: „New Work braucht jede Menge Energie von allen Beteiligten“, bilanziert Montua ihre Eindrücke. „Dabei heißt es eben auch aufpassen, dass man sich und seine Mitarbeiter in diesem Prozess nicht verheizt.“ Gerade in Transformationen dieser Tragweite kann und muss die Interne Kommunikation daher alle Register ziehen, um die Prozesse zu begleiten, zu unterstützen und zu steuern – damit am Ende ein Best- und kein Worst-Case-Szenario daraus wird.

 

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Revolution aus der Chefetage – wenn der Chef plötzlich disruptiv denken und handeln will

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Und plötzlich ist alles anders. Mit der Digitalisierung wird auch der Innovation noch eins draufgesetzt, sie wird disruptiv. Das klingt schon nach urplötzlicher Dynamik. Früher reichte es, weiterzuentwickeln, heute wird gerne mal alles umgeworfen oder gar zerschlagen. Disruptives Denken und Handeln sind das Erfolgsrezept derer, die vorangehen. Es beschreibt eine Veränderung, die nicht nur erneuert, sondern ein bestehendes Geschäftsmodell grundlegend verändert. Es besteht ein direkter Zusammenhang zur Digitalisierung, denn sie erlaubt genau diese rasanten Brüche und revolutionäre Ideen. Viele Start-ups entstehen aus eben dieser Denkweise, die kreativ und ohne „ja, aber“ daherkommt.

Hoppla, hier komm ich

Für die Mitarbeiter etablierter Unternehmen schwingt Bedrohung mit, wenn der Chef plötzlich disruptiv wird. Dabei kann gerade diese Fähigkeit ein Segen sein und Arbeitsplätze sichern, anstatt sie zu bedrohen. Wer ganz konservativ an bestehenden Geschäftsmodellen festhält, Entwicklungen ignoriert und damit verschläft, steuert sein Business im schlechtesten Fall in den Ruin. Die Interne Kommunikation steht also wieder vor der Herausforderung, das Handeln der Chefs zu erklären und die Kollegen auf diese Abenteuerreise mitzunehmen. Andrea Montua hat bereits viele Unternehmen auf diesem Weg begleitet und weiß: „Disruptive Veränderungen greifen tief ins Fundament eines Unternehmens, die Unternehmenskultur gerät ins Wanken, Mission und Werte müssen neu gedacht werden. Chancen aufzuzeigen und gleichzeitig Ängste zu nehmen, sind hier wichtiger denn je.“

Mitarbeiter und Mensch

Die große Chance dieser besonderen Veränderung liegt in der persönlichen Vielfalt jedes Einzelnen. Kreatives Potenzial schlummert in jedem von uns. Mithilfe der internen Vernetzung, interdisziplinären Teams und einer offenen Dialogkultur kann es gehoben werden. Und plötzlich gewinnen individuelle Stärken oder Kompetenzen an Bedeutung. Mehr denn je können Mitarbeiter so ein Teil der Veränderung werden, sie aktiv mitgestalten.

Auch hier ist die Interne Kommunikation wichtige Schnittstelle und Vermittlerin zwischen den Ebenen. 5 Schnelltipps zum kreativen Umgang mit der Disruption:

  1. Informieren Sie sich über Disruption und fangen Sie in Ihrer eigenen Abteilung an, neu zu denken.
  2. Erklären und erzählen Sie das Thema mithilfe Ihrer internen Medien, machen Sie es durch Beispiele greifbarer. Dinge, die woanders funktionieren, finden leichter Akzeptanz.
  3. Organisieren Sie Kreativ-Workshops zu Werten, Mission und Zielen.
  4. Agieren Sie im Schulterschluss mit Human Resources. Weiterbildung sollte spätestens jetzt intensiv gefördert werden.
  5. Ihre Interne Kommunikation ist noch nicht mobil unterwegs? Überlegen Sie, ob ein Digital Workplace oder eine Mitarbeiter-App den Prozess sinnvoll stützen könnten.

Wir bleiben dran an dem Thema: In einem der nächsten IK-Blogs von MPC beantwortet Zukunftsdenker, Unternehmensphilosoph und Autor von „Disruptive Thinking“, Dr. Bernhard von Mutius, unsere Fragen zum Umgang mit radikalen Umbrüchen.

Bis dahin lohnt unser Blog zur „Digitalen Fitness“ oder Sie nehmen mit dem Beitrag zur „Stressreduktion“ erstmal den Druck raus.

Copyright Aufmacherbild: Federica Campanaro / Unsplash

 

Digital Workplace: So läuft’s nach Plan

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Zeig‘ mir Deinen Schreibtisch – und ich sage Dir, wer Du bist. In bunten Magazinen kann man so immer wieder unterhaltsame Typisierungen vornehmen: beispielsweise das Familientier (zig Fotos der süßen Kleinen) oder den Naturfreund (um den Bildschirm rankt ein Dschungel).

Zugegeben: Die Kriterien des digitalen Arbeitsplatzes – im Branchen-Sprech: Digital Workplace – weichen davon ein wenig ab. Und doch lässt sich aus dessen Ausgestaltung ebenfalls eine Menge herauslesen: Wie zukunftsorientiert das betreffende Unternehmen arbeitet, wie viel Wert es auf kollaborativen Workflow seiner Mitarbeiter und auf Wissenstransfer ohne Streuverluste legt. Kurz: Wie effektiv und produktiv es aufgestellt ist – und wie attraktiv es somit als Arbeitgeber ist.

