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Geht’s raus und hört’s zu – Bedürfnisse der Mitarbeitenden aktiv erfragen

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Geht’s raus und spielt’s Fußball – Franz Beckenbauer hat es einst auf den Punkt gebracht. Geht’s raus und hört’s zu – könnte man analog den internen Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in den Unternehmen zurufen, denn da spielt die Musik. Wir reden immer wieder davon, wie wichtig Umfragen sind oder Gespräche mit Fokusgruppen, um Themen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden aufzuspüren. Das stimmt auch, aber gerade in Betrieben mit verschiedenen Standorten, mit getrennten Produktions- und Verwaltungsbereichen, ist das direkte Gespräch vor Ort unverzichtbar. 

Was steckt wirklich hinter der unterschwellig schlechten Stimmung, dem Unwillen gegenüber Veränderungen? Woher rührt punktuelle Unzufriedenheit tatsächlich? Was sind die Gründe, wo drückt der Schuh? Je weiter die Geschäftsführung räumlich entfernt ist, desto brodelnder ist die Gerüchteküche. Ängste werden munter geschürt, können selbst von Führungskräften nicht ausgeräumt werden und münden schnell in Demotivation. Oft entstehen so an unterschiedlichen Standorten ganz verschiedene Firmenkulturen, die sich über Jahre hinweg manifestieren.  

Die Interne Kommunikation hat viele Rollen, aber die Unterstützung der Führungskräfte in ihren Kommunikationsaufgaben ist ihre kniffligste, denn dafür muss sie erstmal an die Bedürfnisse und Bedenken der Mitarbeitenden herankommen. Und das geht nur, wenn sie Fragen stellt, nicht immer die gleichen Kolleginnen und Kollegen anspricht und wenn sie sich die (Sicherheits-)Schuhe der anderen auch mal anzieht. Das alles kostet Zeit, Engagement und bedeutet auch für interne Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, die Komfortzone des schön eingerichteten Arbeitsplatzes zu verlassen. Was immer im Hinterkopf sein sollte ist, dass die Interne Kommunikation qua Amt nah an den Themen und Entscheidungen der Geschäftsführung dran ist – oft auch räumlich. Ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen hat diese Nähe nicht und stellt sich deshalb Fragen, die wir beim besten Willen nicht antizipieren können. 

Also raus aus dem Büro, Termine machen, Treffen arrangieren und hören, wie andere ticken.  

  1. Zeigen Sie Interesse an der Arbeit und den Abläufen vor Ort und fragen Sie, wann ein Besuch gut passen würde, um nicht ungelegen zu kommen und einen wirklichen Einblick zu bekommen. Wer hat Zeit, Ihnen Dinge zu erklären? 
  2. Sie wollen lieber einen konkreten Anlass? Verbinden Sie Besuche an Firmenstandorten mit einem konkreten Projekt, z.B. einem Fototermin, einem Filmdreh oder der Recherche für einen Artikel in der Mitarbeiterzeitung. 
  3. Kommen Sie mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch und fragen Sie konkret nach, wie diese oder jene Entscheidung der Geschäftsführung angekommen ist, wie der Bericht in der Presse wahrgenommen wurde. Sind Nachrichten anders verstanden worden als beabsichtigt? 
  4. Schreiben Sie Ihre Eindrücke auf und spiegeln Sie diese bei der nächsten Gelegenheit auch der Unternehmensleitung. So können Sie eindrücklich für Maßnahmen werben, die aus Ihrer Sicht jetzt nötig sind. 
  5. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem neuen Netzwerk, fragen Sie regelmäßig nach und bitten um einen Gegenbesuch, wenn diese mal in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes sind. 
  6. Gerade in Homeoffice-Zeiten kommt es gut an, wenn Sie die Kolleginnen und Kollegen besuchen, die dieses Privileg nicht nutzen können, weil sie eben keinen Schreibtischjob haben. Maske aufsetzen und Loyalität zeigen! 

Sie werden sehen, der Weg lohnt sich und Sie werden die Organisation, in der Sie arbeiten viel besser verstehen. Mit dieser Erkenntnis lässt es sich auch viel besser mitgestalten. Ihr Netzwerk wird durch wertvolle neue Mitglieder bereichert werden und die Führungskräfte nehmen die Interne Kommunikation als das wahr, was sie sein will: eine strategische Bank mit untrüglichem Gespür für die gesamte Mannschaft. 

