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Wir schaffen das! So kann Teambuilding im Homeoffice gelingen

In virtuellen Teams braucht der Zusammenhalt Unterstützung. Dabei können alle zum Rückhalt untereinander und zur Motivation für die gemeinsame Sache beitragen.

Wer bisher davon ausgegangen ist, dass bald alles wieder „normal“ laufen wird, hat sich offenbar einer Illusion hingegeben. Die „neue Normalität“ wird ausgerufen, aus dem vorübergehenden Modus wird Routine. Im virtuellen Joballtag müssen wir Wege finden, das Team zusammenzuhalten und auch die Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg zu belebenGerade jetzt können Interne Kommunikation und Human Resources gemeinsam vieles bewegen und Orientierung geben. Selbst wenn wir bald wieder schrittweise und alternierend an unsere Arbeitsplätze im Unternehmen zurückkehren, wird die neue Normalität das Thema Homeoffice beinhalten. Die gängige Ausrede, dass Präsenz für ein funktionierendes Unternehmen unerlässlich ist, zieht nicht mehr. Viele Mitarbeitende werden ihren Arbeitsplatz zuhause einfordern: Es bleibt also vielerorts virtuell. 

Die Frage ob und wieviel Teambuilding nötig ist, hängt natürlich von der Team- und Unternehmenskultur ab. Wo bisher das Thema Achtsamkeit gelebt wurde, passt eine gemeinsame tägliche Meditation. Wo das Thema Spaß bei der Arbeit großgeschrieben wurde, sind auflockernde Spielchen oder Gimmicks nicht fehl am Platz. Wenn Abteilungen auch den informellen Austausch beim Mittagessen gepflegt haben, ergibt ein virtueller Lunch Sinn. Da muss man schon genau hinschauen und das Passende auswählen. Auch die viel zitierte virtuelle Kaffeeküche funktioniert nur, wenn diese in der analogen Welt bereits ein Hotspot war. Darüber hinaus gibt es individuelle Unterschiede. Wer mittags für die Kinder kocht, kann nicht mit den Kollegen am virtuellen Mittagstisch sitzen. Grundsätzlich gilt: Was brauchen wir? Was haben wir vor Corona regelmäßig gemacht? Was kann dieses Ritual heute ersetzen? 

Dennoch gibt es ein paar universelle Tipps, die für jedes virtuelle Team Sinn ergeben, weil sie nützlich sind und Verbindung herstellen. Das sind unsere fünf selbsterprobten Teambuilder: 

  • Gegenseitige Wertschätzung, Lob und Anerkennung sind so wichtig und tun unheimlich gut. Als Lobende geben Sie die Rückmeldung, dass die Arbeit der anderen wertvoll ist und bestätigen indirekt deren Rolle und Position im Team. Im Büroalltag ist ein „Klasse, danke Dir“ schnell gesagt und in realen Meetings beziehen wir andere ganz automatisch mit ein, indem wir durch ein Lächeln oder ein Zunicken eine Referenz herstellen. Nennen Sie also auch in Videocalls den Namen der Kollegin oder des Kollegen, der Anteil am Projekt oder Sie einfach nur unterstützt hat. Versehen Sie das mit einem Lächeln oder einem „thumbs up in die Kamera. Nutzen Sie im Chat die Emojis, um anzuzeigen, dass Ihnen etwas gefällt, Sie froh sind, dass ein Thema erledigt oder dass Sie diese Information gut gebrauchen können. 
  • Wir alle lernen gerade dazu. Wir durchforsten das Netz nach Tipps und Tricks, die uns im Umgang mit neuen Techniken helfen und voranbringen. In den meisten Teams gibt es diejenigen, die sich richtig reinhängen, die es ganz genau wissen wollen oder solche, die neues Wissen einfach gut vermitteln können (und Lust dazu haben!). Skill-Sharing-Sessions schlauen das ganze Team auf und steigern das gemeinsame Selbstbewusstsein. Wir bekommen auch das Gefühl, gemeinsam an Herausforderungen zu wachsen und sie nicht allein meistern zu müssen.
     