Digitaler Arbeitsplatz löst Social Intranet ab

Auch aus Sicht der Internen Kommunikation ist der Digital Workplace ein unerlässliches Tool – in einem früheren Blog-Post haben wir ihn als einer der wichtigsten Trends für 2018 postuliert. Bevor Sie jetzt hektisch in Ihrem Hirn kramen, was genau sich eigentlich hinter einem Digital Workplace verbirgt – hier zunächst eine kurze Erläuterung: Gemeint ist eine digitale Arbeitsplattform, die zentral unternehmensinterne Informationen, Tools und Services zur Verfügung stellt und damit abteilungsübergreifend vernetzte Kommunikation, Wissensmanagement und Prozessoptimierung ermöglicht. Damit stellt der digitale Arbeitsplatz die logische Weiterentwicklung des Social Intranets dar, weil es nicht allein auf den hierarchiefreien Austausch der Mitarbeiter zielt, sondern vielmehr auf deren effektive Zusammenarbeit – durch die Bereitstellung sämtlicher dafür benötigter Werkzeuge.

Dass alle Mitarbeiter eines Unternehmens an einem zentralen Ort zusammenarbeiten, ist mittlerweile die große Ausnahme. Viel häufiger ist die Belegschaft zwischen klassischen Schreibtischtätern, Non-Desk-Kollegen und Homeoffice-Arbeitern zerfasert – und somit auch deren Kommunikation. Die Bereitstellung einer gemeinsamen digitalen Plattform ist daher immens wichtig, um niemanden auszuschließen und Kollaboration aus einem strategischen Guss zu gewährleisten.

So ist der Digital Workplace eine zentrale Säule der digitalen Transformation und hat einen immensen Einfluss auf die Unternehmenskommunikation und -kultur. Damit der digitale Arbeitsplatz aber seine volle Wirkung entfalten kann, geben wir hier 3 Dos und 3 Dont’s an die Hand, die aus IK-Warte bei dessen Etablierung im Unternehmen zu beachten sind.

 

So geht’s:

Do 1: Employee Experience fokussieren 

Nicht nur die Unternehmenskommunikation sollte verinnerlicht haben: Die Produktivität eines Betriebs steht und fällt stets auch mit Information, Motivation und Engagement seitens seiner Mitarbeiter. Ein Großteil dieser Mitarbeiter wird künftig von den Digital Natives gestellt, deren Bedürfnisse eng an den digitalen Fortschritt gekoppelt sind. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, diesen Ansprüchen auch am Arbeitsplatz gerecht zu werden – mit modernsten, (sozial) vernetzten und mobilen Tools, die allen Kollegen selbstbestimmt orts- und hierarchieunabhängig Zugang zu den relevanten Unternehmens- und Kommunikationsprozessen garantieren.

 

Do 2: Strategie etablieren 

Ohne Plan verfehlt der Digital Workplace sein Ziel. Sprich: Die Bedürfnisabfrage bei den unterschiedlichen Unternehmenszielgruppen sowie die Definition von verschiedenen Anwendungsfällen hat erste Priorität bei der Entwicklung einer langfristigen Strategie. Die IK sollte bei diesem Prozess nicht nur die in- und externen Erkenntnisse der Mitarbeiter berücksichtigen und deren kontinuierliches Feedback einfordern, sondern auch die (oberste) Führungsriege mit einbinden, um durch deren Präsenz die Akzeptanz zu stärken.

 

Do 3: Gefühle investieren 

Auch wenn es oberflächlich betrachtet um Technologie geht: Der Digital Workplace ist ein Tool von und vor allem für Menschen – und soll deren berufliches Miteinander verbessern. Daher sollte der IK-gesteuerte Fokus darauf liegen, herauszufinden, von welchen neuen Formen der Kollaboration die Mitarbeiter am meisten profitieren. Als besonders geeignet für diese Change-Schritte haben sich agile Methoden wie Design Thinking* erwiesen. Erzielen daraus entwickelte Pilotprojekte sichtbaren Erfolg, motivieren sie die Belegschaft zu weiteren Anwendungen. Unabdingbar sind hier auch unternehmensinterne Influencer bzw. Multiplikatoren, die die Begeisterung für das neue Tool in die breite Belegschaft tragen. Hilfreich sind zudem interne Medien wie Erklärvideos oder Gamification-Lösungen, also die Integration spielerischer Elemente in Anwendungen.

*Design Thinking ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit, fördert und fordert kollaborative Kreativität, um Fragestellungen ganzheitlich, nutzerorientiert und unkonventionell zu lösen.

 

…und so geht’s eher nicht:

Don’t 1: Tools aufsummieren 

Gerade in gewachsenen Unternehmen entsteht oft ein regelrechter Dschungel an digitalen Lösungen, da verschiedene Abteilungen auf differente Insellösungen bauen. Wer den Wildwuchs nicht beizeiten kappt, riskiert, dass Mitarbeiter den Überblick verlieren und im Zweifel auf die private Schatten-IT ausweichen. Die unternehmensübergreifende Einführung eines Digital Workplace bietet daher immer auch die Chance, dem digitalen Chaos ein Ende zu bereiten und mit einer einheitlichen Lösung einen strukturierten Neustart zu schaffen.

 

Don’t 2: Wenig experimentieren 

Verwunderlich, wie viele Transformationen am mangelnden Mut in der Findungsphase scheitern. Wer nach der absolut perfekten Lösung für seinen Digital Workplace sucht, muss zwangsläufig scheitern. Denn ohne Ausprobieren, das auch Stolpern miteinschließt, geht kein nachhaltig funktionierender digitaler Prozess vonstatten. Vor allem die User Experience ist von unschätzbarem Wert, so dass die IT und Interne Kommunikation im engen Schulterschluss Pilotgruppen begleiten sollten, deren Feedback unmittelbar in die Anwendungen einfließt.

