Xing New Work Review: Rebellion und Empathie

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Manchmal muss es einfach eine Prise Rock’n’Roll-Rebellion sein. Auch und gerade in Sachen Transformation unseres Arbeitslebens. „Am Beginn jeder großen Wahrheit steht immer eine Gotteslästerung“, zitierte Ex-Manager Thomas Sattelberger mit George Bernard Shaw einen anderen erfolgreichen Querulanten – und gab damit die Denkrichtung für die Xing New Work Experience 2018 vor. Nur wer anders, neu und, ja, auch laut und unbequem weiterdenkt, kann die wirtschaftliche Zukunft sinnvoll gestalten. Ein Appell, der auf viele offene Ohren stieß: Mehr als 1500 Teilnehmer wollten sich auf dem seit Monaten ausgebuchten Event in der Hamburger Elbphilharmonie von den Vordenkern unserer Zeit inspirieren und anstecken lassen. Auch MontuaPartner war mit drei Kollegen vor Ort – und MPC-Geschäftsführerin Andrea Montua zieht ein durch und durch positives Resümee der Fachkonferenz:

„Was mich als Kommunikateurin besonders begeistert hat: Egal, wie digital oder agil Unternehmen ihre Zukunft auch gestalten wollen – bei New Work stehen immer die Mitarbeiter an erster Stelle. Ihre Motivation und ihr Wohlergehen sind der Motor für langfristiges Engagement – und damit für wirtschaftlichen Erfolg.“

Keine Mini-Mes in der Führungsriege

Nicht nur das Thema New Work an sich war hochspannend – mit verschiedenen Teilaspekten von Demokratie über Kultur und New Recruiting bis hin zu Vision. Auch die Betrachtungsweise der verschiedenen Speaker war immer wieder überraschend: So ordnete Bestseller-Autor Richard David Precht mit seinem initialen Vortrag „Digitale Revolution und Zukunft der Arbeit“ den Komplex zunächst philosophisch ein. In Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz seien vor allem Jobs, die Empathie benötigten, die sichersten. Seine Botschaft an die Zuhörerschaft: „Nur wer selbst brennt, kann auch andere entzünden!“

Siemens-Vorständin und Personalchefin Janina Kugel unterstrich in ihrer Rede „New Work: Der Mensch im Mittelpunkt“ den Stellenwert von Sinnhaftigkeit im Job – und die Bedeutung guter Führung: „Die größte Schwäche von Führungskräften“, so Kugel, „ist das Scharen kleiner Mini-Mes um sich herum.“ Nicht nur witzig, sondern vor allem wahr: Mitläufer sind von jeher keine Innovations-Architekten.

Besonders inspirierend fiel der Vortrag von dm-Gründer und dem geistigen Vater von New Work, Götz Werner, aus: In „Die Treppe muss von oben gefegt werden“ plädierte der passionierte Vordenker vehement für Achtsamkeit im Hinblick auf die Beziehungen unseres Lebens – wobei er bewusst darauf verzichtete, diese zu differenzieren: „Es geht nicht um Freizeit oder Arbeitszeit, sondern immer um Lebenszeit“, betonte Werner. Und innerhalb dessen gehe es „in Beziehungen darum, sich zu fragen, ob der Mitmensch Mittel oder Zweck ist – er sollte immer Zweck sein.“

Entflammen, aber nicht ausbrennen

Keine Frage: Viel Stoff zum Weiterdenken – zumal in nachfolgenden Vorträgen noch die Themenfelder Rebellion und Burnout behandelt wurden. Die Summe aller Teile war ebenso zündend wie fordernd: „New Work braucht jede Menge Energie von allen Beteiligten“, bilanziert Montua ihre Eindrücke. „Dabei heißt es eben auch aufpassen, dass man sich und seine Mitarbeiter in diesem Prozess nicht verheizt.“ Gerade in Transformationen dieser Tragweite kann und muss die Interne Kommunikation daher alle Register ziehen, um die Prozesse zu begleiten, zu unterstützen und zu steuern – damit am Ende ein Best- und kein Worst-Case-Szenario daraus wird.

 

Copyright Aufmacherbild: Andrew Worley, Unsplash

Digital Workplace: So läuft’s nach Plan

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Zeig‘ mir Deinen Schreibtisch – und ich sage Dir, wer Du bist. In bunten Magazinen kann man so immer wieder unterhaltsame Typisierungen vornehmen: beispielsweise das Familientier (zig Fotos der süßen Kleinen) oder den Naturfreund (um den Bildschirm rankt ein Dschungel).

Zugegeben: Die Kriterien des digitalen Arbeitsplatzes – im Branchen-Sprech: Digital Workplace – weichen davon ein wenig ab. Und doch lässt sich aus dessen Ausgestaltung ebenfalls eine Menge herauslesen: Wie zukunftsorientiert das betreffende Unternehmen arbeitet, wie viel Wert es auf kollaborativen Workflow seiner Mitarbeiter und auf Wissenstransfer ohne Streuverluste legt. Kurz: Wie effektiv und produktiv es aufgestellt ist – und wie attraktiv es somit als Arbeitgeber ist.

Digitaler Arbeitsplatz löst Social Intranet ab

Auch aus Sicht der Internen Kommunikation ist der Digital Workplace ein unerlässliches Tool – in einem früheren Blog-Post haben wir ihn als einer der wichtigsten Trends für 2018 postuliert. Bevor Sie jetzt hektisch in Ihrem Hirn kramen, was genau sich eigentlich hinter einem Digital Workplace verbirgt – hier zunächst eine kurze Erläuterung: Gemeint ist eine digitale Arbeitsplattform, die zentral unternehmensinterne Informationen, Tools und Services zur Verfügung stellt und damit abteilungsübergreifend vernetzte Kommunikation, Wissensmanagement und Prozessoptimierung ermöglicht. Damit stellt der digitale Arbeitsplatz die logische Weiterentwicklung des Social Intranets dar, weil es nicht allein auf den hierarchiefreien Austausch der Mitarbeiter zielt, sondern vielmehr auf deren effektive Zusammenarbeit – durch die Bereitstellung sämtlicher dafür benötigter Werkzeuge.

Dass alle Mitarbeiter eines Unternehmens an einem zentralen Ort zusammenarbeiten, ist mittlerweile die große Ausnahme. Viel häufiger ist die Belegschaft zwischen klassischen Schreibtischtätern, Non-Desk-Kollegen und Homeoffice-Arbeitern zerfasert – und somit auch deren Kommunikation. Die Bereitstellung einer gemeinsamen digitalen Plattform ist daher immens wichtig, um niemanden auszuschließen und Kollaboration aus einem strategischen Guss zu gewährleisten.

So ist der Digital Workplace eine zentrale Säule der digitalen Transformation und hat einen immensen Einfluss auf die Unternehmenskommunikation und -kultur. Damit der digitale Arbeitsplatz aber seine volle Wirkung entfalten kann, geben wir hier 3 Dos und 3 Dont’s an die Hand, die aus IK-Warte bei dessen Etablierung im Unternehmen zu beachten sind.

