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Sind wir nicht alle ein bisschen agil?

Wir! Brauchen! Mehr! Agilität! Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder: Derzeit werden agile Methoden landauf und landab als DER Heilsbringer für jeden Workflow beschrien. Aber mal ehrlich: Sind Tools wie Kanban und Scrum nicht schlicht Arbeitsmethoden der IT-Abteilung? Und was soll die Interne Kommunikation damit am Hut haben?

Agil, weshalb, warum: ein Crashkurs

Agility ist primär eine Frage der Unternehmenskultur und deren Werte. Sie erfordert einen angepassten – teils hierarchischen, teils gleichberechtigten – Umgang mit Führung, Autoritäten, Entscheidungsprozessen sowie Leistungsmessung mit Partnern und Kunden. Man nehme also ein entsprechendes Führungsverständnis, kombiniere es mit einer passenden Organisationsform und akzeptiere ein hohes Maß an Komplexität. Das Resultat: Durch umfassende Kollaboration wird das eigene Unternehmen schneller, flexibler, proaktiver, antizipativer – kurz: überlebensfähig in einer immer schnelleren, digitalisierten Welt. Agil eben. Klar soweit?

DIY (Do it yourself)!

Um selbst agil zu werden und einen wertvollen Beitrag in agilen Kontexten liefern zu können, müssen sich IK-Verantwortliche fit halten. Fit in sozialen Medien, modernen Wissensmanagement-, Vernetzungs- und Kommunikationstools. Fit für Change, der Hand in Hand mit der Agilität geht. Fit in allen Belangen des eigenen Unternehmens, insbesondere hinsichtlich der Unternehmenskultur und den Bedürfnissen der Kollegen. Zum Abschluss darf auch ein wenig Reflexion nicht fehlen: wie steht es eigentlich um die eigene Fehlertoleranz? Und wie erprobt ist man in den für Agilität typischen Feedback-Schleifen? (Hier gibt es  wichtige Tipps zum praktischen Agility-Arbeiten.)

Spannt ein Netz!

Agile IK-Verantwortliche übernehmen wichtige Aufgaben im Unternehmen: Das Vernetzen von Kollegen als Grundvoraussetzung für agiles Arbeiten. In enger(er) Zusammenarbeit mit HR werden Führungskräfte zu neuen Prozessabläufen befähigt, Feedback-Instrumente und Methoden etabliert, Leitbilder und Handlungsprinzipien optimiert. Unterschiedlich strukturierte Bereiche im Unternehmen erfordern besondere Vermittlung zwischen den Positionen. Und vor allem: Je dynamischer das Unternehmen, desto wichtiger ist die Möglichkeit zur emotionalen Verankerung der Mitarbeiter. Hierbei helfen beispielsweise auch virtuelle und reale Begegnungen zwischen der Geschäftsführung und ihren Mitarbeitern und Führungskräften.

Hilfe gefällig?

IK-Experten können Angst vorm agilen Change nehmen, das Verständnis der bisherigen Unternehmenskultur unterstützen und Hilfestellung für gewünschte Veränderungen geben. Vor allem können sie die Aufmerksamkeit auf das Wichtige lenken: zwar stehen geschriebene Werte und Leitlinien oft im Rampenlicht. Was jedoch wirklich zählt, ist das tatsächliche Verhalten. Und das kann man zum Glück: üben, üben, üben. Nichts wie rein ins agile Vergnügen.

 

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei folgende Lektüre empfohlen:

Ulrike Buchholz und Susanne Knorre: Interne Kommunikation in agilen Unternehmen, Eine Einführung. 2017 erschienen in der Reihe essentials des Verlags Springer Fachmedien Wiesbaden.

 

Copyright Aufmacherbild: Jamie Street,Unsplash

25 Megatrends zur Arbeit 4.0

Ungemein spannend und erschreckend zugleich: In Zukunft werden Maschinen Kollegen, Kooperationspartner und Kontrolleure unserer Arbeit sein. Das zumindest besagt eine der 25 Thesen einer Expertenbefragung, die von der Deutschen Telekom in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen im August durchgeführt wurde.

Für die Untersuchung „Arbeit 4.0: Megatrends digitaler Arbeit der Zukunft – 25 Thesen” wurden weltweit 60 Experten unterschiedlicher Disziplinen befragt. Darunter befanden sich Top-Manager aus der Telekommunikations- und ICT-Branche, Wissenschaftler von Universitäten in Deutschland, den USA und Österreich, Unternehmensberater sowie Vertreter von Verbänden und Gewerkschaften.

Drastische Veränderungen

Das Fazit der Befragung: Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt und die Arbeitsorganisation dramatisch verändern. Eine Auflösung der bisherigen Organisationsstrukturen prognostizieren die Befragten ebenso wie die komplette Transparenz von Leistungen, Projekten und Aufgaben. Damit einher geht aus Sicht der Experten eine weitgehende De-Hierarchisierung und eine Verlagerung der Loyalitäten. Digitale Fachkräfte der Zukunft werden sich eher hoch spezialisierten, firmenübergreifenden Communities zugehörig fühlen, als dem eigenen Unternehmen. Mit seinen Thesen ist das Papier Pfichtlektüre für Personaler und Kommunikateure.

Für interne wie auch externe Kommunikation und das Personalmanagement in Unternehmen bergen die 25 identifizierten Megatrends eine Vielzahl neuer Herausforderungen. Die Erkenntnisse der Befragung finden Sie hier.

Liegen die Experten richtig? Werden die Führungskräfte von Übermorgen wirklich die „IT-Wunderkinder” sein, wie die Experten im Thesenpapier behaupten? Und wird die Identifikation mit dem eigenen Netzwerk jene mit dem Arbeitgeber ablösen können?

Klicken Sie die Headline an und diskutieren Sie mit uns!

 

Digital Transformation mit Drohpotenzial

Spannend wie ein Krimi zur Digital Transformation lesen sich die Ergebnisse einer Umfrage zum „zerstörerischen“ Potenzial der Digitalisierung (digital disruption). Im Auftrag von IMD und Cisco befragte dazu das Global Center für Digital Transformation weltweit 941 Top-Manager. Entstanden ist dabei unter anderem ein Transformations-Ranking der betroffenen Branchen.

Ganz vorn in der Liste finden sich die Branchen, deren Erzeugnisse schon heute weitgehend digitalisiert sind. Dies trifft zu auf die Bereiche Technologie, Medien und Finanzen. Ganz am Ende der Liste landete die Pharmaindustrie, die sich vor dem Eindringen digitaler Konkurrenz nach Meinung der Manager noch nicht zu fürchten braucht.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage ausgewertet und in einer spannenden Slideshare-Präsentation zusammengefasst hat die Erkenntnisse Holger Schmidt in seinem Netzökonom-Blog.