 

Don’t 3: Inselentscheidungen akzeptieren 

Einer für alle – und alle für einen. Wenn der Digital Workplace Erfolg haben soll, müssen alle unternehmensrelevanten Abteilungen an einem strategischen Strang ziehen. Einsame Entscheidungen aus der Chefetage sind unerwünscht. Sprich: Geschäftsleitung, in- und externe Kommunikation, HR, IT und ggf. das Change-Management müssen nach einer für alle Abteilungen passenden Lösung suchen – und sie anschließend auch (vor-)leben.

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Hier bloggt auch der Chef

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Nicht jedem Trend hinterherjagen, aber dennoch immer am Puls bleiben. Das gilt auch für interne Kommunikationsprofis: Das Social Intranet ist und bleibt ein unerlässliches Tool für zeitgemäßen Mitarbeiterdialog. Warum? Es entspricht unserem heutigen Kommunikationsverhalten, ist intuitiv und informativ. Die Interne Kommunikation wird dadurch einfacher, schneller und direkter, ohne Hierarchiehürden. Ein Social Intranet ist wie ein kleinster gemeinsamer Nenner, der es allen erlaubt mitzumachen. Fast nebenbei und fast überall.

Immer noch nicht überzeugt? Sechs gute Gründe für ein Social Intranet – und warum sich auch Ihre Interne Kommunikation dafür stark machen sollte:

 

  1. Unternehmenskultur leben: Es gibt keine passendere Plattform, um unternehmerische Leitlinien und Werte tagtäglich zu gestalten. Diese beinhalten vielleicht Absichten wie: Wir wollen Dialog, wir wollen Wissenstransfer. Bestens! Ein Social Intranet sagt: Lasst uns reden. Hier gibt es Austausch. Hier können wir teilen. Denn wie häufig bleiben die propagierten Werte und Missionen sonst im Verborgenen? Ziemlich oft. Zwar in geschliffene Worte verpackt und schön gestaltet, aber eben nicht im Alltag spürbar. Mit einem auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Social Intranet können Sie all das ans Licht und ins Leben holen.
  2. Führung zeigen: Für das Kommunikationsteam gehört der Austausch mit der Chefetage zum Joballtag. Doch gerade in größeren Unternehmen kennen die meisten Mitarbeiter die Führungsriege nur vom Hörensagen. Für 90 Prozent der Kollegen sind diese Menschen kaum mehr als ein Foto auf der Website. Das Social Intranet verleiht allen Unternehmensakteuren gleichberechtigt eine Stimme – vom Azubi bis zum Geschäftsführer. Und lässt sie antihierarchisch miteinander in den Dialog treten. Warum nicht mal einen wöchentlichen Geschäftsführer-Chat ausprobieren?
  3. Mitarbeiter aktivieren: Digitale Dialogformen nutzt nahezu jeder – zumindest im privaten Umfeld. Die Hürde zum Social Intranet ist für die meisten deshalb eher gering. Schafft es die Interne Kommunikation mit guten Inhalten die Partizipation anzufeuern und Berührungsängste gar nicht erst entstehen zu lassen, läuft der Dialog. Ein Social Intranet ermuntert so auch Mitarbeiter zur Interaktion, die bislang keine Plattform hatten. So können unterschiedliche Standorte näher zusammenrücken. Gerade für Kollegen, die räumlich entfernt oder mobil unterwegs sind, bietet es einen direkten Draht zum Headquarter.
  4. Stimmungsbarometer: Wie ticken wir als Unternehmen derzeit? Ein Social Intranet hilft, Stimmungen zu erkennen und zu verstehen, Entwicklungen abzulesen und Defizite rechtzeitig aufzudecken. Ist die Präsenz der IK entsprechend hoch, wird der Mehrwert groß sein. Sie können mit Ihren Mitteln reagieren und Missstände schnell und gezielt beheben.
  5. Know-how für Fortgeschrittene: Wissensmanagement wird im Social Intranet einfacher und gezielter. Inhalte, die in vielen Intranets verschollen scheinen und auch der Suchfunktion ein Rätsel bleiben, sind hier schnell auffindbar. Projektteams arbeiten effektiver und vernetzter, indem sie ihre Informationen mit allen relevanten Personen und Abteilungen teilen. Der direkte Austausch von Dokumenten hält alle stets auf dem aktuellen Stand. Das erleichtert auch das Onboarding neuer Kollegen.
  6. Shitstorm? Nein, danke! Natürlich braucht es auch intern ein paar allgemeingültige (Anstands-)Regeln, damit die Form gewahrt bleibt und der Austausch nicht zum Ventil für wird. Ein Social Intranet ist kein Kummerkasten 4.0. Es ist Aufgabe der Internen Kommunikation und der Führungskräfte zu zeigen, wie man wertschätzend und konstruktiv kommuniziert. Und wenn die Stimmung digital doch einmal hochkocht, müssen die Kommunikationsexperten steuernd und empathisch zur Stelle sein. Nur dann wird das Social Intranet dauerhaft zum wertvollen Tool für alle Mitarbeiter.

 

Sie haben noch nicht genug? Hier und hier finden Sie unsere früheren Beiträge zum Thema Social Intranet.

