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Heute mal total verrückt

Manchmal steckt man in den Strukturen und den Routinen einfach so gemütlich fest. Und findet das gar nicht so tragisch. Die Dinge laufen mal besser, mal schlechter, aber sie laufen. Das Tagesgeschäft hat einen angenehm im Griff. Die kleinen Zwischenräume, die Zeit zum Durchatmen lassen, werden eben dafür genutzt. Solch eine Routine kann auch zu Lethargie führen, frische Ideen halten da keinen Einzug. Bekannt?

Überraschung: Veränderung kann von innen kommen und im Team stattfinden. Dabei darf die Interne Kommunikation durchaus mal als Impulsgeber fungieren. Aktuell geistern Begriffe wie Hackathon, Design Thinking und Working Out Loud durch die Medienkanäle. Neumodischer Kram, denken Sie? Ja und Nein. Der Ansatz des Design Thinking zum Beispiel ist nicht neu, sondern stammt aus dem Industriedesign. Ziel ist es, neue Ideen zu generieren und Lösungen im interdisziplinären Team zu finden. Bei einem Hackathon werden innerhalb kürzester Zeit Produkte oder Dienstleistungen entwickelt. Verschiedene Teams arbeiten an einer Aufgabenstellung und die Ergebnisse sind verblüffend unterschiedlich. Working Out Loud ist eine Methode, mit der man lernt, sein Wissen zu teilen – und zwar so, dass andere es verstehen und davon profitieren.

Das bringt die wilde Fahrt

Natürlich müssen Sie nicht auf jeden Zug springen, aber auch nicht jeden vorbeiziehen lassen. Auch wenn Sie nicht in einem agilen Unternehmen arbeiten, sind kreative Prozesse, Ideen und Ergebnisse ein Motivationsbooster und sie können nur davon profitieren. Fünf Dinge, die ganz sicher passieren:

  1. Mehr Vertrauen zwischen Führung und Mitarbeiter: Die Rollen verschieben sich in diesen Formaten, weil Führungskräfte die Rolle des Mitarbeiters einnehmen und umgekehrt. Das reißt Mauern ein und schafft Vertrauen in die jeweiligen Kompetenzen.
  2. Eigeninitiative im Team: Auch mal etwas dürfen, ohne die etablierten Wege zu gehen. Mitarbeiter werden mutiger, trauen sich auch mal was. Das motiviert und stärkt das Selbstvertrauen.
  3. Fähigkeiten und Wissen werden geteilt: Wer teilt, der bekommt. Soziale Großzügigkeit in Bezug auf Know-how und persönliche Kompetenzen sorgt dafür, dass man sich weiterentwickelt. Und wer mit gutem Beispiel vorangeht, bekommt Gleiches zurück.
  4. Die Bereitschaft zur Veränderung wächst: Wer Agilität auf dem Spielfeld ausprobiert, übt sich in Veränderung. Die Schranken im Kopf gehen hoch und öffnen sich für Neues. Der Veränderungsmuskel wird trainiert.
  5. Verständnis für die Aufgaben anderer Disziplinen: Interdisziplinäre Teams erweitern den internen Horizont. Sie bekommen Einblicke in die Aufgaben und Methoden von Kollegen, die Sie sonst vielleicht nie treffen würden. Aus dem Verständnis wird gegenseitige Akzeptanz.

Vielleicht entdecken Sie, dass nur einen Stock höher Talente schlummern, die Sie in Ihrer Arbeit bereichern können. Oder Sie können selbst Kollegen mit einer Idee weiterbringen. Durch kreative Formate entsteht ein stabiles, persönliches Netzwerk, das gerade für die Interne Kommunikation ein Segen sein kann. Die Akzeptanz auf beiden Seiten wächst und damit auch die Interaktion. Um profitieren zu können, sollten Sie sich an die Spitze der Bewegung setzen. Das Gute an der Internen Kommunikation ist eben das Interne – sie kann auch mal etwas wagen, wenn sie – im Schulterschluss mit dem Management – das Unternehmen als geschützten Raum begreift, in dem große Siege gewünscht und ebenso große Niederlagen erlaubt sind.

Noch mehr Agilität wartet auf Sie in unseren früheren Beiträgen zum Thema: Agilität in der IK und Agilität kontert Chaos.

Copyright Aufmacherbild: Marion Michele/Unsplash

Interne Kommunikation? Relevant!