 

So geht’s:

Do 1: Employee Experience fokussieren 

Nicht nur die Unternehmenskommunikation sollte verinnerlicht haben: Die Produktivität eines Betriebs steht und fällt stets auch mit Information, Motivation und Engagement seitens seiner Mitarbeiter. Ein Großteil dieser Mitarbeiter wird künftig von den Digital Natives gestellt, deren Bedürfnisse eng an den digitalen Fortschritt gekoppelt sind. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, diesen Ansprüchen auch am Arbeitsplatz gerecht zu werden – mit modernsten, (sozial) vernetzten und mobilen Tools, die allen Kollegen selbstbestimmt orts- und hierarchieunabhängig Zugang zu den relevanten Unternehmens- und Kommunikationsprozessen garantieren.

 

Do 2: Strategie etablieren 

Ohne Plan verfehlt der Digital Workplace sein Ziel. Sprich: Die Bedürfnisabfrage bei den unterschiedlichen Unternehmenszielgruppen sowie die Definition von verschiedenen Anwendungsfällen hat erste Priorität bei der Entwicklung einer langfristigen Strategie. Die IK sollte bei diesem Prozess nicht nur die in- und externen Erkenntnisse der Mitarbeiter berücksichtigen und deren kontinuierliches Feedback einfordern, sondern auch die (oberste) Führungsriege mit einbinden, um durch deren Präsenz die Akzeptanz zu stärken.

 

Do 3: Gefühle investieren 

Auch wenn es oberflächlich betrachtet um Technologie geht: Der Digital Workplace ist ein Tool von und vor allem für Menschen – und soll deren berufliches Miteinander verbessern. Daher sollte der IK-gesteuerte Fokus darauf liegen, herauszufinden, von welchen neuen Formen der Kollaboration die Mitarbeiter am meisten profitieren. Als besonders geeignet für diese Change-Schritte haben sich agile Methoden wie Design Thinking* erwiesen. Erzielen daraus entwickelte Pilotprojekte sichtbaren Erfolg, motivieren sie die Belegschaft zu weiteren Anwendungen. Unabdingbar sind hier auch unternehmensinterne Influencer bzw. Multiplikatoren, die die Begeisterung für das neue Tool in die breite Belegschaft tragen. Hilfreich sind zudem interne Medien wie Erklärvideos oder Gamification-Lösungen, also die Integration spielerischer Elemente in Anwendungen.

*Design Thinking ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit, fördert und fordert kollaborative Kreativität, um Fragestellungen ganzheitlich, nutzerorientiert und unkonventionell zu lösen.

 

…und so geht’s eher nicht:

Don’t 1: Tools aufsummieren 

Gerade in gewachsenen Unternehmen entsteht oft ein regelrechter Dschungel an digitalen Lösungen, da verschiedene Abteilungen auf differente Insellösungen bauen. Wer den Wildwuchs nicht beizeiten kappt, riskiert, dass Mitarbeiter den Überblick verlieren und im Zweifel auf die private Schatten-IT ausweichen. Die unternehmensübergreifende Einführung eines Digital Workplace bietet daher immer auch die Chance, dem digitalen Chaos ein Ende zu bereiten und mit einer einheitlichen Lösung einen strukturierten Neustart zu schaffen.

 

Don’t 2: Wenig experimentieren 

Verwunderlich, wie viele Transformationen am mangelnden Mut in der Findungsphase scheitern. Wer nach der absolut perfekten Lösung für seinen Digital Workplace sucht, muss zwangsläufig scheitern. Denn ohne Ausprobieren, das auch Stolpern miteinschließt, geht kein nachhaltig funktionierender digitaler Prozess vonstatten. Vor allem die User Experience ist von unschätzbarem Wert, so dass die IT und Interne Kommunikation im engen Schulterschluss Pilotgruppen begleiten sollten, deren Feedback unmittelbar in die Anwendungen einfließt.

 

Don’t 3: Inselentscheidungen akzeptieren 

Einer für alle – und alle für einen. Wenn der Digital Workplace Erfolg haben soll, müssen alle unternehmensrelevanten Abteilungen an einem strategischen Strang ziehen. Einsame Entscheidungen aus der Chefetage sind unerwünscht. Sprich: Geschäftsleitung, in- und externe Kommunikation, HR, IT und ggf. das Change-Management müssen nach einer für alle Abteilungen passenden Lösung suchen – und sie anschließend auch (vor-)leben.

Copyright Aufmacherbild: Mpho Mojapelo, Unsplash

 

 

 

Die Besserwisser-Roboter

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Es ist längst keine SciFi-Vision mehr: Chatbots – profan gesprochen: hirn- und seelenlose Roboter-Software – haben sich bereits jetzt ihre Nische in der externen und internen Kommunikation erobert. Aus dem Randdasein wird bald ein Platz im Rampenlicht, sind sich Experten einig. Chatbots sind die Zukunft der Kommunikationsbranche. Und bevor einem jetzt die Haare zu Berge stehen. Die tun nichts – die wollen nur helfen. Aber funktioniert das tatsächlich?

Hallo, wer spricht da, bitte…?

Der nette Chatbot von nebenan hat einen Namen und meist auch ein sympathisches Gesicht. Oft sind es Abbilder von Frauen, das sind wir von digitalen Sprachassistentinnen wie Siri, Alexa & Co. bereits gewöhnt. Frauen(-stimmen), wissen Forscher, kommen einfach besser an. Und so sind die virtuellen Helfer oft mit einer fiktiven weiblichen Persönlichkeit ausgestattet. Da fällt es manchmal schwer zu entscheiden: Ist das nun ein Bot oder eine reale Person am andere Ende? Und genau so soll es im Idealfall auch sein.

Chatbots erobern die Welt

2020 werden 80 Prozent aller Unternehmen Chatbots in ihrer Kundenkommunikation einsetzen, so eine Studie im Auftrag von Oracle, einem führenden Cloud-Anbieter. Denn im Kundenservice sind Chatbots bereits klar im Vorteil: Sie bearbeiten schneller als ihre menschlichen Kollegen die Flut an Anfragen. Das spart Zeit, Ressourcen und sorgt bestenfalls für zufriedenere Kunden. Dank fließenden Übergängen zur künstlichen Intelligenz sind Chatbots zudem (nahezu) lernfähig. Sie können erfolgreich zwischen standarisiert bearbeitbare Anfragen und Anfragen mit individuellem (menschlichen) Betreuungsbedarf trennen. Klar ist jedenfalls: Die Zukunft des Kundendienstes ist digital, wie wir bereits in einem früheren Blogbeitrag festgestellt haben.