 

Copyright Aufmacherbild: Gez Xavier Mansfield, Unsplash

 

Wer kommuniziert, erfährt mehr Zuspruch

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Akzeptanz ist der unerlässliche Schmierstoff unseres Miteinanders – politisch, wirtschaftlich, sozial und vor allem kommunikativ. Unter dieser Prämisse lud die DPRG zum „DPRG Takeoff“ alle Mitglieder und Interessierten am 26. Januar zu einer Veranstaltung mit verbindendem Dachthema: „Akzeptanz durch Kommunikation“ bot in der Hauptstadt-Repräsentanz der Deutschen Telekom rund 200 Teilnehmern den Raum, das Thema aus Sicht der diversen DPRG Arbeitskreise eingehender zu beleuchten.

Der Arbeitskreis „Interne Kommunikation, Change und Leadership Communication“ unter der Leitung von Andrea Montua und Christian Buggisch konzentrierte sich in drei Impulsvorträgen auf die kommunikative Akzeptanz in Veränderungsprozessen. So referierten Daniela Elvers von der Deutschen Bank aus Konzernsicht zur „Entwicklung einer kommunikativ brauchbaren Vision und Strategie“, Kirsten Huthmann vom Blickwinkel eines Mittelständlers aus über Erfolgsfaktoren in konkreten Veränderungsprozessen und Christian Buggisch von DATEV legte seinen Schwerpunkt auf den Zusammenhang von Fehlerkultur und Changeprozessen in Unternehmen.

In den gut 40 Teilnehmern hatten die Referenten eine engagierte Zuhörerschaft, die sich auch bei der anschließenden Diskussionsrunde rege beteiligte. „Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung, zeigt sie doch einmal mehr die immer noch weiter wachsende Bedeutung von Interner Kommunikation und Veränderungsmanagement “, resümiert Andrea Montua von MontuaPartner Communications zufrieden. Zurecht: Abschließend gab es viele neue Interessenten für den IK & Change Arbeitskreis.

Der nächste Termin zum Thema Kulturwandel ist für Ende April in Hamburg geplant.

Sie hätten auch Interesse an dem Arbeitskreis? Dann melden Sie sich gern hier an.

 

Copyright Aufmacherbild: Peder Cho, Unsplash

Die 7 wichtigsten IK-Trends für 2018

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Digitalisierung, Demografiewandel und Dauerpräsenz sägen permanent am Status quo unseres Arbeitslebens – das macht auch vor der Unternehmenskommunikation nicht Halt. Niemals zuvor mussten IK-Abteilungen häufiger und schneller auf neue Trends und Themen reagieren und diese entsprechend in ihren Strategien berücksichtigen. In kurzen Verschnaufpausen, oft zum Auftakt eines neuen Jahres, mag sich da manch einer die Frage stellen: Chatbots, Content, Charisma – und was davon ist jetzt wirklich relevant…? Für alle, die nicht auf Eintagsfliegen setzen wollen, haben wir für 2018 die sieben wichtigsten und spannendsten Trends der Internen Kommunikation zusammengetragen: Von der Rückbesinnung aufs Analoge bis hin zu neuen Zielgruppenstrategien.

1. Mit Apps zu einer neuen Kommunikationskultur

Vor allem tradierte Unternehmen tun sich schwer mit den Veränderungsprozessen, die der technische Fortschritt mit sich bringt – insbesondere in der Kommunikationskultur, die zukünftig an Apps nicht vorbeikommt. Zunehmend dezentral und mobil agierende Mitarbeiter und der Einzug agiler Arbeitsmethoden zwingen allerdings zum Umdenken. Und das ist gut so: Apps fördern Interaktion und den wichtigen Dialog auf Augenhöhe und können starre Hierarchiegefüge aufbrechen, die oft als Lähmfaktor für wichtige Innovationen gelten. Überdies stärken sie Loyalität und Wir-Gefühl. Doch damit auch wirklich ein Höhenflug daraus wird, müssen sowohl Einbindung in den unternehmenseigenen Kommunikationsmix als auch die Einführung des neuen Kanals strategisch erfolgen. Wem das nötige Know-how fehlt, sollte nicht zögern, auch externe Profis zu Rate zu ziehen.

2. Analog gewinnt wieder an Stärke

Auch wenn Prozesse, Strukturen und Abläufe immer mehr den Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden – das Analoge verliert damit nicht an Bedeutung, im Gegenteil. Start-Ups im Silicon Valley machen es vor, hiesige Unternehmen ziehen nach: Ganz bewusst wird in der IK als Gegenbewegung die analoge Kommunikation und der persönliche Kontakt forciert. In Meetings, Vier-Augen-Gesprächen oder beim Business-Lunch manifestiert sich die Wertschätzung für die Mitarbeiter – die der realen Person und nicht allein deren Arbeitskraft gilt. Ins gleiche Horn stößt auch die aktuelle Mindfulness-Bewegung, die in Zeiten latenter Burnout-Bedrohung auf Achtsamkeitsprogramme für Führungskräfte und Mitarbeiter setzt. Stichwort Aufmerksamkeitsökonomie: Der Fokus liegt hier mehr auf dem „Warum“ und dem „Wie“ der Aufgaben – nicht ausschließlich auf dem „Was“. Damit soll Stress vermindert, Mitgestaltung und Motivation gestärkt werden. (Sie wollen mehr zum Thema erfahren? Dann bitte hier weiterlesen.)

