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Tagst Du noch oder veränderst Du schon?

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Der Hashtag des Change Congress 2018 in Berlin glüht, unter #ChangeC18 überschlagen sich Keynote-Zitate von Reinhold Messner mit begeisterten Zitaten und Kommentaren von und zu den inspirierenden Vorträgen. Veränderung elektrisiert die Berliner Luft im historischen Güter- und Postbahnhof, wo vom 19. bis 22. November rund 800 Kommunikationsexperten zu diesem einen Thema zusammengekommen sind. Längst ist Change nicht mehr Ausnahmesituation im Unternehmensalltag, sondern die Regel. Händeringend wird nach Wegen gesucht, um damit umzugehen – in der Kommunikation, in der Organisationsentwicklung, in der Führung. Schnell wird auch hier klar, dass es sie nicht geben kann, die eine Lösung. Aber Best Practice, mutige Inspirationen, kraftvolle Netzwerke – die gibt es und aus ihrer Kraft kann jeder seinen eigenen Weg mit nach Hause nehmen.

Die Relevanz des Themenfeldes Change / New Work / (Interne) Kommunikation spiegelt sich im November in der Dichte von Ereignissen: Drei Tagungen, dreimal Berlin, fast zwei Wochen Input am Stück, mehr als 2000 Teilnehmer. Vergangene Woche die 15. Tagung Interne Kommunikation mit dem Schwerpunkt „Change“. Dann das PR Report Camp von Profis für den Nachwuchs der Branche. Und seit vorgestern der Change Congress des Handelsblatt Fachmedien Verlages. Das Themenfeld ist komplex, emotional aufgeladen und von zahlreichen mittelständischen und kleinen Unternehmen gut umgesetzt. Die Deutsche Bahn, Swisscom und SAP sind nur drei Beispiele für beste Praxis, die hier präsentiert wurde. Vielleicht gibt es ihn ja doch, den erfolgreichen Weg der Veränderung, nach dem wir alle suchen?

MPC-Geschäftsführerin Andrea Montua, die gemeinsam mit Geschäftspartner Heiko Sulimma im Rahmen der depak Tagung und des PR Report Camps zum Thema „Kulturwandel durch Führung und Kommunikation“ referierte, ist begeistert: „Unsere Branche ist gerade von einer besonderen Dynamik erfüllt, die einfach nur ansteckt. Was mich besonders glücklich macht ist die Tatsache, dass Interne Kommunikation endlich als Teil der DNA eines Unternehmens anerkannt ist. Für diese Überzeugung stehen wir seit vielen Jahren ein und auf.“

In unserer nächsten Echolot-Kolumne auf pressesprecher.com steigen wir am 28. November tiefer in die Beziehung zwischen New Work und Interner Kommunikation ein. Bleiben Sie dran!

Copyright Aufmacherbild: Deminos / fotolia

 

Heute mal total verrückt

Manchmal steckt man in den Strukturen und den Routinen einfach so gemütlich fest. Und findet das gar nicht so tragisch. Die Dinge laufen mal besser, mal schlechter, aber sie laufen. Das Tagesgeschäft hat einen angenehm im Griff. Die kleinen Zwischenräume, die Zeit zum Durchatmen lassen, werden eben dafür genutzt. Solch eine Routine kann auch zu Lethargie führen, frische Ideen halten da keinen Einzug. Bekannt?

Überraschung: Veränderung kann von innen kommen und im Team stattfinden. Dabei darf die Interne Kommunikation durchaus mal als Impulsgeber fungieren. Aktuell geistern Begriffe wie Hackathon, Design Thinking und Working Out Loud durch die Medienkanäle. Neumodischer Kram, denken Sie? Ja und Nein. Der Ansatz des Design Thinking zum Beispiel ist nicht neu, sondern stammt aus dem Industriedesign. Ziel ist es, neue Ideen zu generieren und Lösungen im interdisziplinären Team zu finden. Bei einem Hackathon werden innerhalb kürzester Zeit Produkte oder Dienstleistungen entwickelt. Verschiedene Teams arbeiten an einer Aufgabenstellung und die Ergebnisse sind verblüffend unterschiedlich. Working Out Loud ist eine Methode, mit der man lernt, sein Wissen zu teilen – und zwar so, dass andere es verstehen und davon profitieren.