  • Daumen hoch, Daumen runter oder zur Seite: Ein tägliches Stimmungsbarometer als Intro zum Team-Call macht Spaß und ist sinnvoll. Gerade für Führungskräfte ist es gut zu wissen, wie es um das Team steht und ob Einzelne etwas mehr Zuspruch und Austausch brauchen. Wer will, kann die eigene Stimmung begründen und meistens sind die Gründe für abgesenkte Mundwinkel ja auch ganz lustig – oder die positiven Erlebnisse von anderen helfen, die allgemeine Stimmungskurve nach oben zu bringen. Auch hier stellt sich der Effekt ein, sich weniger allein zu fühlen und von der Gruppe getragen zu werden.
     
  • Am Ende der Woche kurz zurückschauen, Erfahrungen, Highlights und Holprigkeiten teilen. Das kann ein schönes, verbindendes und sogar reinigendes Ritual sein, um mit der Arbeitswoche abzuschließen und gestärkt ins Wochenende zu gehen. Gleichzeitig wird der Fokus auch auf die kommende Woche gesetzt, indem Verabredungen getroffen oder Schwerpunkte gesetzt werden. Ganz nebenbei können Kolleginnen oder Kollegen, die freie Tage vor sich haben, vorübergehend verabschiedet werden und auch am Wochenende anstehende Geburtstage bekommen Erwähnung.
     
  • Dieser Tipp ist eher für Fortgeschrittene: Versuchen Sie es mal mit Visionsrunden, in denen Teammitglieder ein Thema formulieren, das sie gerne angehen würden und das entsprechende Team benennen. Hier haben auch extrahohe Ziele und vermeintliche Spinnereien einen Platz. Einfach mal losvisionieren, Bill Gates mit ins Team holen und in zukünftigen Erfolgen schwelgen. Sie werden staunen, wie hoch Ihre Kolleginnen und Kollegen fliegen wollen.
     

 Der Erfolg unserer Tipps basiert immer auf den bisherigen Erfahrungen des Teams und dem Spirit, der in ihm lebt. Egal, wofür Sie sich entscheiden – wichtig ist immer ein klarer Fokus, eine klare Intention und in vielen Fällen auch eine Moderation. Und vielleicht rückt das Team am Ende noch enger zusammen, denn das Bemühen um Verbindung kann unheimlich verbindend sein. 

 

Copyright Aufmacherbild: Unsplash/United Nations COVID-19 Response

 

 

 

Krise als Chance – wenn Führungskräfte Mensch sein dürfen

Es ist sehr wahrscheinlich, dass unsere Art zusammenzuarbeiten und unser Verständnis von Führung sich nach der Corona-Krise verändern werden. Warum? Weil unsere Arbeitswelten gerade kräftig durcheinandergewirbeln. Unser Miteinander verlässt die vertrauten Bahnen. Hierarchien erhalten eine neue Facette: Echte Nähe. Auch wir bei MPC sind im Homeoffice und schauen besonders neugierig auf die vielen verschiedenen digitalen Kanäle und Netzwerke, in denen Meinungen und Einblicke zu #weareallinthistogether, #stayathome, #stayhealthy oder #digitalsocialisation geteilt werden. Führungskräfte sind in dieser Zeit besonders gefordert, um ihre Teams zusammenzuhalten und zu motivieren. Wie geht das? Hier sind unsere acht Leadership-Hacks für Sie:

  1. Struktur schaffen: Wir Menschen sind Strukturliebend. Die fehlende Struktur des Arbeitstages macht gerade vielen zu schaffen, insbesondere denen, die neu im Modell Homeoffice sind. Als Chef*in müssen Sie Struktur geben und starten am besten mit einem täglichen Check-in, also einer virtuellen Team-Besprechung zu einem festen Zeitpunkt. Jeden Tag. So ein Termin versetzt uns in den Job-Modus: Los geht’s, die anderen sind auch am Platz, ich bin bei der Arbeit. Auch die Besprechung sollte einer Struktur folgen, die Sie vorgeben. Bei uns ist es so: 1. Neuigkeiten, 2. To Dos, 3. Damns, 4. Workload. Eine Moderator*in ruft die Teilnehmer nacheinander auf und diszipliniert – wenn nötig.
  2. Informelles zulassen: Lassen Sie zu Beginn dieses täglichen Meetings Raum für informelle Themen. Da kann auch mal der Hintergrund im Homeoffice oder der lockere Kleidungsstil kommentiert werden. So simulieren Sie den Büroalltag, in dem man ja auch erstmal ein Schwätzchen hält, bevor es losgeht. Diese kurze Zeit ist eine Art emotionales Ventil, das Sie kurz aufdrehen, um den Druck zu reduzieren.
  3. Empathie zeigen: Wie läuft es bei Dir im Homeoffice? Gerade die Ungeübte Homeworker*in verbringt vielleicht noch viel Zeit mit der Technik, dem richtigen Arbeitsplatz, Ablenkungen oder der Selbstorganisation. Fragen Sie im persönlichen Gespräch oder über eine Chat-Funktion, wie die Lage ist und ob er/sie etwas braucht, um gut arbeiten zu können. Sensibel und wertschätzend auf Menschen eingehen – dieser Einsatz bringt Gewinn, der sich nachhaltig zeigen wird.
  4. Sicherheit geben: Für sehr viele Unternehmen kann die Corona-Krise schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben. Aktuell herrscht zumindest eine allgemeine Unsicherheit. Wenn Sie Sichheit geben können, dann tun Sie das auch. Können Sie es nicht, dann artikulieren Sie die Unsicherheit. Seien Sie klar und ehrlich. Nichts ist schlimmer, als ein großer Raum für Spekulationen, in dem die Angst mit am Tisch sitzt. Ängstliche Mitarbeiter werden alles sein, aber auf keinen Fall produktiv und kreativ.
  5. Orientierung schaffen: Mitarbeiter*innen werden sich gerade in Krisenzeiten an Ihrem Verhalten orientieren. Seien Sie sich dessen bewusst und nutzen Sie diesen Umstand, um ganz bewusst die nötige Orientierung zu geben: Wo stehen wir? Wie geht es von hier aus weiter und warum?
  6. Akzeptanz fördern: Leiden reduziert sich nur, indem wir es annehmen. Das sollten Führungskräfte kommunizieren und vorleben. Keiner kann heute sagen, wie lange unsere aktuelle Situation anhält und ob es danach eine Normalität gibt, in die wir schnell zurückfinden. Deshalb ist es so wichtig das anzunehmen, was jetzt ist und das Allerbeste daraus zu machen.
  7. Sozialhygiene ermöglichen: Bei uns ist es die digitale Teeküche, in der unser Team sich regelmäßig trifft, um zu reden und zu lachen. Nennen Sie es Lunchbox oder Kaffeeklappe, schicken Sie den Lieferdienst zu Ihren Mitarbeiter*innen oder verabreden Sie sich zum After Work-Bier, wenn Sie dies in „normalen“ Zeiten auch tun würden. Akzeptieren Sie es aber, wenn Kolleg*innen das nicht möchten oder einfach froh sind, wenn die Bildschirmzeit vorbei ist.
  8. Vorbild sein: Mittagspause, Sport, Feierabend – im Homeoffice sind die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit fließend und plötzlich hat man zehn Stunden auf der Uhr. Leben Sie vor, dass Offline wichtig und richtig ist. Wenn Sie auf sich aufpassen, tun ihre Mitarbeiter*innen es bei sich auch.

Der Neurologe und Psychiater Dr. Volker Busch spricht in unserem aktuellen Podcast von einer großen Chance, die in dieser Krise liegt: Die Chance auf den „Shift von reinem Management zu menschengerechter Führung“. Greifen Sie zu, solange die Krise anhält.

Copyright Aufmacherbild: Markus Winkler / Unsplash

Ein Team, viele Orte – wie flexibles Arbeiten das Wir-Gefühl herausfordert

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Nine to five am Arbeitsplatz? Der Dino unter den Arbeitszeitmodellen wird immer seltener, die Zusammenarbeit in virtuellen Teams nimmt entsprechend zu. Egal ob im Homeoffice oder von unterwegs: Die Kommunikation über Medien ersetzt mittlerweile einen spürbaren Teil der persönlichen Kommunikation. Größte Herausforderung bei dieser Entwicklung: Führungskräfte müssen Raum und Anlässe für Kommunikation und Identifikation mit der gesamten Organisation schaffen, denn nur daraus können Motivation und Engagement entstehen.