3. Führen heißt Machtverzicht

Was zeitgemäße Führung 2018 leisten muss, bringt manch einen Vorgesetzten an seine eigenen Grenzen: Im Dauerfeuer zahlloser Transformationen komplexe Projekte und Prozesse zu steuern, die laufend neue Priorisierung erfordern – das hat mit klassischem Abteilungschef-Sein nicht mehr viel gemein. Die Gefahr: Eine Generation von Führungskräften, die aus Überforderung in alte Muster wie Top-Down-Mechanismen verfällt. Was also tun? Der Schlüssel liegt nicht im sozialverträglichen Personalabbau durch die HR-Abteilung, sondern vielmehr in der konsequenten Hinführung der klassisch konditionierten Vorgesetzten zu einem agilen, partizipativen Führungsstil mit Anleihen an die Positive-Leadership-Prinzipien seitens der Internen Kommunikation. Nach diesem Ansatz übernehmen cross-funktionale, überwiegend autonom agierende Teams viele der klassischen Führungsaufgaben – und die Chefs begleiten die Prozesse motivierend, vernetzend und befähigend statt anordnend. (Was Führung 4.0 ausmacht, lesen Sie ausführlich in unserer Echolot-Kolumne auf pressesprecher.com.)

4. Digital ist das neue Social

Bis vor kurzem sollte in Unternehmen am Puls der Zeit alles möglichst „social“ sein. Natürlich sind Mitarbeiter nach wie vor dazu angehalten, sich im betriebsinternen Intranet zu informieren, zu kommentieren, zu teilen – 2018 aber erfährt das Social Intranet seine effiziente Weiterentwicklung im Digital Workplace, den die IK maßgeblich forcieren sollte. Dieser stellt Anwendungen, Informationen und Services bereit, die ortsunabhängig über mobile Zugänge erreichbar sind, um Workflow und kollaborative Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen zu fördern. Unternehmensprozesse werden so transparenter und effektiver, Insellösungen einzelner Bereiche überflüssig und der Wissenstransfer erleichtert. Vernetzte Kommunikation als lebendiger Best-Practice-Case. (Mehr zum Thema finden Sie auch hier.)

5. Content kommt von innen

Stichwort Apps und Social Intranets: Damit die Ideen und das Wissen der Mitarbeiter nicht nur in definierten Projekten zum Tragen kommen, nutzen zukunftsorientierte Unternehmen dieses Potenzial immer häufiger für die Erstellung von Content für Mitarbeiter-relevante Kommunikationskanäle. Die IK kann diesen Prozess durch Befragungen anstoßen und sollte ihn nach Möglichkeit begleiten, um mit den generierten Inhalten die verschiedenen internen Medien sinnvoll zu bespielen. Im Zuge dieser Entwicklung fällt auch die Zunahme von Bewegtbild ins Auge: Via Youtube hat sich das Erklärvideo seinen Weg in die Mitarbeiterkommunikation gebahnt, welches anschaulich, persönlich und direkt eine lebendige Kommunikation unterstützt.

6. Intelligent, effektiv – seelenlos

Im Kundenservice bereits etabliert, in der Unternehmenskommunikation noch in den Kinderschuhen, aber klar auf dem Vormarsch: Chatbots finden ihren Einsatz als digitale Assistenten bislang vor allem in standardisierten Prozessen mit klar definierten Kontexten wie Reisekostenabrechnung oder Dokumentenmanagement. Denkbar sind allerdings auch komplexere Prozesse wie Onboarding-Programme oder Informationsagenten, die Recherche-Aufgaben ausführen. Doch auch hier gilt: Die analoge, humane Kommunikation bleibt wichtigster Co-Partner des digitalen Fortschritts. (Einen ausführlichen Blog-Beitrag zum Thema finden Sie übrigens hier.)

7. Gießkanne ist gestrig

Eine Information für alle? Wer im neuen Jahr seine Mitarbeiter adäquat mit wichtigen News versorgen will, sollte auf die entsprechende Zielgruppenrelevanz achten: Es gilt, noch mehr direkte Informationen für die diversen Zielgruppen im Unternehmen bereitzustellen. Dadurch werden Kommunikationsstrategien immer komplexer und müssen viele Variablen beachten. Umso wichtiger, dass die Interne Kommunikation ihre Adressaten vorab ganz klar definiert und ihr Informationsbedürfnis analysiert.

 

Copyright Aufmacherfoto: Drew Graham, Unsplash

 

Komm raus, Inspiration!

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Keine Frage, sie ist eine launische Diva, diese Inspiration. Will hofiert werden, bevor sie in die Dienste von den Kreativen tritt. Wie man ihr beikommt, was das mit Goethe, Transpiration und schlussendlich der Internen Kommunikation zu tun hat – das alles kann man in der dritten Folge unserer „Echolot“-Kolumne auf pressesprecher.com nachlesen. Diesmal mit Gedanken von Wolfgang Lux, Kreativchef bei MontuaPartner Communications. Frühere „Echolot“-Beiträge finden Sie übrigens hier und hier.

Ungewohnt kurz für heute, also bleibt noch Platz zu sagen: Wir sind sehr stolz darauf, Teil des Kolumnen-Kosmos beim pressesprecher zu sein! Teil 4 folgt voraussichtlich am 13. Dezember.

 

Copyright Aufmacherbild: Kyle Glenn, Unsplash

 

Digital Storytelling: Wenn aus Mitarbeitern Stars werden

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Wir denken, träumen und leben in Geschichten. Und seit jeher teilen wir Geschichten mit anderen, in Zeiten der allumfassenden Sharing-Kultur sogar noch intensiver. Mit digitalem Storytelling können Mitarbeiter zu Teilnehmern erzählter Ereignisse werden – eine große Chance für die Interne Kommunikation! Denn das digitale Erzählen ist nicht einfach ein weiteres Instrument im großen Orchester der Internen Kommunikation. Es ist ein Tool, um die Mitarbeiter auch visuell ins unternehmerische Rampenlicht zu rücken. Und ihnen so nicht nur eine Plattform zu bieten, auf der sie authentisch Stellung zu betrieblich relevanten Belangen nehmen können, sondern ein Medium zu schaffen, mit dem jeder seine „5 Minutes of Fame“ erleben, zum betriebsinternen Star werden kann. Für viele eine nicht zu unterschätzende Geste der Wertschätzung.