Das bringt die wilde Fahrt

Natürlich müssen Sie nicht auf jeden Zug springen, aber auch nicht jeden vorbeiziehen lassen. Auch wenn Sie nicht in einem agilen Unternehmen arbeiten, sind kreative Prozesse, Ideen und Ergebnisse ein Motivationsbooster und sie können nur davon profitieren. Fünf Dinge, die ganz sicher passieren:

  1. Mehr Vertrauen zwischen Führung und Mitarbeiter: Die Rollen verschieben sich in diesen Formaten, weil Führungskräfte die Rolle des Mitarbeiters einnehmen und umgekehrt. Das reißt Mauern ein und schafft Vertrauen in die jeweiligen Kompetenzen.
  2. Eigeninitiative im Team: Auch mal etwas dürfen, ohne die etablierten Wege zu gehen. Mitarbeiter werden mutiger, trauen sich auch mal was. Das motiviert und stärkt das Selbstvertrauen.
  3. Fähigkeiten und Wissen werden geteilt: Wer teilt, der bekommt. Soziale Großzügigkeit in Bezug auf Know-how und persönliche Kompetenzen sorgt dafür, dass man sich weiterentwickelt. Und wer mit gutem Beispiel vorangeht, bekommt Gleiches zurück.
  4. Die Bereitschaft zur Veränderung wächst: Wer Agilität auf dem Spielfeld ausprobiert, übt sich in Veränderung. Die Schranken im Kopf gehen hoch und öffnen sich für Neues. Der Veränderungsmuskel wird trainiert.
  5. Verständnis für die Aufgaben anderer Disziplinen: Interdisziplinäre Teams erweitern den internen Horizont. Sie bekommen Einblicke in die Aufgaben und Methoden von Kollegen, die Sie sonst vielleicht nie treffen würden. Aus dem Verständnis wird gegenseitige Akzeptanz.

Vielleicht entdecken Sie, dass nur einen Stock höher Talente schlummern, die Sie in Ihrer Arbeit bereichern können. Oder Sie können selbst Kollegen mit einer Idee weiterbringen. Durch kreative Formate entsteht ein stabiles, persönliches Netzwerk, das gerade für die Interne Kommunikation ein Segen sein kann. Die Akzeptanz auf beiden Seiten wächst und damit auch die Interaktion. Um profitieren zu können, sollten Sie sich an die Spitze der Bewegung setzen. Das Gute an der Internen Kommunikation ist eben das Interne – sie kann auch mal etwas wagen, wenn sie – im Schulterschluss mit dem Management – das Unternehmen als geschützten Raum begreift, in dem große Siege gewünscht und ebenso große Niederlagen erlaubt sind.

Noch mehr Agilität wartet auf Sie in unseren früheren Beiträgen zum Thema: Agilität in der IK und Agilität kontert Chaos.

Copyright Aufmacherbild: Marion Michele/Unsplash

DPRG-Trendbarometer: Bye, bye, Silo-Denken!

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Welche Wege schlägt die Kommunikation derzeit ein? Welche aktuellen Trends und Strömungen dürfen Kommunikateure nicht versäumen? Zu den wichtigsten Entwicklungen der Branche veröffentlicht unser Kooperationspartner Deutsche Public Relations Gesellschaft DPRG  regelmäßig das (kostenpflichtige) „Honorar- und Trendbarometer“. Eine Kern-Erkenntnis für 2017: Das Silo-Denken gehört der kommunikativen Steinzeit an. Mindestens. Dumm nur: Zwischen Problemverortung und daraus resultierenden Maßnahmen klafft noch eine fatal große Lücke.