Mein bester Freund und Helfer

Francisco Otto, Keynote-Speaker der Future Convention 2017, geht sogar noch einen Schritt weiter: In seiner Version der Zukunft hat jeder Mensch seinen persönlichen Chatbot, der alle Anliegen in unserem Interesse bearbeitet – oft auch vorausschauend. So skizziert Otto ein Szenario, in dem der Chatbot selbstständig per Messenger Bescheid gibt, dass er beispielsweise eine passende Stellenausschreibung entdeckt hat und auch schon Immobilienmarkt- und Kinderbetreuungssituation vor Ort geprüft hat.

Wichtiger Bestandteil dieser Vision ist ein bereits jetzt deutlich erkennbarer Trend: Wir nutzen immer weniger Apps, nur die Messenger halten sich konstant. So ergreifen mehr und mehr Unternehmen die Chance und integrieren ihre Angebote und Services in die Messenger, allen voran Facebook Messenger. Nutzer freuen sich hier insbesondere auf und über die Möglichkeit, unkompliziert Termine zu planen, Auskünfte zu erhalten oder Tickets zu buchen. Best-Practice-Beispiele von Unternehmen, die bereits erfolgreich mit Chatbots operieren, häufen sich mittlerweile: Besonders erwähnenswert ist der Facebook-Bot der niederländischen Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines, der alle wichtigen Daten rund um den Flug generiert. Und der britische Bot „Renters Union“ bietet sich als Rechtsberater für Mieterinnen und Mieter an.

Quo vadis, IK-Chatbot?

Auf der Hand liegt die Anwendung von Chatbots in der internen Kommunikation dort, wo sie auch in der externen ihre Anfänge hatte: im internen Kundenservice, beispielsweise als erste Anlaufstelle für Fragen an die HR-Kollegen. Wo liegt nochmal der Urlaubsantrag? Wie bekomme ich eine vermisste Abrechnung erneut ausgestellt? Noch weiter gedacht in Ottos Vision, würde jedem Angestellten eines Unternehmens in Zukunft ein Bot zur Seite gestellt, der fach- und hierarchieübergreifend Antworten liefern kann, weil er auf alle Daten Zugriff hat.

Schöne, neue Welt

Doch eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom (Link am Textende) zeigt auch die Grenzen von Chatbots auf: Derzeit können sich nur ein Viertel der Befragten vorstellen, einen Chatbot zu nutzen. Bei den eher Abgeneigten ist der häufigste Grund, nicht mit einem Computer sprechen zu wollen. Freundliche Stimme und attraktives Gesicht hin oder her: Vertrauen in eine Maschine fällt uns nicht so leicht, wie das in ein Gegenüber aus Fleisch und Blut. Im schlimmsten Fall entsteht Unsicherheit und Misstrauen.

Genau an dieser Schnittstelle liegt die Chance für IK-Chatbots: in einer ausgewogenen und transparenten Kombination aus effizienten, digitalen Angeboten und des zwischenmenschlichen Kontakts – den nichts und niemand ersetzen kann. Denn wie stets in der Internen Kommunikation geht es auch in dieser Fragestellung zwischen realem und künstlich-intelligentem Dialog um den passenden Kommunikationsmix – den richtigen Zeitpunkt dafür und ein stimmiges Mischungsverhältnis muss dabei jedes Unternehmen für sich selbst finden.

 

Hier finden Sie die eben erwähnte Bitkom-Studie.

 

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Digital killt analog? Besser nicht!

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Wenn die Digitalisierung unseres Arbeitslebens maßlos wird, ist gut gemeint nicht immer gleichbedeutend mit gut gelöst. Stichwort Kommunikation – warum persönlich mit dem Büronachbarn reden, wenn es Chats und Social Intranets gibt? Warum sich mit Kollegen zum Business-Talk treffen, wenn die digitale Realität von Skype und Co stets nur zwei Clicks entfernt ist? Doch spätestens hier sollte sich auch die Frage stellen: Verändert die Macht der Technik unsere Kommunikation wirklich zum Besseren…? Um es kurz zu machen: Ja. Und nein. Ein klassisches „Jein“-Dilemma – das sich bei kluger Handhabung seitens der Kommunikation aber positiv lösen lässt.

Digitalisierung hält vom Denken ab

Dass innovativ nicht immer auch zwangsläufig effektiv bedeutet, machte jüngst jedenfalls die EY-Studie „Renaissance des Analogen“ sehr deutlich: Annähernd die Hälfte aller 800 befragten Führungskräfte gab an, dass die fortschreitende Digitalisierung für sie mehr Stress als Bereicherung bedeute. Warum? Weil die permanente Erreichbarkeit sie beispielsweise vom intensiven Denken abhalte. Da werden vermeintlich produktive Tools – möglichst viel möglichst schnell parallel organisieren/abstimmen/bewerten – zum Killer für effiziente Arbeit. Und erreichen so das Gegenteil von dem, wofür sie eigentlich eingesetzt werden. Vor allem die tägliche Email-Flut hat die Studie als Produktivitäts-Hemmer Nummer 1 identifiziert: Wer im Minutentakt seinen Account auf neue Mails checkt, kann sich nicht tief genug in ein Thema versenken, um zu innovativen Lösungen zu gelangen. Die aber für den langfristigen Unternehmenserfolg unabdingbar sind. Was also tun? (Für sehr Eilige: Am Textende finden Sie 5 hilfreiche Tipps zum besseren Umgang mit digitaler Kommunikation.)

Es menschelt so schön

Die simple Antwort der Studie – und aller IK-Abteilungen, die nicht komplett der Digitalhysterie verfallen sind: Wieder mehr Analoges wagen! Denn die Kommunikationsform, die im Zuge der Digitalisierung zum Stiefkind zwischenmenschlicher Dialoge degradiert wurde, hat noch lange nicht ausgedient. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

„Aus 13 Jahren IK-Erfahrung können wir eines mit Gewissheit sagen: Nichts motiviert Mitarbeiter so sehr wie das persönliche Gespräch – ganz gleich, ob mit Vorgesetzten oder Kollegen. Digitale Kommunikationsformen können das sinnvoll ergänzen, nie aber komplett ersetzen!“

MontuaPartnerCommunications-Geschäftsführerin Andrea Montua bestätigt damit nur die Quintessenz der Studie:

„Die gute, analoge Kommunikation in Form von Meetings, Brainstormings oder Innovations-Workshops hat nicht nur für die befragte Führungsriege immense Bedeutung – ganz generell ist sie der Kitt, der Unternehmen dauerhaft zusammenhält!“

Denn der persönliche Kontakt von Angesicht zu Angesicht wird als viel wertiger, ja: wertschätzender wahrgenommen, als digitale Kommunikationsformen. Chats und Co. werden häufig einfach nebenbei abgehandelt – ein echtes Gespräch hingegen erfordert viel mehr konzentrierte Zeit und Aufmerksamkeit. Eine wichtige Erkenntnis, die im zukunftsorientierten Silicon Valley bereits zum einhelligen Grundverständnis innovativen Arbeitens zählt: Mögen die dortigen StartUps noch so digital durchkonzeptioniert sein – sie legen extremen Wert auf räumliche Nähe und den persönlichen Kontakt ihrer Mitarbeiter untereinander.