Große Marken, große Emotionen

Ob New York Times oder Süddeutsche Zeitung, die Big Player auf dem Medien-Markt machen es sehr erfolgreich vor: im digitalen Journalismus hat sich Multimedia-Storytelling bereits klar durchgesetzt. Denn es ist emotional, erzeugt starke innere Bilder und Gefühle. Kurz: Digital Storytelling macht Geschichten erlebbar. Eine ideale Online-Geschichte kombiniert daher erzählende Elemente mit digitalen Formen wie Video und Audio.

Auch die Marketing- und PR-Abteilungen großer Konzerne wie Ebay oder Nike nutzen diese Möglichkeiten bereits sehr erfolgreich – ihre Videos sind millionenfach geklickt und längst viral. Die Technologien hierzu werden sich schnell weiter entwickeln und in Zukunft wird Digital Brand Storytelling noch wichtiger. Das sieht auch MontuaPartner Communications-Geschäftsführerin Andrea Montua so:

„In der Internen Kommunikation wird sich Digital Storytelling immer mehr durchsetzen – und eröffnet ganz neue Möglichkeiten für spannende, emotionale und packende Geschichten.“

Für Eilige: 5 Tipps zum Digital Storytelling

  1. Auf Qualität pochen Diese Kommunikationsform ist für Laien nicht unbedingt selbsterklärend. Entsprechende Schulungen und Workshops für involvierte (IK-)Mitarbeiter garantieren eine professionelle Ausführung des digitalen Erzählens.
  2. Die Rampensau identifizieren Motivieren Sie Führungskräfte und Mitarbeiter zur tatkräftigen Mitgestaltung interner Storytelling-Beiträge. Je begeisterter und authentischer die Protagonisten, desto überzeugender die Beiträge.
  3. Nicht mit Emotionen geizen Keine Angst vor große Gefühlen! Nüchtern mögen die Mails der Geschäftsführung sein – digitales Storytelling aber soll das Herz erreichen (und bestenfalls erweichen).
  4. Strategie als Grundrauschen etablieren Bitte keine Einzelmaßnahmen-Aktion ohne konzeptionellen Unterbau: Das digitale Storytelling ist nur ein Element im Kommunikationsmix – und sollte stets strategisch eingebunden sein.
  5. Eine Botschaft fokussieren Externe und interne Kommunikation muss aus einem Guss sein, denn: auch hausinterne Beiträge können sich über Unternehmensgrenzen hinweg verbreiten – und sollten daher stimmig mit externen Botschaften harmonieren.

Für Leser mit mehr Muße: Digitales Erzählen in der IK

Digital Stories sind immer nur so gut wie ihre Bedeutungsträger – und da kann die Interne Kommunikation naturgemäß aus dem Vollen schöpfen: Wer motivierte Mitarbeiter oder Führungskräfte als unternehmensinterne Helden für digitale Geschichten gewinnt, ist fast schon auf der Zielgeraden. Das zeigt das Video eines Hamburger Hafenunternehmens. Der Zweiminüter überzeugt durch tolle Bilder und eine fesselnde Story – mit einem Ziel: alte Mitarbeiter zu binden und neue zu gewinnen. Der Kanal für die Botschaft ist gut gewählt: die Geschichte vom Brückenfahrer ist einzigartig und persönlich, nur er kann sie so authentisch und emotional erzählen. Kein anderes internes Medium kann so viele Sinne gleichzeitig ansprechen – und damit direkt ins Herz treffen. Gleichzeitig erzeugt die digitale Geschichte eine positive und starke Botschaft für das Unternehmen. Ein Umstand, den sich die Interne Kommunikation in Zukunft regelmäßig zunutze machen sollte.

Gefragt ist Fingerspitzengefühl …

Besonders beim internen Digital Storytelling gilt allerdings: Die Geschichte darf die Außendarstellung des Unternehmens nicht konterkarieren. Denn: Werden Aktionäre gerade über Stellenabbau informiert, kann der CEO in einer internen Audiobotschaft nicht von sicheren Arbeitsplätzen sprechen. Digitale Geschichten – auch wenn sie für die IK bestimmt sind – verbreiten sich in den Sozialen Medien rasend schnell und entziehen sich daher jeglicher Kontrolle. Ein von der IK strategisch geplantes und gesteuertes Kommunikationskonzept kann derartige Imageschäden bereits im Vorfeld vermeiden.

Was konzeptionell für die Kommunikationsprofis noch zu bedenken ist: Die digitale Story im Social Intranet konkurriert mit der Timeline bei Facebook, der Podcast vom Lieblingsmoderator und die Videogeschichte des Kranfahrers mit dem neuesten Youtube-Clip. Kurz: Es geht um Aufmerksamkeit – und die ist begrenzt. Deshalb muss die Geschichte überraschend und emotional erzählt sein, der Beitrag professionell produziert und der Kanal richtig gewählt werden. Das ist ein Handwerk, das gelernt sein will – und sollte. Daher empfehlen sich entsprechende Workshops und Schulungen für involvierte Mitarbeiter, um das Potenzial des neuen Mediums voll ausschöpfen zu können.