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„Relevanz“ ist in einer Zeit täglich tausender medialer Reize ein Wert, über den das Nachdenken und Diskutieren lohnt. Und war deshalb das perfekte Leitthema des zweitägigen Kommunikationskongresses Ende September in Berlin. Neben vier Keynote Speakern gaben rund 150 Referenten aus Medien und Wirtschaft anhand unterschiedlichster Best-Practice-Beispiele einen Einblick, wie sie und ihre Unternehmen den Begriff interpretieren und umsetzen. Und was andere daraus an Impulsen ableiten könnten.

Die Fragestellungen und Themenkomplexe spiegelten bereits im Vorfeld, dass sich die Kommunikationsbranche in einer gänzlich neuen (Be-)Deutungs-Ära befindet. Welchen Medien vertraut die Öffentlichkeit? Welchen Daten und Kanälen glauben Mitarbeiter und Führungskräfte? Wie relevant sind Kommunikatoren in ihrer Rolle für Unternehmen? Welche Art der Kommunikation ist überhaupt essentiell – und mit welchen Maßnahmen kann sie möglicherweise gesteigert werden?

Im Fokus: Social Media und Design Thinking

Zum 5. Mal war auch MontuaPartner Communications auf dem Kongress zu Gast und wählte die für die Hamburger Beratungsagentur passenden IK- und Change-Vorträge aus. Keine leichte Aufgabe. „Vor allem hat mich die enorm große Bedeutung gefreut, die der Internen Kommunikation mittlerweile beigemessen wird“, betont MontuaPartner-Geschäftsführerin Andrea Montua. Aber: „Es war gar nicht so einfach, aus der Vielzahl an guten Vorträgen die für uns relevantesten herauszufiltern.“

Entschieden hatte sie sich dann unter anderem für den Vortrag von Philipp Wachholz, Director Corporate Affairs bei McDonald’s Deutschland. Er stellte gemeinsam mit der begleitenden Agentur deren 2016er-Kampagne Live@McDonald’s vor: 12 Stunden Live-Content, der durch alle Social-Media-Kanäle gespielt wurde. Eine beeindruckende Aktion, die zeigte, wie man mit zeitgemäßen Mitteln zugleich Mitarbeiter, Franchisenehmer, Kunden und potenzielle Neukunden mit einbeziehen kann.

Aber auch Bernd Engeliens Vortrag zum Thema „Design Thinking in der Unternehmenskommunikation bei der Zurich Gruppe“ machte Lust auf mehr – mehr Beteiligung der Kommunikationskollegen in kreativen Veränderungsprozessen, auf mehr „anders denken und handeln“ und Lust auf mehr innovative Arbeitsmethoden.

Neue Gedanken und Ideen zu Themen wie Disruption und Digitalisierung – Mitbringsel eines Rechercheausflugs ins Silicon Valley – stellte schließlich auch Daniel Brandt von Hirsch Maschinen vor. Seine Einblicke und Impulse zu den Auswirkungen dieser Themen auf Unternehmen sowie ihre Kommunikatoren fanden großes Gehör im Publikum.

Neues Dreamteam: IK, HR und Strategie

Am Folgetag beeindruckten vor allem der Vortrag des MDAX-Unternehmens KION sowie die Präsentation von Christian H. Bahlmann, Leiter Unternehmenskommunikation bei Bahlsen. KION demonstrierte, wie das Zusammenspiel aus HR, Strategie und Kommunikation die erfolgreiche Umsetzung einer neuen Unternehmensstrategie nach innen befördert. Christian Bahlmann hingegen zeigte, wie es Unternehmen gelingen kann, sich zugleich auf Tradition und Familie zu besinnen und dabei eine komplett neue Art zu entwickeln, Projekte anzugehen, ja sich sogar selbst neu zu erfinden – für zufriedene Kunden und engagierte Mitarbeiter.

Das Resümee der beiden Kongresstage? Ganz große Überraschungen gab es nicht. Absolut bemerkenswert war aber, dass auf breiter Ebene viele jener Entwicklungen sichtbar werden, die die Kollegen von MontuaPartner Communications schon lange proklamieren und einfordern. Eben weil sie notwendig und wichtig sind. Allen voran sind das die verstärkte Zusammenarbeit von HR und Kommunikation sowie die zunehmende Bedeutung von strategischem Vorgehen in der IK.