Gleichgewicht halten!

Dieses Denken sollten sich hiesige Kommunikations-Abteilungen auch zu eigen machen: Es geht nicht darum, die eine durch die andere Kommunikationsform zu ersetzen, sondern vielmehr darum, beide sinnvoll miteinander in Einklang zu bringen. Wie viel Digitales oder Analoges jedes Unternehmen letztlich braucht, ist eine sehr individuelle Entscheidung, die die Interne Kommunikation im strategischen Schulterschluss mit der Geschäftsführung entscheiden muss. Oftmals ist das eine Entwicklung, die nicht von heute auf morgen passiert und vielleicht sogar mit einer Change-Begleitung einhergehen muss. Wichtig ist nur, solche Tools und Dialogformen zu identifizieren, die zum Unternehmen und den Mitarbeitern passen – und adäquat genutzt werden. Denn kein noch so gut gemeintes Meeting macht Sinn, wenn die Teilnehmer darin keinen Mehrwert erkennen. Haben Sie den Mut, verschiedene Dialogformate auszuprobieren, selbst wenn Sie mit manchen Versuchen scheitern oder es etwas Zeit braucht, bis die Formate anerkannt und gern genutzt werden. Am Ende des Prozesses steht ein Kommunikations-Mix, der das Unternehmen nach innen und außen stärker macht.

 

5 Tipps zur besseren Balance von analog und digital

 

  • Begrenzen Sie den Check ihrer Emails auf einmal stündlich – Sie werden sich wundern, wie viel konzentrierter Sie plötzlich arbeiten
  • Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf – planen Sie täglich festgelegte Zeiten für analoge und digitale Kommunikationsnutzung
  • Beherzigen Sie die simple Regel „Eine Sache zur Zeit“ – nichts geht schneller/besser/organisierter, wenn parallel gechattet, telefoniert, gesurft wird
  • Initiieren Sie wiederkehrend Brainstormings zur Ideenfindung – die erfolgreichsten Lösungen finden sich meist gemeinsam im Team
  • Nehmen Sie regelmäßig analoge Zusatz-Angebote wahr – Workshops, Coachings oder Hackathons sind echte Innovationstreiber

 

Copyright Aufmacherbild: Priscilla Du Preez, Unsplash

Digitale Mitarbeiterkommunikation geht steil

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Das Thema Social Intranet und Apps für die Interne Kommunikation bewegt derzeit viele Kommunikationsverantwortliche. Anders lassen sich die Rekord-Anmeldezahlen für das letzte Treffen des DPRG-Arbeitskreises „Interne Kommunikation, Change und Leadership Communication“ in diesem Jahr wohl nicht erklären. Kein Wunder: Digitale Mitarbeiterkommunikation gewinnt thematisch immer weiter an Höhe, hat seinen Zenit noch lange nicht erreicht. Einziger Wermutstropfen des Arbeitskreises: Bei 50 Anmeldungen war Schluss, alle weiteren Interessenten mussten vertröstet werden. Kein Grund für Trübsal: Am Ende des Beitrags kann man sich direkt für den nächsten Arbeitskreis anmelden.

Gilt mobile first?

In den Räumen der Union Investment in Frankfurt am Main gab es einen Tag lang intensiven Wissensaustausch rund um die digitale Mitarbeiterkommunikation am klassischen Büro-PC, vor allem aber auch an mobilen Endgeräten. Viele Diskussionen unter den Teilnehmern folgten: Gibt es eine „Mobile first“-Strategie oder wird Kommunikation zuerst noch für große Bildschirme konzipiert? Gibt es native Kommunikations-Apps oder mobile, idealerweise responsive Webseiten für die Mitarbeiter-Kommunikation, also solche, die sich an die Größe des Tablets oder Smartphones anpassen? Gibt es derartige Lösungen nur für Dienstgeräte, über die oft nicht alle Mitarbeiter verfügen oder auch für private Endgeräte, Stichwort „Bring Your Own Device“? Fragen über Fragen, die auch die Referenten dieses Arbeitskreises sehr unterschiedlich beantworteten.

Nichts geht ohne Content-Strategie

Zunächst erläuterte Gastgeber Stefan Kantzenbach, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Union Asset Management Holding AG, Organisation und Strategie seiner internen Kommunikation. Er zeigte, wie wichtig es ist, weg von einer Sender- und Botschaften-Denke hin zur Betrachtung einer Leserreise zu kommen, die fragt, was für den Leser wann und wo relevant ist. Die so identifizierten Inhalte werden bei der Union Investment in vier Kategorien eingeteilt, die jeweils über eigene Kanäle kommuniziert werden: Maßgebliches (hier geht es um die Befähigung von Führungskräften in einem eigenen Intranet-Bereich und via Newsletter), Aktuelles (Online-Nachrichten), Interessantes (Online-Storytelling) und Hintergrund (in einer gedruckten Zeitschrift).

Das zeigt schon, dass auch die Themen Intranet und App nicht ohne eine Content-Strategie gedacht werden können und umgesetzt werden sollten. Und dass jedes Unternehmen Besonderheiten aufweist, die die Kommunikation berücksichtigen muss. Bei der Union Investment etwa hängt der Erfolg einer Information noch stark davon ab, ob sie per Push oder nur per Pull angeboten wird. Für Ersteres wurde ein Relevanzfilter geschaffen: eine Auswahl der wichtigsten Inhalte wird per Mail und App an die 2900 Mitarbeiter gepusht, wodurch sich eine große Reichweite, messbar über Conversion Rates, erzielen lässt.

Immer noch beste Freunde: analog und digital

Anschließend stellte Holger Gläser, Leiter Interne Kommunikation der DB Fernverkehr, die Kommunikationsmaßnahmen der Deutschen Bahn für eine ganz andere Mitarbeiter-Zielgruppe vor: für Zugbegleiter, Lokführer, Servicepersonal für die Gastronomie und andere, mithin für Menschen, die viel unterwegs und kaum oder gar nicht über einen PC-Arbeitsplatz erreichbar sind. Auch hierfür wurden zunächst Kommunikations-Kategorien festgelegt, für die man anschließend die bestmöglichen Kanäle ausgewählt hat. Der Dreiklang bei der DB Fernverkehr lautet: thematisieren (über ein digitales Magazin), informieren (über eine Nachrichten-App), diskutieren (über „analoge“ Veranstaltungen).