Wenn die IK das digitale Storytelling richtig beherrscht, verfügt sie damit über ein starkes Instrument, das dem gesamten Kommunikations-Orchester eine neue Tonalität verleiht – und so mitreißend aufspielen kann.

Wer sich intensiver in das Thema einlesen will, dem sei diese weiterführende Lektüre empfohlen:

  • Der Beitrag von Silvia Ettl- Huber „Storytelling in der Internen Kommunikation. Merkmale, Wirkung, Anwendungsfelder, strategische Verankerung“, in: Melanie Malczok, Peter Szyszka, Interne Organisationskommunikation, Springer Fachmedien Wiesbaden, 2016.

sowie

  • Dieter Georg Herbst, Thomas Heinrich Musiolik: Digital Storytelling: Spannende Geschichten für interne Kommunikation, Werbung und PR, UVK, 2016.

 

Copyright Aufmacherfoto: Jad Limcaco, Unsplash

Wer wachsen will, muss reden – und zuhören

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Stehen Unternehmen größere Veränderungsprozesse ins Haus, ist die reflexhafte Assoziation dazu meist: Digitalisierung. Keine Frage: Der technische Fortschritt bedingt und beschleunigt derzeit einen Großteil wichtiger Change-Prozesse. Dabei ist diese Entwicklung nur eines von mehreren Entwicklungsfeldern, auf denen sich die meisten Firmen früher oder später bewegen sollten, wenn ihre Ziele Wachstum und Zukunftsfähigkeit heißen.

Aus unserer Berater-Perspektive in allen Kommunikations- und Change-Belangen sind es gerade viele der hierzulande etablierten mittelständischen Betriebe, die von Transformationen jedweder Art enorm profitieren. Selbst wenn gute Bilanzen nicht vordergründig nach einer Veränderungsnotwendigkeit rufen. Denn schwarze Zahlen sind stets nur eine Teilwahrheit: Viele (neue) Arbeitswelt-Herausforderungen – darunter Kultur- und Kommunikationswandel, beschleunigte Innovationszyklen, Multigenerationen-Teams, Fachkräftemangel oder Mitarbeitergesundheit erfordern ein Umdenken und sind wichtige Hebel, um das unternehmerische Wachstum langfristig zu sichern. Es ist an der Internen Kommunikation, diese Veränderungspotenziale zu erkennen und frühzeitig anzustoßen. Eine starke IK sichert sich hierfür im Idealfall die Unterstützung vom Change-Management – oder sorgt für den Aufbau einer solchen Abteilung. Es lohnt sich!

Kommunikatives Umdenken steigert Erfolg

Wenn Geschäftsführungen in Change-Belangen sehr zögerlich reagieren, liegt dem häufig ein tradiertes Arbeitswelt-Verständnis zugrunde, das der erfolgsbehindernden Auffassung ist: Veränderungen und Kommunikation kosten nichts weiter als Zeit, Ressourcen und Geld und haben einen für die Führungsriege unbekannten Ausgang. Dass die Change-Chancen die -Risiken oft bei weitem übersteigen, sollte deshalb das erklärte Kommunikationsziel der IK sein. Um nur ein Stichwort zu nennen: Die Neuausrichtung unternehmensinterner Kommunikation hin zu partizipativem Austausch in alle Richtungen und über Hierarchien hinweg steigert Produktivität und Unternehmenserfolg nachhaltig.

Das heißt für die Interne Kommunikation konkret, auf höchster Ebene Verständnis und Einsicht zu generieren, damit die nötige Aufmerksamkeit für anstehende Herausforderungen entsteht und Vorschläge für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen Gehör finden. IK und Change-Management agieren als Pioniere des kulturellen Transformationsprozesses – der nur gelingt, wenn sie ihn strategisch gestalten. Und auf dem weiteren Weg alle Beteiligten über alle Unternehmensebenen hinweg mitnehmen, überzeugen und zu engagierten Verbündeten machen können.

IK-Akademie bietet Seminare für Change-Kommunikation

Wie das gelingt? Häufig ist der erste Schritt eine gemeinsame Bewusstmachung notwendiger Schritte durch einen engen Schulterschluss der Abteilungen IK, HR und Change-Management. Wir haben mit diesem Ziel vor Augen verschiedene Schulungsangebote entwickelt und so die Möglichkeit, in Unternehmen individuell beratend zu intervenieren und zu coachen.

In unserer IK-Akademie sind im Oktober 2017 noch Plätze frei für den eintägigen Schulungstag zum Thema „Basiswissen Veränderungskommunikation – erfolgreich Change-Prozesse begleiten“. Erfolgsfaktoren und Stolpersteine gelungener Interner Kommunikation in Veränderungsprozessen erkennen sowie geeignete Methoden und Instrumente für die jeweiligen Phasen der Veränderung erlernen, sind die Kerninhalte dieser zweiteiligen Fortbildungsserie.

 

Die Schwerpunkte des Basisseminars:

  • Tool-Box: Ansätze, Modelle und Instrumente für die Begleitung von Veränderungsprozessen
  • Interne Kommunikation als strategisches Steuerungsinstrument im Change
  • Szenarien und Phasen in Change-Prozessen und die Rolle der IK
  • Dafür oder dagegen? Wie unterschiedlich Menschen auf Veränderungen reagieren und was das für die Kommunikation bedeutet
  • Chancen und Grenzen Die IK als Management-Berater, Seismograph und Stabilisator im Change

 

Sie wünschen sich eher ein Inhouse-Seminar zum Thema Veränderungskommunikation? Dann lassen Sie uns miteinander ins Gespräche kommen und planen Sie gemeinsam mit unseren Trainern das für Ihre Organisation bestmögliche Programm. Damit Ihren Zielvorgaben „Wachstum“ und „Zukunftsfähigkeit“ bald nichts mehr im Wege steht.