IK-Tipps: Das ist wichtig

Trends sind und bleiben zudem die Themen Storytelling (dazu finden Sie im Oktober einen eigenen Beitrag in unserem Blog), integrierte Kampagnen und ein starker Fokus auf soziale Netzwerke und Bewegtbild-Kommunikation. Insgesamt stellte sich einmal mehr als zukunftsweisende Methodik für Kommunikationsabteilungen heraus, in ganzheitlichen Kampagnen zu denken, statt viele Einzelmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

Die Learnings für Andrea Montua aus den beiden Tagen: „Wenn ich Konzernen zusammenfassend etwas mitgeben wollte, wäre das tatsächlich: Lernt von den agilen und wendigen Start-ups. Jeder Arbeitsschritt wird dort auf seine Effizienz hin geprüft, jede Arbeitsmethode auf Wendigkeit und Passgenauigkeit für eben jenen Arbeitsschritt bewertet. Kommunikation ist für diese Form der Unternehmen – und ergo für ihre Mitarbeiter und Führungskräfte – eine Selbstverständlichkeit, sowohl nach innen wie nach außen. Hierarchien sind praktisch nicht mehr vorhanden. Das spart Zeit, Geld und jede Menge Nerven. In Sachen Kooperation und Grenzen-sprengen sind hier vorbildliche Pioniere unterwegs.

Familienunternehmen würde ich raten, was bei Bahlsen wunderbar gelungen scheint: eine Besinnung auf die Wurzeln, auf Tradition und Gemeinschaftsgefühl. Denn das sind einmalige Stärken, die als solche wahrgenommen gehören. Und am besten folgerichtig kombiniert mit neuen und disruptiven Methoden und Wegen in der Arbeitsweise und der Art, mit der Zukunft im Fokus zu denken. Das heißt, Trends als Zielmarken zu definieren, Mitarbeitern Raum zu geben und über das Netzwerken innovative Ideen für die tägliche Arbeit zu entwickeln.

Weniger einfach sind die Learnings für Start-ups zu definieren. Vielleicht ist es das Thema Nachhaltigkeit: Denkt nicht nur in Sprints und seht mehr als die Methodik und die vordergründige Effizienz. Denn ein Unternehmen langfristig auf gesunde und funktionierende Beine zu stellen bedeutet, den Blick auch immer wieder weiter nach vorn zu richten. Auch und vor allem, wenn es um kommunikative Maßnahmen und Tool-Planungen geht. Hier können die Jungen noch viel von den Alten lernen.“

Copyright Aufmacherbild: Heidi Sandstrom, Unsplash

IK heute: Superman lässt grüßen

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Digitalisierung, Globalisierung, Generationswechsel: Unternehmen sehen sich immer häufiger mit Change-Maßnahmen konfrontiert, die an den Grundpfeilern der Organisationsstruktur rütteln – und die ohne konsequente kommunikative Begleitung schnell an die Wand fahren.

Auch wenn essenzielle Veränderungen intern oft mit Argwohn betrachtet werden, sind die Konsequenzen doch meist begrüßenswert: Überholte Prinzipien wie Silo-Denken, starre Hierarchiemuster und Top-Down-Kommunikation können zugunsten abteilungsübergreifender Zusammenarbeit und Dialog auf Augenhöhe endlich ad acta gelegt werden.

Ab in die Pole Position!

Allerdings braucht es an diesem Scheideweg einen fähigen – und befähigten – Moderator, der die Schnittstelle zwischen allen relevanten Unternehmensbereichen bildet und die nötigen Veränderungen planvoll und steuernd begleitet. Immer häufiger wird der Ruf laut, die Interne Kommunikation in diese „Pole Position“ zu rücken. Denn die Rolle der IK hat sich in der jüngeren Vergangenheit drastisch gewandelt und von der Schreibstube zum Strategie-Pool eine rasante Karriere hingelegt.

Fakt ist: Es geht mittlerweile um weitaus mehr als Planung und Umsetzung von Kommunikationstools. Im Fokus steht die kluge Inszenierung des Dreiklangs Strategie – Kultur – Instrumente. Längst agiert die IK dabei nicht mehr isoliert, sondern als Knotenpunkt zwischen allen strategisch wichtigen Abteilungen – von Organisationsentwicklung über HR bis hin zu externer Unternehmenskommunikation.

Killt die Einweg-Kommunikation!