Monolog versus Dialog

Wer mit dem Silo-Bild spontan nichts anzufangen weiß: Silo- oder auch Inseldenken meint, dass Unternehmen auf Abgrenzung statt auf Austausch setzen. Jede Abteilung ist ihr eigener Speicher, in dem unten das gleiche herauskommt, wie oben reingeschüttet wird. Vermischung mit nebenstehenden Silo-Inhalten? Fehlanzeige!

In einer digitalisierten Welt ist diese Kultur der Vergangenheit dringend überholungsbedürftig. Silos fördern Monolog und Tunneldenken. Netzwerke hingegen stehen für Dialog, Zusammenarbeit, den unabdingbaren Blick über den Tellerrand. Neues kann nur an den Schnittstellen und mit Schwarmintelligenz wachsen; dort, wo Neugier, Flexibilität, Innovationsfreude und Agilität zu den unternehmensinternen Grundprinzipien zählen.

IK mit Mantel und Degen

Hier kann und muss die IK in Musketier-Manier für die gute Sache – die Zukunft der Kommunikation – einstehen. „Einer für alle, alle für einen“ lautet das Credo, das Führungskräfte und Mitarbeiter verinnerlichen sollten, damit Unternehmen, Belegschaft und Kultur zeitgemäß wachsen können. Dafür braucht es eine maßgeschneiderte Strategie, die den kommunikativen Rundumschlag vom Leitbild bis zur Kultur-Korrektur vornimmt. Doch erste Maßnahmen weg vom Silo und hin zum Networking kann die IK auch bereits vor einem groß angelegten Change beginnen. Fünf Anregungen von MontuaPartner Communications für mehr Kollaboration.

  1. Apps und Social Intranets: Der einfachste Weg, um Kollegen über Hierarchien hinweg zu vernetzen. Ganz gleich, ob Projektaustausch, Wissenstransfer oder ein informelles Treffen zum Lunch – Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Tools zur selbstbestimmten Kommunikation zur Verfügung stellen, berichten von deutlich steigendem Input und Engagement. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie (Link am Textende), die besagt, dass „sich unternehmensinterne Social-Media-Plattformen als ein zentrales Element für eine adäquate (…) Zusammenarbeitskultur im digitalen Zeitalter etabliert“ haben.
  2. Mitarbeiter emanzipieren: Wer sich als reiner Befehlsempfänger versteht, wird nicht eigenverantwortlich über Hierarchie- und Ressortgrenzen hinweg den Dialog suchen. Es ist Aufgabe der Führungskräfte, Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem Arbeiten zu befähigen. Und es ist Aufgabe der IK, das Management daran zu erinnern.
  3. Zusammen lernen: Weiterbildung über Abteilungen hinweg kann zwischen bislang fremden Kollegen neue Schnittstellen schaffen, die im Daily Business einer gemeinsamen Kommunikationskultur den Weg bereiten. Überdies fördert neues Wissen immer den wichtigen Blick über den Tellerrand.
  4. Bereichsübergreifende Projekte: Ein Thema hat stets viele Seiten: Warum für das nächste Projekt nicht mal ein Team aus allen relevanten Abteilungen zusammenstellen und gemeinsam bearbeiten? Der Output wird wegweisend in Sachen kollaborativer Zusammenarbeit sein.
  5. Feste feiern: Ob Company Days, BBQ oder Kamingespräch: Firmeninterne Events sind wahre Vernetzungsbörsen, die meist weniger formell sind als der Arbeitsalltag und daher exzellent geeignet für neue Kontakte und Allianzen.

Sie werden Ihr Unternehmen mit diesen Maßnahmen nicht gleich in ein Apple-ähnliches StartUp verwandeln. Aber Sie können beginnen, die Lücke zwischen Erkenntnis und Umsetzung zu schließen.