 

Copyright Aufmacherbild: Unsplash/pop&zebra

Wer nicht fragt, bleibt dumm

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Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Anders in Unternehmen: Dort wird oft und viel in den Mitarbeiter-Wald hineingerufen, aber es schallt recht wenig heraus. Vielleicht kennen Sie das aus Ihrem Arbeitsalltag: Einzelne Abteilungen werden angewiesen, gute Ergebnisse, Erfolge oder positive Ereignisse in die Unternehmenswelt hinauszurufen – aber diese verhallen leider ungehört. Häufigste Ursache: Die Absender haben keine Idee davon, was die Kollegen interessiert und wie man es vermittelt. Und wenn dann obendrein vielleicht auch noch die Botschaft unklar bleibt, ist mangelndes Interesse die Reaktion:

  • Ist die Information relevant für mich?
  • Wo ist mein Mehrwert?
  • Folgt aus dieser Information eine Aktion?

Dennoch: Lieber ein selbstzufriedenes „weiter so“, als ein kritisches „Kommt das an?“. Unreflektiertes Senden hat schnell etwas Überhebliches und gefällt meist nur denen, die Interne Kommunikation zum Selbstzweck betreiben (lassen). Richtig wäre es, Meldungen und Geschichten in eine Gesamtstrategie einzubetten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abzustimmen.

Da macht es ab und zu Sinn, sich in die Rolle der Empfänger zu versetzen. Wir lesen privat ja auch nur die Dinge, die notwendig sind, Spaß machen oder von denen wir profitieren. Was genau für Sie in diese Kategorien passt, ist Ihnen vermutlich klar. Wie es jedoch bei den Anderen aussieht, gilt es erst einmal herauszufinden. Dabei ist die Angst vor dem Empfänger völlig fehl am Platz. Mitarbeiter sind Ihre Kunden und deren Zufriedenheit sollte für Sie an oberster Stelle stehen.

Am besten starten Sie mit einer Umfrage: Online, über Fokusgruppen oder auf dem kleinen Dienstweg beim Mittagessen. Der Aufwand variiert zwar von gering bis groß, der Nutzen ist dafür immer immens.

Wie fast immer braucht es auch hier die Unterstützung „von oben“. Fingerspitzengefühl ist dann gefragt, wenn Vorgesetzte sich selbst gerne ins Zentrum der Botschaften stellen. Diesen dann zu sagen, dass das vermutlich keinen interessiert, kommt in der Regel nicht so gut an. Die Fragen müssen immer Antworten auf das „wie und warum wollen wir kommunizieren“ liefern. Damit lassen sich dann auch die Chefs kommunikativ viel besser positionieren.

Zudem ist es sinnvoll, ein paar belegbare Fakten zur Argumentation parat zu haben. Das könnten die mauen Klickraten des Newsletters oder die hohe Makulatur der Mitarbeiterzeitung sein. Wenn Sie das Vertrauen Ihres Chefs nicht genießen, dann suchen Sie sich Verbündete:

Führungskräfte anderer Bereiche, Kollegen der Personalabteilung oder des Betriebsrates. Eben solche, die nah an den Mitarbeitern sind. Im ersten Schritt geht es ja keineswegs darum, alles von Grund auf zu verändern oder den Chef in seiner Kommunikation einzuschränken. Es geht lediglich darum, zu erfahren, was die Kollegen für relevant halten. Nur so werden wir in der Internen Kommunikation Dinge produzieren, die strategischen Mehrwert haben – und vielleicht sogar Spaß machen.

Sie wollen gleich loslegen? Hier die 5 Schritte im Überblick, mit denen Sie Ihren Empfängern näherkommen:

  • Harte Fakten wie maue Klickzahlen oder fehlende Reaktionen helfen, den Entscheidungsträgern zu vermitteln, dass eine Befragung wichtig ist.
  • Anschließend gilt es, das richtige Befragungsformat zu wählen.
  • Immer die Augen fest aufs Ziel: Wenn Sie wissen, was Sie herausfinden möchten, dann wissen Sie auch, wen und was Sie fragen müssen.
  • Informieren Sie zeitnah nach der Befragung die Kollegen im Unternehmen, was sie ergeben hat – und was daraus nun folgt.
  • Nach der Befragung ist vor der Befragung: Eine Wiederholung nach einigen Monaten zeigt, ob die veränderte Kommunikation zu einer verbesserten Empfängerlaune beigetragen hat.

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