Natürlich gibt es Tools, die den kontinuierlichen Austausch ermöglichen und auch Routinen lassen sich so einrichten. Sie müssen aber ganz selbstverständlich und zuverlässig in den Teamalltag eingebunden werden. Und genau da lauert die ein oder andere Tücke. Die große Freiheit des flexiblen Arbeitens schafft Arbeitsplätze, die nicht ideal sind für feste Kommunikationstermine. Da ist schon mal das Netz unzuverlässig, die Kinder werkeln im Hintergrund oder im Café wird laut geklappert.

Hinzu kommt, dass für Führungskräfte Nachholbedarf bestehen kann, wenn der Umgang mit den technischen Möglichkeiten für sie nicht selbstverständlich ist. Mehr Möglichkeiten sorgen also nicht automatisch für mehr Austausch und Kollaboration im Team.

Das können Führungskräfte tun, um alle Fäden zusammenzuhalten und kommunikativ miteinander zu verbinden – und das „Wir“ im Team aktiv zu halten:

  • Wählen Sie die Kommunikationstools maßvoll und gut überlegt aus. Weniger ist mehr und trotzdem müssen alle Bedürfnisse nach Austausch, Information, Zusammenarbeit und Anbindung erfüllt sein. Neben Chat-Funktionen sind Zusammenarbeitsräume für Projekte und Teams, aber auch eine Wissens- und Best Practice-Datenbank wichtig.
  • Machen Sie sich und andere fit: Digitale Fitness ist keine Alters-, sondern Typfrage: Nicht jeder bringt eine Affinität für digitale Tools mit und wie in jedem Prozess, wird es Befürworter und Skeptiker geben. Um reibungslos kommunizieren zu können, müssen alle Teammitglieder in der Lage sein, gleich versiert und routiniert mit den Kommunikationstools umzugehen.
  • Setzen Sie Leitplanken: Feste Routinen, gute Erreichbarkeit, Pünktlichkeit. Flexibel zu arbeiten bedeutet nicht, völlig losgelöst von Spielregeln zu sein. Gerade in agilen Teams, in denen die Hierarchien vielleicht sogar abgeschafft sind, braucht es Führung und Orientierung. Das gilt für den Umgang miteinander, für die Kommunikation, für Arbeitszeiten, Aufgaben, Deadlines und auch die persönliche Belastungsanzeige. Regelmäßige Updates und kleine Erinnerungen im Alltag helfen, diese zu verinnerlichen.
  • Ermöglichen Sie Face-to-Face-Kommunikation: Der persönliche Austausch hat eine höhere Bindungskraft, als der virtuelle. Deshalb sollten auch virtuelle Teams regelmäßig „echte“ Treffen ermöglichen. Hier kann die Interne Kommunikation in ihrer Funktion als „social engagement specialist“ unterstützen: Workshops, Events und Austausch in der analogen Welt schaffen die Basis, auf der virtuelle Zusammenarbeit gelingen kann.
  • Eine gemeinsame Teeküche gibt es nicht, aber irgendwo sollte auch der private Austausch einen Platz finden, denn der verbindet. Deshalb sollten auch diese Themen im Chat der digitalen Tools erlaubt sein.

Ohne Kommunikation geht es nicht – und gerade in virtuellen Teams ist sie der Kitt, der Mitarbeitende und Organisation zusammenhält. Den braucht es unbedingt, um erfolgreich und produktiv zusammenzuarbeiten. Bei aller Flexibilität, die heute möglich und auch gewünscht ist, bleibt eine Sache völlig unflexibel: Verbundenheit entsteht nur durch den persönlichen Austausch und aus dem Gefühl heraus, Teil eines Ganzen zu sein.

 

Copyright Aufmacherbild: Unsplash / Marisa Buhr