Hier geht’s zur Studie der Hochschule RheinMain

Copyright Aufmacherbild: My Life Through A Lense, Unsplash

 

IK heute: Lustvoller Kontrollverlust und mehr why als what

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„Community Building in der IK“ ­– unter diesem Programmtitel griff die Berliner Depak-Tagung strategische und operative Themen aus dem Alltag von IK-Abteilungen auf. Zwei Tage lang verfolgten am 29. und 30. Mai 120 Teilnehmer aus D, A und CH in der Quadriga Hochschule zahlreiche Vorträge und nahmen Impulse aus Best-Practice-Fällen mit, präsentiert von Unternehmen wie der Otto Group, Kiekert, Ricola, der Deutschen Bahn oder Zalando.

„Wahrhaftigkeit und Klarheit“, sagte Thomas Voigt (Otto Group) in seiner Keynote-Ansprache, seien die wichtigsten Trends in der IK – und IK sei somit künftig mehr eine Frage von Haltung, Führung eine Frage der Kommunikation. Aufgabe der IK-Manager müsse es sein, ein differenzierendes „Why“ und nicht mehr nur das „What“ und „How“ zu kommunizieren. Deshalb plädierte Voigt nicht nur für den „lustvollen Kontrollverlust“, sondern unter anderem für Face2Face-Gespräche und TED-Talks der Geschäftsführung und Führungskräfte – auch wenn es scheinbar gerade nichts zu sagen gäbe. In diesem Zusammenhang hakten sich über den Tag hinweg vor allem Sätze wie diese ins Gedächtnis: „Partizipation ist die beste Motivation.“ „Werte müssen neu belebt werden.“ Oder besonders:

„Die interne Kommunikation wird künftig der wichtigste Bereich der Unternehmenskommunikation sein, weil sie authentisch ist und dort ansetzt, wo der zentrale Wert eines Unternehmens sitzt: bei den Mitarbeitern.“

Am zweiten Tagungstag kreisten die Themen inhaltlich stärker um die operative Ebene der Tools sowie um den Fokus der Tagung, das „Community Building“. In 20-minütigen Impuls-Sessions und vertiefenden 1,5-stündigen Round-Table-Veranstaltungen konnten interessierte Teilnehmer neue Formate kennenlernen, etwa „Working Out Loud Circles“. Dazu gaben die Moderatoren wertvolle Tipps, um Communities in der IK zu beleben. Die 4 wichtigsten:

  • Suchen Sie Menschen, die etwas zu erzählen haben.
  • Bleiben Sie nicht immer nur sachlich.
  • Bringen Sie Menschen zusammen, die mit- und voneinander profitieren können.
  • Nehmen Sie Menschen die Angst vor der Transparenz.

In puncto Kommunikationsmöglichkeiten bestätigten sich die Faustregeln: Relevanz vor Transparenz, Bild vor Text, Video vor Bild. Impulse, warum Print (dennoch) keinesfalls tot ist und Kennzahlen in der IK kein Wunschdenken mehr bleiben müssen, rundeten den Tagungstag ab.
Diese IK-Tagung hatte also für jeden Teilnehmer etwas zu bieten, vom Community-Moderator bis zum Kommunikationsleiter. Einmal mehr interessant zu beobachten: Themen und Herausforderungen sind in allen Unternehmen ähnlich, ganz gleich, ob die IK 500 oder 100.000 Mitarbeiter erreichen möchte. Und: Netzwerken und Austausch zahlen sich aus – unternehmensintern, aber auch über die Grenzen der eigenen Tellerrands hinweg. Persönlich freut mich besonders, dass Führungskräften und dem Thema „Mehr Sein als Schein“ zunehmend mehr Bedeutung zugemessen wird.

Ein wichtiges Thema, zu dem wir bereits 2015 einiges beigesteuert haben, das PDF dazu finden Sie hier.

Copyright Aufmacher: William White, Unsplash