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Miteinander reden statt Netz und doppeltem Boden

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Warum und wie Kommunikation uns Sicherheit gibt

Wir haben eine enge Beziehung zu unserem Job. Logisch eigentlich, schließlich will niemand mehr als zwei Drittel der Woche, des Monats, des Lebens (!) in einer schlechten Beziehung verbringen. Das bestätigt auch das Edelman Trust Barometer 2019, das von einer überraschend tiefen Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber berichtet. Und wir sind durchaus bereit, viel für diese Beziehung zu geben – vor allem gute Arbeit und Engagement. Das Verhältnis zueinander ist dann auf dem Prüfstand, wenn große oder auch kontinuierliche Veränderungen anstehen. Dann brauchen wir Sicherheit, wollen verstehen und nachvollziehen können, was passiert und warum. Denn bei den meisten Menschen bewirken Veränderungen erst einmal Chaos im präfrontalen Kortex, also da, wo das Zentrum unserer Fähigkeiten liegt. Wir sind vor Angst gelähmt, flüchten oder greifen an.

Was hilft? Kommunikation. Sie ist die neue Sicherheit, gibt uns Stabilität in unruhigen Zeiten, in denen Struktur und Strategie volatile Zeitgenossen sind. Dann schlägt in Unternehmen die große Stunde der internen Kommunikation. Sie nimmt eine gewichtige Rolle ein, wenn Mitarbeitern Ängste genommen werden und Verbundenheit vermittelt werden muss. „Menschen haben ein tief angelegtes Grundbedürfnis nach Verbundenheit“, bestätigt der Hirnforscher und Neuropsychiater Dr. Volker Busch. Wenn das Gefühl, verbunden zu sein verloren geht, werden in unserem Gehirn die gleichen Zentren aktiv, die uns Schmerz empfinden lassen.

Neben der Verbundenheit sind auch Verständnis, Sinn und Gestaltungsmöglichkeiten essenzielle Bedingungen, die erfüllt sein müssen, wenn Mitarbeiter gesund und arbeitsglücklich sein sollen. Dann sind sie in der Lage, so kreativ und agil zu arbeiten, wie es notwendig ist. Sie können neue Fähigkeiten erlernen, neu denken und sind offen für sich ändernde Aufgaben.

Wie kann ich als interne Kommunikation die Führungskräfte im Unternehmen unterstützen?

  • Führungskräftekommunikation ist ein ganz entscheidender Hebel, um die Arbeitsbedingungen optimal auszugestalten. In der Praxis hakt es oft, denn jeder Mensch setzt die Vorgaben anders um: Die eine Führungskraft kommuniziert intensiv, offen und umfassend, die andere hält davon nicht viel und gibt nur die subjektiv wichtigen Infos weiter. Deshalb sind unterstützende Unterlagen, in denen Entscheidungen und Entwicklungen gut aufbereitet sind, so unschätzbar wichtig. Die interne Kommunikation kann und sollte der Ort sein, an dem diese erstellt werden.
  • Als Kolleginnen und Kollegen bekommen Sie viel mit. Das bietet die Chance, schwelende Themen aufzuschnappen oder gar Ängste zu antizipieren. In Abstimmung mit den Führungskräften können Sie offene Formate entwickeln und etablieren, die den Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen, Gerüchte oder auch mal kritische Themen anzusprechen.
  • Neben diesen Maßnahmen, mit denen Sie eher „abholen“ und „auffangen“, sollte es auch motivierende und ermutigende Formate geben, die zum Beispiel die Innovationsfähigkeit im Unternehmen mobilisieren. Das können Kreativformate wie Barcamps oder Working Out Loud Sessions sein, in denen Frage- und Aufgabenstellungen in Teams bearbeitet werden oder auch Ideenwettbewerbe, die sich an den Unternehmenszielen ausrichten. Im Job mal über den Tellerrand des Alltags zu schauen, kann enorm energetisierend sein.
  • Möglichkeiten des Miteinanders, also Kollaboration und Austausch, lassen ebenfalls Verbundenheit entstehen. Ein Social Intranet, in dem Kolleginnen und Kollegen zur Community werden, schafft diese Möglichkeit. Wichtig ist, für jede Art der Information auch das passende Tool zu nutzen. Sind beispielsweise Hintergrundinformationen nötig, braucht es neben den digitalen oft weitere Formate. Kommen Sie mit Ihren Zielgruppen ins Gespräch und fragen sie, welche Wege gut sind.

Wenn offene Kommunikation zur Unternehmenssprache wird, kann Sicherheit einziehen. Führungskräfte werden mit diesem Ansatz auf jeden Fall gewinnen. Unterstützen Sie dabei, Mitarbeitern in Veränderungssituationen die Informationen und den Halt zu geben, den sie brauchen, um gern und engagiert (weiter) zu arbeiten.

Mehr zum Thema in unseren MPC-Podcasts mit Sebastian Purps-Pardigol und Dr. med. habil. Volker Busch

Copyright Aufmacherbild: Bernard Hermant / Unsplash

Was wirklich zählt

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Die Reaktionen auf den plötzlichen Tod unseres Freundes und Kollegen Heiko Sulimma haben uns überwältigt. Mit der Traueranzeige hatte ich auf LinkedIn gefragt, was uns Kraft und Halt gibt. Wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen und wofür wir am Ende jedes Tages dankbar sind. Was uns wirklich wichtig ist.

Diese Worte wurden mittlerweile von mehr als 90.000 Menschen gelesen, Hunderte haben reagiert und teilweise sehr persönliche Nachrichten geschrieben. Offenbar beschäftigt die Frage nach dem „Warum?“, nach dem Sinn unseres Lebens und unseres Tuns und nach dem passenden Moment sehr viele von uns, sie ist allgegenwärtig.

Der Moment, in dem uns ganz plötzlich bewusst wird, dass unser Dasein und Tun endlich sind, macht nachdenklich. Was wollen wir bewirken, so lange wir hier sind? Was möchten wir hinterlassen, was soll bleiben?

Meine Antwort, sowohl beruflich als auch privat, hat sich in den letzten Tagen noch einmal ganz deutlich gezeigt: Ich möchte Verbindung schaffen, ein Miteinander, ein Füreinander und das von ganzem Herzen. Im beruflichen Kontext passt vielleicht eher der Begriff „Herzblut“. Wir setzen uns hier bei MontuaPartner mit viel Herzblut dafür ein, dass Menschen miteinander reden, offen sind für Reflexion und die volle Entfaltung ihrer Potenziale. Verletzlichkeit gehört dazu – ich muss sie umarmen und zulassen, wenn ich wachsen möchte. Im Arbeitsalltag würde ich das, was daraus erwachsen kann, eine gesunde Unternehmenskultur und authentische interne Kommunikation nennen.

Im privaten Umfeld ist Verbindung eine Form von Liebe. Aufmerksam und achtsam für Familie und Freunde da zu sein, Verantwortung zu übernehmen. Zeit zu haben und Gefühle zu zeigen. Die Verletzlichkeit ist an der Stelle noch viel größer. Sie muss es sein, um echte und verlässliche Verbindungen zu schaffen und zu halten.

Danke an alle, die mir, meinen Kolleginnen und Kollegen, aber auch Heikos Familie mit ihren Kommentaren Mut und Kraft gegeben haben. Was wirklich Halt gibt im Leben, ist für mich das Gefühl, nicht allein, sondern verbunden zu sein – in diesem Fall mit Menschen, die ihr Mitgefühl, ihre Betroffenheit und Verletzlichkeit teilen.

 

Copyright Aufmacherbild: Unsplash/Clay Banks