Interessant also, dass die DB Fernverkehr auf einen Mix aus Information und Dialog von Angesicht zu Angesicht bzw. digital vermittelt setzt. Das eine muss das andere nicht ausschließen, im Gegenteil. Deutlich wurde auch, dass sowohl analoge als auch digitale Formate über großes Potenzial verfügen, aber für beide auch jeweils spezifische Hürden zu überwinden sind: damit eine Veranstaltung besucht werden kann, müssen Schichtpläne angepasst werden; damit eine Plattform genutzt werden kann, müssen Login-Prozesse möglichst einfach gehalten werden – alles lösbar, aber eben bereits bei der Konzeption zu berücksichtigen.

Facebook trifft WhatsApp trifft Mitarbeiter

Die Perspektive weitete dann abschließend Gläsers Kollege Jens Appelt, der beim Mutterkonzern, der Deutschen Bahn AG, die Multimedia-Kommunikation leitet und das Social Intranet „DB Planet“ vor rund einem halben Jahr eingeführt hat. „So etwas wie Facebook und WhatsApp für knapp 200.000 Bahn-Mitarbeiter etablieren“, lautete der Auftrag. Klingt einfach? Ist es aber nicht. Denn erstens mussten die Inhalte des klassischen Intranets integriert werden. Und zweitens galt es dabei, einen Technologiewechsel zu meistern, weg von Microsofts SharePoint hin zu einer Lösung des kleineren Anbieters Coyo, vor allem um dem Anspruch Mobile first gerecht zu werden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist nach wie vor work in progress. Schon 5000 Gruppen gibt es innerhalb des Social Networks und als zentralen Einstieg einen Newsfeed, den sich jeder Mitarbeiter selbst konfigurieren, über den die Interne Kommunikation aber auch zentrale Botschaften senden kann. Und auch für andere Kanäle hat die Digitalstrategie Auswirkungen: Die Mitarbeiterzeitschrift DB Welt etwa wird sich stark verändern und ab nächstem Jahr seltener und mit Schwerpunktausgaben zu bestimmten Themen erscheinen.

Jede Menge Fragen gab es an die Referenten, so dass die beiden Arbeitskreis-Leiter Andrea Montua und Christian Buggisch sich nur um eines Sorgen machen mussten: das Zeitmanagement. Doch falls Fragen offen geblieben sein sollten: neues Jahr, neue Arbeitskreis-Treffen, bei denen mit Sicherheit auch digitale Themen wieder eine Rolle spielen werden. Der erste Termin steht übrigens schon fest: Am 26. Januar trifft sich der Arbeitskreis in Berlin zum Thema „Change-Prozesse und Interne Kommunikation“. Anmelden können Sie sich dafür schon jetzt hier.

 

Autor: Christian Buggisch, Leiter Corporate Publishing bei DATEV

 

Foto-Credit: 301+Kim, Unsplash

“Culture eats strategy for breakfast”

Werte als entscheidende Orientierungspunkte in disruptiven Zeiten, sinnstiftende Führungskultur, agiles Organisationsdesign und Neugier als Motor für Innovation und Kreativität: Der Change Congress am 4. und 5. Oktober in Berlin hat die zentralen Themen von sich wandelnden Unternehmen widergespiegelt. 670 Teilnehmer aus dem Management, der Geschäftsführung, der Personalentwicklung und den Kommunikationsabteilungen folgten den spannenden Präsentationen und Ausführungen der mehr als 40 internationalen Referenten.

„Die Macht des Kollektivs, der partizipative Gedanke und die Betonung von Werten und Kultur als Fels in der Brandung setzen sich in der Change Branche durch“, konstatiert MontuaPartner-Geschäftsführerin Andrea Montua nach dem Kongress.

Die wichtigsten Impulse, Ansätze und Leitlinien vom Change Congress haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • “Culture eats strategy for breakfast”: Wandel meint zu 98 Prozent eine Kultur- und Verhaltensänderung.
  • Vertrauen, Selbstwirksamkeit und die Bedeutung von Kultur sind auf dem Vormarsch.
  • Es gibt eine „Wiedereinführung“ von Vernunft und Menschenorientierung in die Organisation, parallel zu einer Welt, die immer digitaler wird.
  • Change bedeutet Lernen & Weiterentwickeln – und das geht nur durch Vernetzung, beispielsweise über Enterprise Social Networks.
  • Um es mit Reinhard K. Sprenger zu sagen: „Kluge Menschen haben in dummen Organisationen keine Chance“, denn: Systeme prägen Individuen mehr als umgekehrt.
  • Habt mehr Mut zu Charakter, Eigensinn und Unfertigem!
  • Stellt das Bestehende in Frage – auch das scheinbar Selbstverständliche! Dennoch darf nicht alles im Wandel sein, wie beispielsweise Visionen, Strategie, Werte und Leitlinien.
  • Fehler, Fehler, Fehler machen (lassen) und eine Fehlerkultur in Unternehmen zulassen und entwickeln.

Zu den Top-Speakern der zweitägigen Veranstaltung gehörten:

  • Plädoyer für mehr Vertrauen in der Führungskultur: Dr. Reinhard K. Sprenger
  • Wirksame Mitarbeiterführung in der VUCA-Welt: Dr. Carsten Höltkemeyer, Barclaycard Bank
  • Organization without management: Jos de Blok, Buurtzorg
  • INGs agile transformation journey, Payam Djavdan, ING Bank
  • Mit Bildern bewegen – Visualisierung als Change Praktik: Prof. Dr. Martin Eppler, Universität St. Gallen

An dieser Stelle wird Sie MontuaPartner Communications regelmäßig über die neusten Trends von Symposien und Kongressen aus der Change-Branche auf dem Laufenden halten. Abonnieren Sie dafür unseren Newsletter, folgen Sie uns auf Twitter oder schauen Sie regelmäßig auf unserem IK-Blog vorbei.

Copyright Aufmacherfoto: Marcos Luiz, Unsplash

Digital Storytelling: Wenn aus Mitarbeitern Stars werden

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Wir denken, träumen und leben in Geschichten. Und seit jeher teilen wir Geschichten mit anderen, in Zeiten der allumfassenden Sharing-Kultur sogar noch intensiver. Mit digitalem Storytelling können Mitarbeiter zu Teilnehmern erzählter Ereignisse werden – eine große Chance für die Interne Kommunikation! Denn das digitale Erzählen ist nicht einfach ein weiteres Instrument im großen Orchester der Internen Kommunikation. Es ist ein Tool, um die Mitarbeiter auch visuell ins unternehmerische Rampenlicht zu rücken. Und ihnen so nicht nur eine Plattform zu bieten, auf der sie authentisch Stellung zu betrieblich relevanten Belangen nehmen können, sondern ein Medium zu schaffen, mit dem jeder seine „5 Minutes of Fame“ erleben, zum betriebsinternen Star werden kann. Für viele eine nicht zu unterschätzende Geste der Wertschätzung.