 

Copyright Aufmacherfoto: Ross Findon, Unsplash

Agilität kontert dem Chaos

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Agilität und moderne Arbeitswelten – das waren die Kernthemen beim jüngsten Treffen des Arbeitskreises Interne Kommunikation, Change und Leadership Communication der Deutschen Public Relations Gesellschaft DPRG . Seit 2016 leiten Andrea Montua (MontuaPartner Communications) und Christian Buggisch (DATEV) die Fachveranstaltungs-Reihe, die viermal jährlich an verschiedenen Standorten Treffen in Best-Practice-Unternehmen initiiert. Eingeladen hatten diesmal die Kommunikations-Experten der comdirect Bank zu ihrem Firmensitz nach Quickborn nahe Hamburg.

Auf digitale Transformation folgt kultureller Wandel

In ihrem Eröffnungsvortrag erklärte Annette Siragusano, Leiterin des Kommunikationsbereiches bei der comdirect Bank, was Agiles Arbeiten für sie und ihr Team, aber auch für viele weitere Bereiche in der Bank bedeutet. Dabei wurde deutlich, dass selbst eine Online-Bank, deren DNA schon immer digital war, sich mit Digitaler Transformation beschäftigt. Und dass diese Transformation vor allem auch einen kulturellen Wandel mit sich bringt: etwa eine neue Fehlerkultur, Offenheit und Transparenz, neue Arbeitsmethoden, die Selbststeuerung von Teams und damit zwangsläufig auch eine Neuausrichtung von Führung und Kommunikation im Unternehmen.

Agilität bedeutet nicht etwa Chaos, sondern das genaue Gegenteil: Struktur und Methode, um flexibel auf Anforderungen reagieren zu können. Sichtbar und greifbar wird dies vor allem an einem Kanban-Board, mit dessen Hilfe die Kommunikatoren der comdirect Bank ihre Arbeit organisieren. Hier werden Themen verantwortlichen Mitarbeitern zugewiesen, priorisiert und Schritt für Schritt transparent durch den Kommunikationsprozess geschleust – von der Konzeption bis zur Umsetzung. Schnell kann man sehen, ob es einen Stau gibt, ob eilige Themen auf die Überholspur müssen oder wie viel Themennachschub im Backlog wartet. All das wird in einem kurzen täglichen Stand-up-Meeting besprochen.

Annette Siragusano machte aber auch deutlich, dass „agil“ mehr bedeutet, als nur eine bestimmte Methode anzuwenden. Es geht um Grundsätze, Werte, Rollen und Rituale; und um permanentes Lernen und Weiterentwickeln, weshalb sie die comdirect Bank auch auf dem Weg in Richtung Agilität sieht. Die Teilnehmer des Arbeitskreises konnten sich bei einem Rundgang durch die Räume der Bank davon überzeugen, dass Siragusano und ihr Team auf diesem Weg schon ein gehöriges Stück vorangekommen sind. Das Kanban-Board löste lebhafte Diskussionen aus über die Vorteile und möglichen Nachteile der Methode; im Medienraum erfuhren die Besucher, dass die comdirect Bank auch bei der Produktion von Videos für die Interne Kommunikation inzwischen vieles hausintern macht und dadurch an Schnelligkeit gewonnen hat.

Anders arbeiten mit #Werkstolz

Im zweiten Vortrag des Tages ging es um moderne Arbeitswelten. Impulsgeber war Dr. Winfried Ebner von der Deutschen Telekom, der über die Aktivitäten seines Unternehmens ins Sachen Social Media, Agilität und neue Führungswelten berichtete. „Anders arbeiten“ lautet das Konzept der Telekom und betrachtet ganz verschiedene Aspekte wie Arbeitsphilosophie, virtuelle Räume, reale Räume und Menschen-Netzwerke.

Letztere laufen unter Schlagworten oder Hashtags wie #DieGuides – Mitarbeiter, die Geschichten des Gelingens erzählen – oder #Werkstolz: Mitarbeiter, die als Markenbotschafter agieren und aus eigenem Antrieb Sichtbarkeit für die Marke Telekom herstellen. „Wenn wir über Mitarbeiter-Kommunikation reden, reden wir über Kommunikation, die die Mitarbeiter machen“, meinte Ebner und machte klar, dass dies auch die Rolle der internen Kommunikation stark verändert. Als Beispiel für virtuelle Räume stellte er anschließend das interne Social Network der Telekom YAM vor, You And Me, das als zentrale Plattform für Austausch und Zusammenarbeit fungiert.

Doch auch im analogen Leben werden Veränderungen angestoßen und begleitet. Ein Beispiel: Erstmals wurde eine Vorstandssitzung öffentlich durchgeführt, transparent und nachvollziehbar für die Mitarbeiter als Publikum vor Ort oder im Live-Stream. Auch die Telekom-Mitarbeiter sind also auf dem Weg, um künftig anders zu arbeiten.

Die Essenz des jüngsten Arbeitskreis-Treffens? Nichts ist so beständig wie der Wandel. Auch und gerade für die interne Unternehmenskommunikation. Sie haben Interesse, Teil des Arbeitskreises zu werden? Dann treten sie hier mit uns in Kontakt.

Autor: Christian Buggisch, Leiter Corporate Publishing bei DATEV

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