In derart exponierter Stellung ist es für die Kommunikationsprofis wichtiger denn je, die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Auch wenn die Digitalisierung eine Vielzahl neuer Kommunikationskanäle und ergo -möglichkeiten eröffnet, geht es primär um die Botschaften und ihre Zielgruppen. Der Medien-Mix kommt erst an zweiter Stelle, wenn je nach Intention der passende Kanal ausgewählt wird. Der Trend geht hier klar zu Dialogformaten wie Social Intranets, die Mitarbeiter zu Mitgestaltern werden lassen.

Eine der Kern-Botschaften an Mitarbeiter und Management sollte unabhängig vom Thema lauten: „Du kannst mitwirken und hast eine Stimme, die gehört wird.“ Das bedeutet für die IK, Einweg-Kommunikation zu eliminieren und den offenen Austausch auf allen Ebenen konsequent zu fördern und zu lenken. Dazu gehört, dass transparent und ehrlich über positive wie negative Entwicklungen kommuniziert wird und eine gelebte Fehlerkultur Konsens ist. So wird das Vertrauen der Belegschaft gefestigt und befähigt sie, zu identifizierten, engagierten und loyalen Mitarbeitern zu werden.

Bestärkt Eure Führungskräfte!

Klingt nach einer Mammutaufgabe? Ist es auch! Und damit eine, die die IK nicht allein stemmen sollte. Sie muss an die richtigen Stellen delegieren, um ihren Wirkungskreis maximal zu erweitern. Daher ist und bleibt die Führungskräftekommunikation eine wichtige Aufgabe der IK. Denn Vorgesetzte sind die im Arbeitsalltag wichtigsten Bezugspersonen für ihre Mitarbeiter, fungieren als Informationsquelle, Berater, Mediator. Um dieser anspruchsvollen Rolle gerecht werden zu können, muss die IK als starker Partner und Coach der Führungsebene handeln.

Vergesst das Gießkannenprinzip!

Unverzichtbar bei allen Aufgaben und Maßnahmen der IK ist eine umfassend abgestimmte Kommunikationsstrategie. Dafür müssen Botschaften aus der Unternehmensvision abgeleitet und Werte stetig mit Leben gefüllt werden. Aber bitte nicht nach dem Gießkannenprinzip „viel hilft viel“ agieren. Statt Masse nützt ein klarer Fokus: Welche Botschaft soll wen erreichen? Wer seine Zielgruppe überfordert, verliert sie.

Zugegeben: Die neue Rolle der IK scheint eine Art Superhelden-Saga. Allzeit und überall im Einsatz für die gute Unternehmenssache, vorausschauend, stark, für jedes Problem die passende Lösung parat. Da sei die Frage gestattet: Kann das eine IK-Abteilung ohne Super(wo)man-Kräfte wirklich leisten? Yip, sie kann! Wenn sie das passende Konzept hat und sich klar als strategischer Berater von Management und Organisationsentwicklung und nicht als deren Handlanger positioniert. Wie das geht…?

In fünf Schritten zum Super-Job!

  1. Empowerment erfahren: Wenn die IK als „Leader of the Pack“ agieren soll, muss sie von oben befähigt sein. Trägt die Unternehmensstrategie diesen Führungsanspruch mit? Sonst muss hier als erstes nachgebessert werden.
  2.  Nachhaltig netzwerken: Die IK sollte alle relevanten Abteilungen an einen Tisch bringen – und dauerhaft über Projekte und Teamwork miteinander verbinden. Effektive Zusammenarbeit entsteht erst durch Kontinuität.
  3. Strategie sondieren: Sie ist das Herz aller IK-Maßnahmen und muss dynamisch bleiben. Einmal jährlich sollte die Strategie daher einem gründlichen Check-Up unterzogen werden.
  4. Wiederholungstäter werden: Eine Rolle muss gelebt werden, permanent. Die IK sollte daher ihren Führungsanspruch immer wieder bestätigen und durch Leistung überzeugen.
  5. Adressaten auswählen: Zielgruppen sind das A und O der IK – aber sind sie noch aktuell und die ihnen zugedachten Botschaften relevant? Wer seine Belegschaft als proaktive Gestalter wünscht, sollte zudem die passenden Kommunikationstools für die jeweilige Zielgruppe haben.

 

Dieser Blog-Post erschien zuerst auf pressesprecher.com: MontuaPartner Communications schreibt dort im 6-Wochen-Turnus die brandneue Kolumne „Echolot“ zu drängenden IK- und Change-Themen.

 

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