Große Marken, große Emotionen

Ob New York Times oder Süddeutsche Zeitung, die Big Player auf dem Medien-Markt machen es sehr erfolgreich vor: im digitalen Journalismus hat sich Multimedia-Storytelling bereits klar durchgesetzt. Denn es ist emotional, erzeugt starke innere Bilder und Gefühle. Kurz: Digital Storytelling macht Geschichten erlebbar. Eine ideale Online-Geschichte kombiniert daher erzählende Elemente mit digitalen Formen wie Video und Audio.

Auch die Marketing- und PR-Abteilungen großer Konzerne wie Ebay oder Nike nutzen diese Möglichkeiten bereits sehr erfolgreich – ihre Videos sind millionenfach geklickt und längst viral. Die Technologien hierzu werden sich schnell weiter entwickeln und in Zukunft wird Digital Brand Storytelling noch wichtiger. Das sieht auch MontuaPartner Communications-Geschäftsführerin Andrea Montua so:

„In der Internen Kommunikation wird sich Digital Storytelling immer mehr durchsetzen – und eröffnet ganz neue Möglichkeiten für spannende, emotionale und packende Geschichten.“

Für Eilige: 5 Tipps zum Digital Storytelling

  1. Auf Qualität pochen Diese Kommunikationsform ist für Laien nicht unbedingt selbsterklärend. Entsprechende Schulungen und Workshops für involvierte (IK-)Mitarbeiter garantieren eine professionelle Ausführung des digitalen Erzählens.
  2. Die Rampensau identifizieren Motivieren Sie Führungskräfte und Mitarbeiter zur tatkräftigen Mitgestaltung interner Storytelling-Beiträge. Je begeisterter und authentischer die Protagonisten, desto überzeugender die Beiträge.
  3. Nicht mit Emotionen geizen Keine Angst vor große Gefühlen! Nüchtern mögen die Mails der Geschäftsführung sein – digitales Storytelling aber soll das Herz erreichen (und bestenfalls erweichen).
  4. Strategie als Grundrauschen etablieren Bitte keine Einzelmaßnahmen-Aktion ohne konzeptionellen Unterbau: Das digitale Storytelling ist nur ein Element im Kommunikationsmix – und sollte stets strategisch eingebunden sein.
  5. Eine Botschaft fokussieren Externe und interne Kommunikation muss aus einem Guss sein, denn: auch hausinterne Beiträge können sich über Unternehmensgrenzen hinweg verbreiten – und sollten daher stimmig mit externen Botschaften harmonieren.

Für Leser mit mehr Muße: Digitales Erzählen in der IK

Digital Stories sind immer nur so gut wie ihre Bedeutungsträger – und da kann die Interne Kommunikation naturgemäß aus dem Vollen schöpfen: Wer motivierte Mitarbeiter oder Führungskräfte als unternehmensinterne Helden für digitale Geschichten gewinnt, ist fast schon auf der Zielgeraden. Das zeigt das Video eines Hamburger Hafenunternehmens. Der Zweiminüter überzeugt durch tolle Bilder und eine fesselnde Story – mit einem Ziel: alte Mitarbeiter zu binden und neue zu gewinnen. Der Kanal für die Botschaft ist gut gewählt: die Geschichte vom Brückenfahrer ist einzigartig und persönlich, nur er kann sie so authentisch und emotional erzählen. Kein anderes internes Medium kann so viele Sinne gleichzeitig ansprechen – und damit direkt ins Herz treffen. Gleichzeitig erzeugt die digitale Geschichte eine positive und starke Botschaft für das Unternehmen. Ein Umstand, den sich die Interne Kommunikation in Zukunft regelmäßig zunutze machen sollte.

Gefragt ist Fingerspitzengefühl …

Besonders beim internen Digital Storytelling gilt allerdings: Die Geschichte darf die Außendarstellung des Unternehmens nicht konterkarieren. Denn: Werden Aktionäre gerade über Stellenabbau informiert, kann der CEO in einer internen Audiobotschaft nicht von sicheren Arbeitsplätzen sprechen. Digitale Geschichten – auch wenn sie für die IK bestimmt sind – verbreiten sich in den Sozialen Medien rasend schnell und entziehen sich daher jeglicher Kontrolle. Ein von der IK strategisch geplantes und gesteuertes Kommunikationskonzept kann derartige Imageschäden bereits im Vorfeld vermeiden.

Was konzeptionell für die Kommunikationsprofis noch zu bedenken ist: Die digitale Story im Social Intranet konkurriert mit der Timeline bei Facebook, der Podcast vom Lieblingsmoderator und die Videogeschichte des Kranfahrers mit dem neuesten Youtube-Clip. Kurz: Es geht um Aufmerksamkeit – und die ist begrenzt. Deshalb muss die Geschichte überraschend und emotional erzählt sein, der Beitrag professionell produziert und der Kanal richtig gewählt werden. Das ist ein Handwerk, das gelernt sein will – und sollte. Daher empfehlen sich entsprechende Workshops und Schulungen für involvierte Mitarbeiter, um das Potenzial des neuen Mediums voll ausschöpfen zu können.

Wenn die IK das digitale Storytelling richtig beherrscht, verfügt sie damit über ein starkes Instrument, das dem gesamten Kommunikations-Orchester eine neue Tonalität verleiht – und so mitreißend aufspielen kann.

Wer sich intensiver in das Thema einlesen will, dem sei diese weiterführende Lektüre empfohlen:

  • Der Beitrag von Silvia Ettl- Huber „Storytelling in der Internen Kommunikation. Merkmale, Wirkung, Anwendungsfelder, strategische Verankerung“, in: Melanie Malczok, Peter Szyszka, Interne Organisationskommunikation, Springer Fachmedien Wiesbaden, 2016.

sowie

  • Dieter Georg Herbst, Thomas Heinrich Musiolik: Digital Storytelling: Spannende Geschichten für interne Kommunikation, Werbung und PR, UVK, 2016.

 

Copyright Aufmacherfoto: Jad Limcaco, Unsplash

Interne Kommunikation? Relevant!

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„Relevanz“ ist in einer Zeit täglich tausender medialer Reize ein Wert, über den das Nachdenken und Diskutieren lohnt. Und war deshalb das perfekte Leitthema des zweitägigen Kommunikationskongresses Ende September in Berlin. Neben vier Keynote Speakern gaben rund 150 Referenten aus Medien und Wirtschaft anhand unterschiedlichster Best-Practice-Beispiele einen Einblick, wie sie und ihre Unternehmen den Begriff interpretieren und umsetzen. Und was andere daraus an Impulsen ableiten könnten.

Die Fragestellungen und Themenkomplexe spiegelten bereits im Vorfeld, dass sich die Kommunikationsbranche in einer gänzlich neuen (Be-)Deutungs-Ära befindet. Welchen Medien vertraut die Öffentlichkeit? Welchen Daten und Kanälen glauben Mitarbeiter und Führungskräfte? Wie relevant sind Kommunikatoren in ihrer Rolle für Unternehmen? Welche Art der Kommunikation ist überhaupt essentiell – und mit welchen Maßnahmen kann sie möglicherweise gesteigert werden?

Im Fokus: Social Media und Design Thinking

Zum 5. Mal war auch MontuaPartner Communications auf dem Kongress zu Gast und wählte die für die Hamburger Beratungsagentur passenden IK- und Change-Vorträge aus. Keine leichte Aufgabe. „Vor allem hat mich die enorm große Bedeutung gefreut, die der Internen Kommunikation mittlerweile beigemessen wird“, betont MontuaPartner-Geschäftsführerin Andrea Montua. Aber: „Es war gar nicht so einfach, aus der Vielzahl an guten Vorträgen die für uns relevantesten herauszufiltern.“

Entschieden hatte sie sich dann unter anderem für den Vortrag von Philipp Wachholz, Director Corporate Affairs bei McDonald’s Deutschland. Er stellte gemeinsam mit der begleitenden Agentur deren 2016er-Kampagne Live@McDonald’s vor: 12 Stunden Live-Content, der durch alle Social-Media-Kanäle gespielt wurde. Eine beeindruckende Aktion, die zeigte, wie man mit zeitgemäßen Mitteln zugleich Mitarbeiter, Franchisenehmer, Kunden und potenzielle Neukunden mit einbeziehen kann.

Aber auch Bernd Engeliens Vortrag zum Thema „Design Thinking in der Unternehmenskommunikation bei der Zurich Gruppe“ machte Lust auf mehr – mehr Beteiligung der Kommunikationskollegen in kreativen Veränderungsprozessen, auf mehr „anders denken und handeln“ und Lust auf mehr innovative Arbeitsmethoden.

Neue Gedanken und Ideen zu Themen wie Disruption und Digitalisierung – Mitbringsel eines Rechercheausflugs ins Silicon Valley – stellte schließlich auch Daniel Brandt von Hirsch Maschinen vor. Seine Einblicke und Impulse zu den Auswirkungen dieser Themen auf Unternehmen sowie ihre Kommunikatoren fanden großes Gehör im Publikum.

Neues Dreamteam: IK, HR und Strategie

Am Folgetag beeindruckten vor allem der Vortrag des MDAX-Unternehmens KION sowie die Präsentation von Christian H. Bahlmann, Leiter Unternehmenskommunikation bei Bahlsen. KION demonstrierte, wie das Zusammenspiel aus HR, Strategie und Kommunikation die erfolgreiche Umsetzung einer neuen Unternehmensstrategie nach innen befördert. Christian Bahlmann hingegen zeigte, wie es Unternehmen gelingen kann, sich zugleich auf Tradition und Familie zu besinnen und dabei eine komplett neue Art zu entwickeln, Projekte anzugehen, ja sich sogar selbst neu zu erfinden – für zufriedene Kunden und engagierte Mitarbeiter.

Das Resümee der beiden Kongresstage? Ganz große Überraschungen gab es nicht. Absolut bemerkenswert war aber, dass auf breiter Ebene viele jener Entwicklungen sichtbar werden, die die Kollegen von MontuaPartner Communications schon lange proklamieren und einfordern. Eben weil sie notwendig und wichtig sind. Allen voran sind das die verstärkte Zusammenarbeit von HR und Kommunikation sowie die zunehmende Bedeutung von strategischem Vorgehen in der IK.

IK-Tipps: Das ist wichtig

Trends sind und bleiben zudem die Themen Storytelling (dazu finden Sie im Oktober einen eigenen Beitrag in unserem Blog), integrierte Kampagnen und ein starker Fokus auf soziale Netzwerke und Bewegtbild-Kommunikation. Insgesamt stellte sich einmal mehr als zukunftsweisende Methodik für Kommunikationsabteilungen heraus, in ganzheitlichen Kampagnen zu denken, statt viele Einzelmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

Die Learnings für Andrea Montua aus den beiden Tagen: „Wenn ich Konzernen zusammenfassend etwas mitgeben wollte, wäre das tatsächlich: Lernt von den agilen und wendigen Start-ups. Jeder Arbeitsschritt wird dort auf seine Effizienz hin geprüft, jede Arbeitsmethode auf Wendigkeit und Passgenauigkeit für eben jenen Arbeitsschritt bewertet. Kommunikation ist für diese Form der Unternehmen – und ergo für ihre Mitarbeiter und Führungskräfte – eine Selbstverständlichkeit, sowohl nach innen wie nach außen. Hierarchien sind praktisch nicht mehr vorhanden. Das spart Zeit, Geld und jede Menge Nerven. In Sachen Kooperation und Grenzen-sprengen sind hier vorbildliche Pioniere unterwegs.

Familienunternehmen würde ich raten, was bei Bahlsen wunderbar gelungen scheint: eine Besinnung auf die Wurzeln, auf Tradition und Gemeinschaftsgefühl. Denn das sind einmalige Stärken, die als solche wahrgenommen gehören. Und am besten folgerichtig kombiniert mit neuen und disruptiven Methoden und Wegen in der Arbeitsweise und der Art, mit der Zukunft im Fokus zu denken. Das heißt, Trends als Zielmarken zu definieren, Mitarbeitern Raum zu geben und über das Netzwerken innovative Ideen für die tägliche Arbeit zu entwickeln.

Weniger einfach sind die Learnings für Start-ups zu definieren. Vielleicht ist es das Thema Nachhaltigkeit: Denkt nicht nur in Sprints und seht mehr als die Methodik und die vordergründige Effizienz. Denn ein Unternehmen langfristig auf gesunde und funktionierende Beine zu stellen bedeutet, den Blick auch immer wieder weiter nach vorn zu richten. Auch und vor allem, wenn es um kommunikative Maßnahmen und Tool-Planungen geht. Hier können die Jungen noch viel von den Alten lernen.“

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Kundendienst 4.0: Tschüss, Schema F!

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Wer kennt das nicht: Erst hängt man bei der Hotline gefühlte Stunden in der Warteschleife. Und dann gerät man an einen Callcenter-Agent, der seine nur minimal hilfreichen Antworten von irgendwelchen Vordrucken abzulesen scheint. Kundendienst geht anders. Aber wie?

Über welche Skills müssen Kundendienst-Mitarbeiter von heute überhaupt verfügen? Sind Bots der Kundendienst der Zukunft? Und wie müssen interne Kommunikationsstrukturen aufgebaut sein, damit wichtige Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind? Das diskutieren MPC-Geschäftsführerin Andrea Montua und Oliver Nissen, Leiter Social Media im Kundenservice der Deutschen Telekom, in der aktuellen Ausgabe der „Marketing Review St. Gallen“. Für den Kundendienstrevolutionär Nissen liegt auf der Hand: „Mitarbeiter müssen den Kunden dort abholen können, wo er steht. Statt ihn dort zu suchen, wo es ein Prozess oder eine Sprachregelung vorgeben.“

Machen Roboter den besseren Job?

Im Zuge der Digitalisierung werden Kundenservices zunehmend automatisiert, sei es in Form von Self-Service-Plattformen oder Chat-Bots. Studien sprechen im Falle eines funktionierenden digitalen Services von einer möglichen Steigerung der Kundenzufriedenheit um ein Drittel – bei gleichzeitiger Kosteneinsparung  (Link am Textende). Doch diese Entwicklung hat laut Oliver Nissen auch eine klare Bedingung: „Wertprägende und besonders loyalitätsstiftende Tätigkeiten übernehmen weiterhin Menschen und werden die Kern-Aufgaben eines Kundenberaters ausmachen.“

Denn Kunden fragen, kommentieren, kritisieren via E-Mail, Telefon, Facebook – und nicht selten über mehrere Kanäle zugleich. Die Erwartungen an eine zeitnahe und individuelle Reaktion sind hoch, weiß Andrea Montua:  „Wenn der Kundenberater die Eingangstür zum Unternehmen ist und der Kunde an dieser Stelle schon eine schlechte Erfahrung macht, gefallen ihm mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Unternehmen und dessen Produkte nicht (mehr).“

Management muss Vertrauen lernen

Doch wie transformiert ein Unternehmen seine Callcenter-Agenten zu selbstbewussten Troubleshootern mit super Einfühlungsvermögen für Kundenwünsche? „Eine gelungene Veränderung im Kundenservice im Zeitalter der Digitalisierung ist ein Kommunikations­-Dreiklang: Individualisierung der Beratung in Richtung Kunden, zielgruppengerechte Individualisierung der Information nach Innen und Individualisierung der Führung“, erläutert Andrea Montua. Nur mit allen notwendigen Informationen und größtmöglichem Vertrauen seitens des Managements ausgestattet, können die Berater wirklich den Dienst am Kunden ins Zentrum rücken.

„Allerdings fühlen sich Führungskräfte oft in einer Sandwich­position, wenn Effizienzthemen den empathischen Anforderungen an ihren Führungsstil diametral gegenüberstehen“, warnt Montua. Hier braucht es „Support aus dem Top-Management“, so Nissen, und täglich vorgelebte Freiräume und Vertrauen.

Beide Experten sind sich einig: Mit exzellenter Vorbereitung und konsequenter Begleitung durch derartige Change-Prozesse meistern Agents ihre neue Aufgabe mit Engagement und dem nötigen Selbstvertrauen. Und be(sch)reiten somit den Weg für die Zukunft des Kundendienstes.

 

Vollständiger Artikel: Kommunikation bleibt das A und O erschienen in Marketing Review St. Gallen

McKinsey-Studie zu digitalem Service: McKinsey: Why companies should care about e-care

Copyright Aufmacherbild: Christian Stahl auf Unsplash

IK 2017: Diese Trends haben sich durchgesetzt

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Unternehmenskultur, Videos, horizontale Kommunikation: Anfang des Jahres hatte MPC-Partner und IK-App-Experte Staffbase in einem umfassenden Blog die IK-Trends für 2017 propagiert. Was ist daraus geworden? Zur Jahreshälfte ist es an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

  1. Kommunikation Fakt ist: E-Mails werden zunehmend unpopulär. Statt per Mail wird unternehmensintern zunehmend via Apps kommuniziert. 67 Prozent der heruntergeladenen Apps sind laut einer Studie des Pew Research Centers (Link am Textende) für die Kommunikation gedacht. Für diese neuen Medien bestätigt sich der Trend zur Kürze. Auf mobilen Geräten gelesene Artikel werden oft nur gescannt, müssen alle wichtigen Informationen innerhalb des ersten Absatzes enthalten und brauchen viele Bilder und Whitespace.
  2. Unternehmenskultur Die gute Nachricht: Branchenübergreifend ist es das Ziel vieler Unternehmen, eine Kultur des wertschätzenden Miteinanders und größtmöglichen Engagements zu etablieren. Weniger gut: Laut einer kürzlich von Capgemini veröffentlichten Studie (Link am Textende) scheint der Schritt in eine dialogbasierte, positive Kultur zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern so leicht nicht. Nur 27 Prozent der Mitarbeiter weltweit sehen eine positive Unternehmenskultur überhaupt als vorhanden an. Schuld scheint die mangelnde Kommunikation. Während 47 Prozent der Manager in Deutschland die Unternehmenskultur sehen und sogar 90 Prozent glauben, dass die Kultur mit den Unternehmenszielen übereinstimmt, sind es innerhalb der Belegschaft nur magere 3 Prozent. Es benötigt folglich besserer Kommunikation und deutliche Maßnahmen, um Unternehmenskultur zu modernisieren und fördern.
  3. Remote Working Während es in Deutschland noch keine konkreten Zahlen als Beweis für den Trend zum Remote Working – dem dezentralisierten Arbeiten von Zuhause oder Unterwegs – gibt, scheint die jährliche Wachstumsrate der Co-Working-Spaces von 30 Prozent (Link s.u.) diese Entwicklung doch zu bestätigen. Der Umstand unterstreicht ganz klar die Notwendigkeit für mehr Reichweite durch mobile Kommunikationstools.
  4. Video Interne Kommunikatoren werden nicht darum herum kommen: Video ist und bleibt Trend. 44 Prozent der (US-)Manager (Link am Textende) sind überzeugt, dass Video in den nächsten fünf Jahren die wichtigste Kommunikationsform werden wird. Generell werden allerdings immer noch weniger als zehn Videos pro Jahr hergestellt und genutzt. Die Gründe sind oftmals finanzieller oder ressourcenbedingter Natur.
  5. Dialog Der Trend geht klar zu dialogbasierten Formen. Inhalte von und für Mitarbeiter gewinnen zunehmend an Bedeutung, weil Informationen aus den eigenen Reihen glaubwürdiger sind, mehr wahrgenommen und geteilt werden als externe.

Die Trends für 2017 haben sich demnach bewahrheitet – aber die Umsetzung geht nur langsam voran. Klar ist, dass die Interne Kommunikation immer mehr mit anderen Bereichen und Abteilungen verschmilzt. Besonders HR und die externe Kommunikation sind Felder, die deutlich mit und von der Mitarbeiterkommunikation profitieren. In 2018 bleibt folglich zu sehen, ob der Schritt zu diesem übergreifenden Modell gemacht wird, der den Ansatz zur Arbeit grundsätzlich verändert könnte. Und ob die Umsetzung der Trends in allen Arbeitsfeldern gelingt.

Zur Studie von Per Research geht es hier. Die Capgemini-Studie können Sie hier nachlesen. Die Entwicklung der Co-Working-Spaces können Sie hier nachverfolgen und warum Video up to date ist hier.

 

Autor: Sina Lockley, Staffbase

Copyright Aufmacherfoto: Pavan Trikutam, Unsplash